Asiatische Hornisse NRW
Senioren-Union Wachtberg Vortrag zur Asiatischen Hornisse mit Roland Schmalenberg
aus Wachtberg
Wachtberg-Züllighoven. Der Vorsitzende der Senioren-Union Wachtberg, Dr. Werner Link, hatte am 15.07.2026 zum Vortrag „Die Asiatische Hornisse in NRW 2026 - nur ein Medienhype“ auf den Biolandhof Hochgürtel in Wachtberg-Züllighoven eingeladen. Auf Vermittlung von Vorstandsmitglied Lothar Zschaubitz konnte als Referent der Obmann des Imkerverbandes Rheinland für die Asiatische Hornisse, Herr Roland Schmalenberg, gewonnen werden.
In einem von persönlichem Engagement geprägten, anschaulichen Vortrag berichtete Herr Schmalenberg über die Ursprünge seiner Leidenschaft für die Imkerei und über die rasante Verbreitung der Asiatischen Hornisse.
In Europa wurde die Asiatischen Hornisse erstmals 2004 im Südwesten Frankreichs gesichtet. Sie hat sich seitdem von dort aus rasant über den Westen Europas ausgebreitet. Erste Sichtungen in NRW gab es 2020, seitdem nehmen diese stark zu. Bis 2025 galt die Asiatische Hornisse als invasive Art und war meldepflichtig, seitdem gilt sie als etablierte Art. Die Bekämpfung ist nicht mehr verpflichtend und wird von den zuständigen regionalen Behörden sehr unterschiedlich unterstützt. Das Land NRW zahlt geschulten Imkerinnen und Imkern Prämien für die fachgerechte Beseitigung von Nestern.
Herr Schmalenberg beschrieb die in Europa ausschließlich relevante Unterart vespa velutina nigrithorax in Aussehen, Nestbau, Sozial- und Angriffsverhalten, insbesondere auch die Unterschiede zu einheimischen Hornissen- und Wespenarten. Gegenüber Menschen verhält sie sich nicht aggressiver als einheimische Arten, solange ihr Nest nicht bedroht wird. Dann aber vermag sie nach dem Ausstoß entsprechender Pheromone eine sehr große Anzahl von Artgenossen zu mobilisieren, die anders als einheimische Arten gezielte und organisierte Angriffe auf das Opfer ausführen. Das macht ihre besondere Gefährlichkeit aus.
Die Asiatische Hornisse ist ein Allesfresser, als Nahrungsquelle bevorzugt sie aber besonders einheimische Bienen. Durch das massenhafte Töten der Bienen gibt es weniger Bestäuber, was negative Folgen für viele Pflanzen und letztlich für das gesamte Ökosystem hat.
Besonders gefährdet sieht Herr Schmalenberg Gärtner bei der Ausübung ihres Berufs, auch Hobbygärtner mit größeren naturnahen Gärten. Er rät, wachsam zu sein, auf Flugbewegungen zu achten, und falls sich ein Verdacht auf die Asiatische Hornisse ergibt, einen Fachmann zu konsultieren. Nicht wenige der bisher bekannten Zwischenfälle mit Asiatischen Hornissen passierten beim Schneiden der Hecke oder beim Beseitigen von Wildwuchs.
Im Frühjahr können durch Sichtmeldungen von Königinnen die zugehörigen Nester leicht ausfindig gemacht werden. Dazu wird eine breite Mitwirkung der Bürgerschaft benötigt. Herr Schmalenberg zeigte uns verschiedene Locktöpfchen und verteilte eine Anleitung zum Zusammenbau der Gefäße, zu ihrer Aufstellung und zur Meldung von zugeflogenen Königinnen. Die Beseitigung von Embryonal- und Primärnestern ist wesentlich einfacher und kostengünstiger als die Beseitigung der großen Sekundärnester ab Juli.
Roland Schmalenberg traf auf eine sehr interessierte Zuhörerschaft, aus der viele Fragen und Diskussionsbeiträge kamen. In der Pause gab es Kaffee und selbstgemachten Kuchen mit frischen Beerenfrüchten aus dem eigenen Betrieb von Dorothee Hochgürtel.
(Text: Senioren-Union der CDU Wachtberg)
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v.l.n.r.: Dorothee Hochgürtel, Lothar Zschaubitz, Roland Schmalenberg, Dr. Werner Link Foto: privat