Wanderreise des Wachtberger Wandervereins an den Edernsee
Von Salamandern und Knorreichen
Zwölf Mitglieder des WWV erkundeten nordhessische Wälder, die Edertalsperre, den Kellerwald und vieles mehr
Wachtberg. Kürzlich machten sich zwölf Mitglieder des Wachtberger Wandervereins auf den Weg ins Nordhessische nach Edertal. Sie wollten dort den Kellerwald und die Edertalsperre erkunden.
Aber zuerst fanden am Sonntagnachmittag eine Stadtführung in Fritzlar und eine kleine Wanderung am dortigen Mühlbach statt. Diese Stadt bietet ein reichhaltiges Ensemble an Fachwerkhäusern und in Teilen gut erhaltene Stadtmauerstücke. Am Mühlbach hat die Stadt den Kunstwanderweg Ars Natura hergestellt. Danach ließ es sich in dem Hotel „Dornröschenhöh“ in Edertal, das die Wanderführerin Dorothee Franke mit Bedacht ausgewählt hatte, gut speisen. Das Hotel bot nicht nur eine gute Ausgangslage für die Wandervorhaben, sondern liegt auch in friedvoller Umgebung und ist trotzdem gut zu erreichen.
Bunter Mix aus kulinarischen und sportlichen Highlights
Am Montag ging es dann richtig los. Jetzt stand eine Wanderung über 17 Kilometer mit einigen Auf- und Abstiegen auf dem Programm. Die Truppe wanderte auf dem Kellersteig zur Burg Waldeck und genoss dort zur Mittagszeit im Café den imposanten Blick auf den Edersee. Die Truppe ließ sich durch den ständigen, aber leichten Regen, die Stimmung nicht verderben, denn das dichte Blätterwerk des Kellerwaldes fing die Regentropfen auf.
Auf dem Weg zur Burg Waldeck konnten die Wanderer sehen, dass die Natur noch intakt ist: Drei Salamander ruhten sich auf den Wegen aus. Natürlich hielt die Truppe auch nach Waschbären Ausschau; aber diese scheuen Gesellen hielten sich fern. Eigentlich war vorgesehen, nach den 17 Kilometern mit einem Ausflugsschiff zur Edertalsperre zurückzufahren. Da aber dieses Ausflugsschiff ohne Vorwarnung wegen des abgesenkten Wasserstandes eine 500 Meter entfernte und hinter einer Kurve liegende Anlegestelle anfuhr, stand die Truppe zunächst ohne Rückkehrmöglichkeit da.
Glücklicherweise waren zwei Wanderer an diesem Tag nicht mitgewandert, sodass sie, über das Handy in Kenntnis gesetzt, mit ihrem Pkw zu Hilfe eilten. Dies ermöglichte der Truppe, dass sie rechtzeitig zum Abendessen wieder im Hotel war. Kurz ausgeruht und erfrischt konnten sich die Wanderer am Abendessen und danach in harmonischer Atmosphäre über ihre Erlebnisse am Tage und an früheren Wanderungen austauschen.
Regenwetter tat der guten Laune keinen Abbruch
Der dritte Tag brachte eine kleine Steigerung in der Wanderstrecke und in den Höhenmetern. Die Wanderführerin hatte eine Wanderung im mittleren Kellerwald vorgesehen und einen ortsansässigen Wanderführer gechartert. An diesem Tag regnete es nur hin und wieder leicht und auch die Sonne drang des Öfteren durch die wechselnd aufgelockerte Wolkendecke.
Der Wanderführer kannte den Kellerwald nicht nur aus Wanderführungen, sondern auch als „Druide“, denn er wanderte oft im Januar und Februar wochenlang allein durch Wald und Feld und übernachtete in den offenen Wanderhütten am Wegesrand. Er entpuppte sich als Nachkomme der Kelten, der zwar Philosophie studiert hatte, aber als Fachlaie die Keltik erforscht. Er zeigte typische Pflanzen und erwies sich, obwohl er erst vor zweieinhalb Jahren aus Mittelthüringen zugezogen war, als Kenner der Landschaft und der Natur. Unterwegs bot eine Käserei ihre Produkte an. Natürlich ließen es sich einige Wanderer nicht nehmen, Käse direkt vom Bauern zu kaufen. Die Truppe wanderte an diesem Tag 21,8 Kilometer und bewältigte 553 Höhenmeter.
Aber auch am Abreisetag wollte die Wanderschar das Nordhessische nicht sofort verlassen: Jetzt stand noch eine kurze Wanderung auf dem Urwaldsteig mit den charakteristischen Knorreichen auf dem Programm. So vertraut mit Wald, Edertalsperre, Fahrplan der Ausflugsschiffe und Leuten wurde am Nachmittag die Heimfahrt angetreten. Der Wanderführerin Dorothee Franke sei nochmals für die schöne Wanderreise und die harmonische entspannte Atmosphäre gedankt.
Dr. Hermann Nanz
Traumhafte Ausblicke ergaben sich an so manchem Rastplatz, wie man hier eindrucksvoll sieht.Fotos: privat
Zahlreiche Wälder und Ebenen wurden durchquert.
Auch einige Stadtführungen standen auf dem Programm.
