Termine | 30.10.2015

Gemeinde Wachtberg

Wachtberg hilft: DRK-Kleidersammelstelle

DRK-Kleidersammelstelle in Pech: Dorothea Krauch-Kompalik (Mitte) mit Helferinnen des insgesamt zehn Frauen starken Teams. privat

Wachtberg-Pech. „In Wachtberg ist die Spendenbereitschaft hoch“, freut sich Dorothea Krauch-Kompalik. Und wer einen Blick in das Gewächshaus der ehemaligen Gärtnerei Bresemann in Pech wirft, kann sich schnell von eben dieser Hilfsbereitschaft überzeugen, betreibt doch der DRK-Ortsverein im Rahmen der Flüchtlingshilfe dort seit Kurzem eine Sammelstelle für Kleidung und andere Hilfsgüter, die man zum Leben braucht.

Anfang August hatte DRK-Geschäftsführer Michael Bau diese Anlaufstelle für Spenden zugunsten der Flüchtlinge in Wachtberg eingerichtet und vor Ort DRK-Helfer eingesetzt. Krauch-Kompalik erfuhr durch die Rundmail einer Bekannten von dieser DRK-Aktion. Gemeinsam mit sieben weiteren Nachbarinnen und Bekannten, allesamt Pecherinnen, schloss sie sich zu einem ehrenamtlichen Hilfsteam zusammen. Zur großen Freude Baus, der nicht schlecht staunte, als sich die energische Damenriege Mitte September in der DRK-Kleiderstube einfand und seitdem dort die Spendenab- und -ausgabe tatkräftig abwickelt. Angesichts der rasant gestiegenen Zahl von der auch der Gemeinde Wachtberg zugewiesenen Flüchtlinge sei dies, so Bau, eine große Entlastung für das DRK-Team gewesen, denn mit der Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber seien die Mitarbeiter bereits voll gefordert.

Starkes Team

Das Helferinnen-Team, das im Kern mittlerweile zehn Frauen umfasst, scheute keine Mühen und keine Arbeit. Sie hätten erst einmal die Ärmel hochgekrempelt, blicken die Freiwilligen auf die ersten Tage zurück, gründlich geputzt und die Räumlichkeiten als Lager hergerichtet. „Zum Teil haben wir selbst Regale mitgebracht“, ein Teil sei auch durch Spenden und vom DRK gekommen, erzählen sie. Dann wäre es ans Sortieren der bereits angehäuften Spenden gegangen. Inzwischen sind sie alle routiniert, auch ein Ordnungssystem haben sie entwickelt, sodass jetzt der Besucher im ehemaligen Gewächshaus ein wohlsortiertes großes Sortiment an Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung vorfindet. Daneben gibt es Schuhe für Groß und Klein, Bereiche mit Spielzeug, Kinderwagen und Kinderautositzen, Bettwäsche, Decken, Kissen und diversen Haushaltswaren. Krauch-Kompalik hat die Organisation inne, sieht sich aber als Teil des Teams: „Es macht Spaß, besonders da die meisten von uns sich bereits kannten. Es ist eine große Vertrautheit untereinander. Wenn eine neue Idee aufkommt, besprechen wir das alle gemeinsam.“

Durchschnittlich drei Helferinnen sind montags bis freitags vormittags vor Ort und sortieren die Spenden. Die Tatsache, dass das Team sowohl aus jüngeren als auch aus älteren Damen besteht, hilft enorm, diese Zeiten auch abdecken zu können. Da neben dem Mittwochnachmittag, an dem eine Abgabe von Spenden persönlich möglich ist, rund um die Uhr Spenden in die Container und die Körbe vor der Tür abgelegt werden können, kommen täglich neue Sachen hinzu. In der Regel schauen vormittags auch die DRK-Mitarbeiter vorbei, entweder, weil sie Dinge für die Unterbringung neuer Asylbewerber benötigen wie Bettwäsche, Handtücher, Haushaltswaren etc., oder sie kommen mit Flüchtlingen, die dann mithilfe der Damen passende Kleidung oder anderes Notwendige finden.

Tolles Miteinander

Große Freude bereiten dem Team die im angeschlossenen Wohnhaus untergebrachten Asylsuchenden. Oft würden sich diese zu ihnen gesellen und mit anpacken, sei es beim Sortieren, beim Tragen von großen Kartons oder schweren Gegenständen oder als Dolmetscher. Sogar Selbst-Gebackenes und Tee hätten sie den Damen schon vorbeigebracht, freut sich diese über das nette Miteinander.

Was wird noch gebraucht?

Im Moment das Wichtigste ist warme Winterbekleidung, für Damen, Herren und Kinder, sagt Krauch-Kompalik. Was die Kleidergrößen angeht, so besteht Bedarf im Größensegment S und M, Sachen in L werden kaum gebraucht, XL und größer passt in der Regel keinem der Asylbewerber, die zumeist schlank sind. Für die vorwiegend jungen Männer fehlen sportliche Sachen. Generell ist reine Sportbekleidung Mangelware, sowohl für Herren als auch für Damen und Kinder. „Babysachen haben wir mehr als genug, aber Kinderkleidung für Drei- bis Zwölfjährige nehmen wir noch gerne an“. Dringend benötigt werden noch warme Kinderstiefel ab Größe 32.

Gesucht werden nach wie vor Fahrräder aller Größen, wie auch Bobbycars, Dreiräder und Ähnliches für Kinder. Im Haushaltswarenbereich freut sich das Team zudem über Kochtöpfe, Pfannen, Schüsseln, Backformen, elektrische Wasserkocher und komplette (!) Ess- und Frühstücksservice.

Eine Bitte haben die Damen von der Kleidersammelstelle auch: „Bitte bringen Sie uns keine Sommersachen mehr, dafür haben wir leider keine Lagerkapazitäten, und Schuhe sollten sauber und in gutem Zustand sein.“ Und worüber freuen sie sich besonders? Darauf hat Krauch-Kompalik schnell eine Antwort: „Wenn mir jemand die Sachen zeigt, die er spenden möchte, und fragt: Was können Sie davon gebrauchen? Dann finde ich das großartig.“

Wer möchte mithelfen?

Wer Lust hat, sich dem Helferteam anzuschließen, schaut am besten persönlich dort vorbei. Gesucht werden Mitstreiter, sei es auch mit kleinem Zeitfenster, die sich langfristig einbringen können. Wie gesagt, montags bis freitags sind vormittags und mittwochnachmittags immer Helferinnen für eine erste Kontaktaufnahme anzutreffen.

DRK-Kleidersammelstelle, Am Bach 6 in Wachtberg-Pech, persönliche Abgabe von Spenden: mittwochs von 14 bis 17 Uhr. Ansonsten können Spenden jederzeit in dem dort aufgestellten Container und in Körben abgelegt werden.

Weiterhin dringend gesucht: Wohnraum aller Größen. Tel. (02 28) 18 40 69 14, E-Mail: fluechtlingshilfe@drk-wachtberg.de

Pressemitteilung

der Gemeinde Wachtberg

DRK-Kleidersammelstelle in Pech: Dorothea Krauch-Kompalik (Mitte) mit Helferinnen des insgesamt zehn Frauen starken Teams. Foto: privat

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