Galerist Bodo Schroeder gewürdigt
Mit der Doktorarbeit fing alles an
Berkum. Bonns Politiker gaben sich bei seinen Kunstausstellungen die Klinke in die Hand. „Gekauft haben sie aber eher selten“, verriet Wachtbergs langjähriger Galerist Bodo Schroeder in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Renate Offergeld. Dessen Turmgalerie habe die Wachtberger Kulturszene mitgeprägt, so Offergeld. Jetzt, nach 46 Jahren, hat sich Schroeder zur Ruhe gesetzt und seine Galerie geschlossen.
Dies nahm die Bürgermeisterin zum Anlass, ihm für seine Verdienste um die Kunst zu danken und ihn um einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde zu bitten. Gern kam Schroeder hierzu ins Rathaus - mit Ehefrau Christel Gierth, Wegbegleiter Erwin Ruckes und vielen Anekdoten aus seiner bewegten Zeit als Galerist. Angefangen hat alles 1969. Eigentlich mehr als Studienobjekt und weniger als Geschäftsmodell begann Schroeders Karriere als Galerist.
Als Student der Werbewissenschaften wollte er sich in seiner Doktorarbeit mit der Frage beschäftigen, inwieweit sich Erkenntnisse aus der Werbung, dass bestimmte Farben in bestimmter Dosierung bei Käufern Kaufreaktionen begünstigen können, auch auf den Kunstmarkt übertragen ließen. Es fand sich nur keine Galerie, die ihm ihre Kunden preisgeben wollte.
Genau die benötigte er aber für seine Recherchen. Kurzerhand wurde er selbst zum Galerist - wie gesagt, nur zu Studienzwecken. Im ehemaligen Mühlenturm der Burg Gudenau in Villip fand sie ein erstes Zuhause, seine „Galerie der Turm“. Schnell wurde sie zum Selbstläufer. Legendär waren damals Schroeders Kunst-Rallyes. Namhafte Künstler aus dem In- und Ausland zeigten schon bald bei ihm Exponate aus dem weiten Bereich der Malerei, Grafik und Skulptur.
Die Galeriearbeit beanspruchte schließlich die volle Aufmerksamkeit, so dass die Doktorarbeit in den Hintergrund geriet. „Ich habe sie nie fertiggestellt“, blickt der erfolgreiche Galerist schmunzelnd auf seine Studienzeit zurück, „aber das Thema ist nach wie vor interessant.“
Als der Turm 1985 nicht mehr als Galerieraum zur Verfügung stand, ging die Suche nach einer neuen passenden Immobilie los. Er hatte bereits Räumlichkeiten in BadGodesberg ausgewählt, als ihn das Angebot ereilte, in Berkum die alte Schule zu mieten. Das war ideal. 30 Jahre hatten die Galerie und Schroeder ihren Sitz fortan hier - bis Ende 2015. Schroeder wohnt privat jetzt in Villiprott. „Ich bin und bleibe gern Wachtberger“, lautet dann auch sein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Wachtberg.
Pressemitteilung
der Gemeinde Wachtberg
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