Italienisch Kochen
Kulinarische Genüsse mit dem Partnerschaftsverein Wachtberg
aus Wachtberg
Wachtberg-Berkum. Wieder einmal drangen verlockende Düfte aus der Lehrküche der Hans-Dietrich-Genscher-Schule, wo fünfzehn Fans der italienischen Küche neue Gerichte kennenlernten oder altbewährte Rezepte neu entdeckten.
Jeweils im Frühjahr veranstaltet der Partnerschaftsverein ein solches Kochevent für seine Mitglieder, die sich gern auch außerhalb der eigentlichen Begegnungsprogramme mit der italienischen Kultur beschäftigen. Und was wäre typischer für Italien als das breite Angebot seiner Küche – also nicht nur Pizza, Pasta und Co., sondern vor allem die vielfältigen regionalen Gerichte dieses Landes. Die Auswahl trafen vier sogenannte Kochpiloten, die ehrenamtlich ihre Kompetenz und Erfahrung den übrigen Hobbyköchen zur Verfügung stellten.
Den Anfang machte Christiane Matthis mit gefüllter Paprika und Spargel Panzarella:
in Stücke geschnittener grüner Spargel in Öl in der Pfanne gebraten. Gebratener Spargel? Wer da die Stirne runzelt, wird sich wundern, denn das Gericht schmeckt ganz ausgezeichnet.
Beim zweiten, von Marga Wieland angeleiteten Gang – Gnocchi mit Tomatensauce oder Salbeibutter –
waren helfende Hände gefragt: den Teig in dünne Stangen rollen, in gleichmäßige Stücke schneiden und zu kleinen Kugeln formen … Bei einer für 15 Personen bestimmten Menge war das ein zeitintensives, aber durchaus geselliges Unterfangen. Auch das plötzliche Hochsteigen der einzelnen Kugeln zu beobachten ist Teil der Unterhaltung. Zusammen mit den beiden Saucen bildete dieses eigentlich recht einfache Gericht eine Köstlichkeit.
Friedrich Oettler, der stets bestrebt ist, auch einfache regionale Gerichte vorzustellen,
führte uns mit seiner Polenta pasticciata, dem Ragù alla genovese und dem Radiccio in Saor nach Genf und in das Veneto. Es handelte sich um Gerichte auf der Basis von Zutaten, die in der jeweiligen Gegend reichlich und preiswert zu finden und meist auch Beispiele für die Tradition der früher oft sehr armen Landbevölkerung sind. Bei diesem Rezept wurde die fertig zubereitete Polenta in einer Pastetenform gebacken, bis sich eine goldbraune Kruste bildete, und mit einem Gemüse-Hackfleisch-Ragout serviert. Begleitet wurde die Polenta-Pastete von Radiccio in Saor, ein Gericht, das der Küche des alten Venedigs entstammt, wo der Radiccio in all seinen Formen heimisch ist. In einzelne Blätter zerteilt, wird der Radiccio in einer feuerfesten Form mit Öl und reichlich Weißweinessig angedünstet und abgekühlt mit Saor, einer eingekochten Marinade aus Zwiebeln, Rosinen und etwas Zucker sowie Pinienkernen, ebenfalls abgekühlt serviert.
Auch hier hätte man gerne noch einmal zugegriffen, aber zu diesem Zeitpunkt war im Magen nur noch Platz für den Nachtisch, eine Limoncello-Mousse aus Sahne, Quark und anderen Leckereien sowie einem Schuss Limoncello, der im Handel in Flaschen käuflich zu erwerben ist. In manchen Familien wird er aber auch nach einem streng gehüteten Geheimrezept von der Dame des Hauses selbst zubereitet.
Alle Gerichte fanden großen Anklang, und es regnete geradezu Komplimente für die Kochpiloten. Es war ein angenehmer, geselliger und lukullischer Abend, an den man gerne zurückdenken wird.
(H. Köhnen, Partnerschaftsverein Wachtberg)
