Allgemeine Berichte | 02.09.2014

„Imaginäre Eigenwelten“ sind noch bis 26. September zu sehen

Manfred Pusch gibt den Betrachtern seiner Bilder Rätsel auf

Manfred Pusch (r.), Eva-Maria Kreuter (2.v.r.) und die Musikerinnen des Niederbachemer Blockflöten- und Dulzianconsorts mit der Sopranistin Kornelia Opitz (3.v.l.). Gemeinde Wachtberg

Wachtberg-Ließem. Das gefällt dem Künstler. Eben hat ihm eine Besucherin gesagt, dass ihr seine Bilder sehr gut gefallen, aber verstehen würde sie sie nicht. Seine Bilder seien rätselhaft. Rätselhaft, dieses Wort ist es, das Manfred Pusch begeistert. Vielleicht ist es wirklich so, dass sich Puschs Bilder nicht sofort erschließen, aber anscheinend ist das auch nicht das vorrangige Bestreben des Künstlers. „Für mich sind das alles assoziative Bilder. Ich habe meine Assoziationen, und die Betrachter haben ihre“, bringt Manfred Pusch das Rätselraten auf den Punkt. Knapp zwanzig Bilder, zumeist in Acryl auf Leinwand, in mittelgroßen Formaten, stellt der in Wachtberg lebende Künstler derzeit im Rahmen der achten Wachtberger Kulturwochen im Köllenhof in Ließem aus.

Zur Vernissage am 23. August fanden sich rund 70 Gäste in Wachtbergs Kulturscheune ein. Ein Blick auf die Titelliste und schon stand nicht wenigen Besuchern buchstäblich ein Fragezeichen auf die Stirn geschrieben. Manfred Pusch hat seinen Bildern Namen gegeben wie „Ganymed IV“, „Rembetiko unter Monden“, „Estampie über dem Wirbelkasten“, „Ghazal auf Zuleikas Nase“ sowie „Morgenrâga“ und „Gold-Päan“. Aber auch wenn er erklärt, dass Ganymed ein großer Mond des Jupiters, Estampie ein mittelalterlicher Tanz, Ghazal ein erotisches persisches Gedicht und Päan ein altgriechischer Tempelgesang ist, so ist man zwar um ein Stück Allgemeinbildung reicher, aber Puschs Bilder versteht man immer noch nicht wirklich. Manfred Pusch amüsiert es und er lässt sich dann doch einige seiner Assoziationen entlocken. Beim Malen von „Ghazal“ habe er wirklich die Nase einer Frau im Sinn gehabt, er zögerte kurz, um dann auch den Namen der Unbekannten preiszugeben – Zuleika. Mehr an Enthüllung gibt es nicht. Auf besagtem Bild identifiziert man schließlich auch eine Nase. Oder ist es doch etwas anderes? Da sind sie wieder – die Assoziationen. Jeder hat sie, immer wieder, immer andere. Genau das möchte Pusch bewirken - und lächelt wissend. Ist es wirklich erforderlich, die Wortbedeutung von Päan zu kennen, um seine beiden Bilder „Kupfer-Päan“ und „Gold-Päan“ zu verstehen? Oder die beiden mit Morgenrâga“ und „Mittagsrâga“ betitelten? Es sei, schmunzelt Pusch, wie mit der Liebe, die sei am Morgen auch anders als am Mittag. Wo holt er sich seine Inspiration? Was assoziiert Pusch mit diesen Bildern? Alle hier ausgestellten Werke seien Lebensinhalte von Manfred Pusch, hatte Eva-Maria Kreuter, Vorsitzende der are-Künstlergilde Bad Neuenahr, der Pusch seit vielen Jahren angehört, in ihrer Einführungsrede über ihn gesagt. Durch seine Forschungsarbeiten sei er viel in der Welt herumgekommen, geografische und musikalische Erlebnisse seien in seinen Bildern zusammengeflossen. Zeitweise hat Pusch das Material, aus dem er seine Werke fertigte, mit ‚musAcryl’ bezeichnet, was keine besondere Acrylart ist, sondern bezeichnenderweise dafür stehen sollte, dass hier Musik und Kunst verschmolzen sind. Kreuter weiß um seinen Sprachwitz, kennt ihn, seine Bilder und sieht in deren farblicher und formaler Harmonie etwas für Pusch Typisches. Seine Bilder spiegeln, wie schon im Titel der Ausstellung verlautet, imaginäre Eigenwelten des Künstlers Manfred Pusch. Bei ihm, davon ist Kreuter überzeugt, „wird Kunst zu einem Abenteuer“.

In andere Welten und auch sicherlich nicht weniger abenteuerlich war die musikalische Begleitung der Vernissage, die die Gäste zeitlich an den Hof von Elisabeth I. entführte. Das Niederbachemer Blockflöten- und Dulzianconsort unter der Leitung von Irmgard Keßer führte Liebeslieder des 16. Jahrhunderts auf, als Solistin brillierte die Sopranistin Kornelia Opitz. Und der Künstler des Abends, Manfred Pusch, bewies auch hier künstlerische Vielfalt - er spielt ebenfalls in dem Ensemble, Bassdulzian.

Die Ausstellung ist noch bis 26. September jeweils zu den im Köllenhof stattfindenden Veranstaltungen zu sehen sowie nach vorheriger telefonischer Vereinbarung unter Tel. (02 28) 34 32 50.

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Manfred Pusch (r.), Eva-Maria Kreuter (2.v.r.) und die Musikerinnen des Niederbachemer Blockflöten- und Dulzianconsorts mit der Sopranistin Kornelia Opitz (3.v.l.). Foto: Gemeinde Wachtberg

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