8. Wachtberger Kulturwochen
Wo man gerne länger sitzen bleibt
Mit diesem ’wARTEZIMMER wird keinem langweilig
Wachtberg-Adendorf. „Wir verschreiben Ihnen starke akkordhaltige Heilmittel“, kündigte Sängerin Annette Briechle zu Beginn des Abends an. Und die Medizin wirkte. Schon nach den ersten Takten machte sich eine entspannte Stimmung unter den rund 40 Gästen breit. Es wurde ein sehr schönes Konzert, das da im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen im Adendorfer Drehwerk 17/19 auf dem Programm stand.
Musik als Heilmittel
Die beiden Musiker, der Gitarrist Thomas Kreis und Rolf von Ameln am Klavier, bildeten zusammen mit Annette Briechle ein Trio, das es verstand, Musik so darzubieten, dass man gar nicht wieder aufstehen, sondern immerfort zuhören wollte. Wie passend war doch der Name der Drei mit ’wARTEZIMMER gewählt. Die Auswahl der Stücke trug ebenso zu der sich mehr und mehr ausbreitenden guten Laune bei. Mit Ohrwürmern, rein musikalisch, wie „Hello“ und „What a difference a day makes“ begann die musikalische Behandlung. Auf einen Stil festlegen lässt sich das Trio nicht. Jazz, Bossa-Nova, Samba, aber auch Rock, Pop und Chansons stehen im ’wARTEZIMMER auf der Liste. Dabei sei alles unplugged, direkt und erdig, beschreibt die Gruppe ihre Musik. Ein Hit nach dem anderen gab sich die ’wARTEZIMMER-Klinke in die Hand: „Fly me to the moon“, „Mister Bojangles“, „You’re the sunshine of my life“. Und auch „Summertime“ wurde von den Dreien auf ihre eigene Weise interpretiert, ebenso wie das „Girl from Ipanema“ und der französische Lied-Klassiker „Chanson d’amour“.
Musik in perfekter Harmonie
Kreis und von Ameln überzeugten mit ihrem fein aufeinander abgestimmten Spiel. Wer Thomas Kreis von seinen zahlreichen Auftritten beim Jazz im Köllenhof kennt, wurde überrascht, bewies der Gitarrist doch mit seinem sehr sensiblen und eher zurückgenommenen Spiel, dass er auch in diesem Genre ein Könner ist. Rolf von Ameln überzeugte in gleichem Maße mit einer ausgefeilten Begleitung am Klavier. Vor einem derart harmonisch aufeinander abgestimmten Musikhintergrund konnte Briechles Stimme voll zum Tragen kommen. Mal zart und leise, gehaucht und spritzig, mal voluminös und kräftig traf sie bei allen Stücken den richtigen Ausdruck. „Exactly like you“, der Titel des letzten Stücks hätte nicht besser gewählt werden können. Sichtlich genesen und bei bester Laune traten die Zuhörer nach zwei Stunden Musik-Behandlung den Heimweg an, und das ’wARTEZIMMMER schloss seine Instrumente zu. Nur eines blieb noch offen: „Wann ist das nächste Mal Sprech-, nein, Hörstunde?“
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