Lack und Glanz im Eintausendseelendorf
Glänzende Oldtimer treffen sich zum zwölften Mal in Fritzdorf
Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen zeigten ihre Fahrzeuge
Wachtberg-Fritzdorf. Kombiniert mit dem Straßenfest, das einen Tag vorher ab 19 Uhr zur Achtzigerjahre-Open-Air-Party einlud, sollte am letzten Sonntag im August die 12. Oldtimerrallye in Fritzdorf starten. Weil aber von den vielen stolzen Besitzern nur zehn Anmeldungen für die Rallye zu verzeichnen waren, reduzierten die Veranstalter das Ereignis auf das bereits seit Jahren erfolgreiche Treffen der seltenen Fahrzeuge. Laut Jörg Engel, der die Organisation maßgeblich mit auf die Beine gestellt hatte, hätte bei rund dreißig Streckenposten für die Rallye sonst der Aufwand in keinem Verhältnis zum Interesse gestanden.
Das von den Oldtimerfreunden der Karnevalsgesellschaft Grün-Gelb Fritzdorf ins Leben gerufene Treffen lockte trotzdem auch in diesem Jahr wieder Besucher aus allen Himmelsrichtungen an. Besonders wegen des Sommerwetters, das man in diesem Jahr nicht gerade häufig genießen konnte, war mancher dazu bereit, sein Kleinod aus der Garage zu fahren. Seltene Motorräder, Traktoren und Pkw trafen sich im Drachenfelser Ländchen und luden zum Austausch über das gemeinsame Hobby ein.
Mobile Schätzchen auf zwei und vier Rädern
Im Glanz der Sonne präsentierten stolze Zweiradbesitzer Heinkel-Roller von anno dazumal, Floretts und Eigenbauten, die aus verschiedenen uralten Krädern entstanden waren. Bei den vierrädrigen Personenkraftwagen stachen bekannte Namen wie Porsche, NSU und ein als Mini-Flugzeug zurechtgemachter Heinkel-Kabinenroller heraus. Hanomag, Unimog und ein aus den USA importierter Willys Jeep, der in seiner Bauart in seinem Heimatland nach dem Krieg den Bedürfnissen der Industrie und Landwirtschaft angepasst worden war, beeindruckten unter den Geländefahrzeugen. In der Kategorie Traktoren glänzten unter anderem Kleintraktoren, Hanomag und zwei Güldner-Exemplare aus dem Jahre 1964 in der Sonne.
Zur Wahl der schönsten und beeindruckendsten Fahrzeuge sprachen die Oldtimerfreunde ein repräsentatives Spektrum von Besuchern und Fachleuten an, die ihr Votum abgeben durften. Bei den landwirtschaftlichen Fahrzeugen gewann ein Hanomag Perfekt aus Fritzdorf aus dem Baujahr 1958 den ersten Platz. Hätte es ein Siegertreppchen gegeben, so hätte die Nummer eins unter den Krädern, eine Kreidler Florett, Baujahr 1963 vermutlich fast darauf Platz gehabt. Hingegen wäre der Platz für die Siegerehrung unter den Pkw trotz der kleinen Bauart des Gewinnerfahrzeugs etwas knapp geworden. Sieger wurde nämlich der Heinkel-Kabinenroller Trojan, Baujahr 1963 von Heinz-Adam Schmitz aus Meckenheim. Er hatte das kleine Gefährt stilangepasst zum kleinen Flugzeug umdekoriert und erinnerte damit an die Bomberbesatzung aus dem Zweiten Weltkrieg. Einen Preis für die weiteste Anfahrt erhielt der Fahrer eines Opel Manta aus Kall in der Eifel.
Buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein
Umrahmt wurde das Veranstaltungshighlight von einem Programm, das Leib und Seele zusammenhielt. Neben dem zweifelsohne im Mittelpunkt stehenden Oldtimertreffen für die Automobilfans gab es Musik mit DJ Ecki, je eine Hau-den-Lukas-Anlage für Kinder und Erwachsene, einen Malstand, eine Hüpfburg und Kinderschminken. Für die Liebhaber des klassischen deutschen Imbisses gab es Currywurst, ebenso wie die Fans von Gyros, Steaks, Hamburger und Co. auf ihre Kosten kamen. Eine Kuchentafel mit reichlich Selbstgebackenem von routinierten wie auch erfindungsreichen Fritzdorfer Bäckerinnen lieferten zum Kaffee einen gelungenen Nachtisch.
In der Nachbetrachtung sieht der Verein laut Jörg Engel einen Wermutstropfen bei der Veranstaltung. Man hatte analog zu den Vorjahren mit deutlich mehr als 150 Fahrzeugen gerechnet. Tatsächlich gekommen waren leider nur rund 100 Fahrer mit ihren Schmuckstücken. Man werde sich, so Jörg Engel, Gedanken über mögliche Ursachen machen und diese Überlegungen für das nächste Jahr berücksichtigen.
