Förderverein KuKiWa
Zu Fuß durchs Ländchen in Sachen Kultur
Wachtberg. Am frühen Morgen war es noch trocken, als der Vorsitzende des Fördervereins KuKiWa Alfred Schneider und Wanderführer Hans-Jürgen Döring am Einkaufszentrum in Berkum mehr als 50 Teilnehmer begrüßen konnten, die der Einladung zu einer Kulturwanderung durch Wachtberg gefolgt waren. Die Idee dieser Wanderung: Wachtberger Kulturtreibende einem Publikum vorzustellen, das bereit ist, körperliche Betätigung mit der geistigen Auseinandersetzung mit Kultur zu verbinden.
Die Stationen
Erster Stopp war im Rathaus, wo Bürgermeisterin Renate Offergeld ein Grußwort an die Wanderer richtete und ihr Mitarbeiter Paul Fuchs als innovativer Grafiker, quasi nebenamtlich tätig, mit einer Ausstellung einer Auswahl seiner prägnanten Plakate und Flyer als wichtiger Partner für die Werbung für Wachtberger Kulturveranstaltungen vorgestellt wurde. Die Wachtbergerin Anke Kreuz begleitete die kleine Ausstellung mit wunderbaren Improvisationen auf der Querflöte; herzlicher Beifall für beide. Danach ging es hinauf auf den Wachtberg, wo am Ehrenmal mit Blick auf die Siebengebirgskulisse Marlies Schmitz mit launigen Worten die Verbindung von landschaftlichen Impulsen zur Kreativität vieler Wachtberger skizzierte, die vor allem in den von ihr organisierten Wachtberger Kulturwochen ihren Niederschlag finden. Gegen Mittag erreicht die Gruppe den Hof der Familie Kemp in Villip, die sich schon seit Jahren kulturellen Aktivitäten verpflichtet fühlt. Hier präsentierte die Fotografin Ellen Dornhaus mit einer kleinen Ausstellung ihre Auffassung von malerischer Fotografie, wonach der Jazzer Jürgen Dietz, von Hans-Jürgen Döring als Mr. Jazz von Wachtberg vorgestellt, Proben seines Könnens auf dem Saxofon gab. Hausherr Josef Kemp präsentierte seine Werkstatt mit wunderbaren gedrechselten Holzobjekten, bevor der Veranstalter KuKiWa zu einem Mittagsimbiss einlud. Bendikt Haentjes stellte am frühen Nachmittag die renovierte Orgel (Werksverzeichnis Nr. 67 der Manufaktur Klais) in der Villiper Pfarrkirche vor und berichtete über die Arbeit der von ihm seit 1988 geleiteten Musikschule Wachtberg.
Danach zeigten die Wanderer Charakter: Nach Verlassen der Kirche hinderte sie ein kräftiger Gewitterregen nicht, sich bis hinauf nach Holzem in die Sankt-Nepomuk-Kapelle zu kämpfen. Der Einsatz lohte sich: Hier, in der intimen Atmosphäre der von Anton Raaff gestifteten Barockkapelle, trug die Lyrikerin Ursula Contzen einige ihrer einfühlsamen Gedichte vor, musikalisch begleitet von der Oboistin Susann Scheibling. Man hätte das Fallen einer Stecknadel hören können bei diesem ergreifenden Ereignis.
Aber: Wachtbergs Kultur ist vielfältig. Zum Abschluss und quasi zu ihrem 20. Geburtstag präsentierten sich oben am Wachtberg die Berkumer Dorfmusikanten unter der Leitung von Werner Taller mit Polka-und Marschrhythmen. Ernst Picard als Vorsitzender des Wachtberger Wandervereins berichtete über die kulturellen Aspekte der Aktivitäten seines interessanten Vereins, der sich auch auf Heimatpflege und Denkmalschutz versteht. Damit war das offizielle Programm beendet. Aber ein Platzregen hielt die Gruppe unter dem Dach der Wanderhütte am Ehrenmal und einem improvisierten Zelt zusammen, einige tanzten zu den Klängen der Berkumer Dorfmuskanten Polka im Regen.
Das Resümee
Man hatte fast elf Kilometer durchs Ländchen zurückgelegt, elf Kulturschaffende kennengelernt , wurde durch Vorstandsmitglied Heiner Pilger und seiner Frau Marianne mit Kaffee, Mittagspicknick und zum Abschluss mit Sekt versorgt und der Verein KuKiWa hat etliche neue Mitglieder gewonnen. Und die Frage nach einer Fortsetzung dieser seit zehn Jahren bestehenden Wanderserie war nicht überhörbar.
Pressemitteilung der
Gemeinde Wachtberg
Lyrikerin Ursula Contzen (links) und Susann Scheibling in der Raaff-Kapelle in Holzem. Fotos: Privat
Im Interview: Jürgen Dietz (rechts) mit Hans-Jürgen Döring.
Kulturwanderer in ländlicher Idylle kurz vor Holzem.
