Allgemeine Berichte | 21.01.2016

Heimatverein Pech

Für Gott töten und sterben?

Vortrag der Winterakademie

Pech. Den zweiten Vortrag des fünften Zyklus der Pecher Winterakademie hält P. Klaus Mertes SJ mit dem Titel: Für Gott töten für Gott sterben? Über Sinn und Missbrauch von Martyrium am Donnerstag, 11. Februar um 19.30 in der Evangelischen Kirche in Wachtberg-Pech, Am Langenacker. Zum Thema des Vortrags: Sterben für Gott und töten für Gott, beides fällt zusammen im Typus des Suizid-Attentäters, der sich tötet, um andere zu töten, und dies im Wahn, dadurch ein Gott wohlgefälliges Werk zu tun, das ihm im Himmel belohnt werden wird. Die Suizid-Mörder sind gerade wegen der religiösen Sprache, die sie und ihr Milieu benutzen, eine Herausforderung an die Theologie. Sie missbrauchen und diskreditieren zentrale Begriffe der religiösen Sprache und der biblischen Tradition, insbesondere den des Martyriums . Es stellt sich also die Frage, wie ein recht verstandenes Sprechen von Martyrium abgegrenzt und geschützt werden kann gegen seinen Missbrauch. Dabei ist für Christen der Blick auf das Martyrium Jesu erhellend. Durch die Abgrenzung von den theologisch überhöhten Suizidmorden wird ein neuer Blick frei auf die Bedeutung von Martyriums-Tod und Auferstehung Jesu, der wiederum den Fanatikern die religiöse Legitimation entzieht. Zur Person des Referenten: Der Jesuit Klaus Mertes, geb. 1954 und ehemaliger Pecher Bürger, ist Direktor des Kollegs St. Blasien. Von 2000 bis 2011 war er Rektor des Canisius-Kollegs Berlin. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er bekannt durch seinen Einsatz für die Aufdeckung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an kirchlichen und später auch an nichtkirchlichen Bildungseinrichtungen in Deutschland.

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