Allgemeine Berichte | 08.10.2013, 09:58 Uhr

„Lesungen im Köllenhof“

„Zwischen Blüten und Grannen“

Lyrikerin Ursula Contzen war zu Gast in Wachtberg

Gefühlvoll und bewegend las Ursula Contzen aus ihrem lyrischen Werk. privat
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Wachtberg-Ließem. Die Niederbachemer Lyrikerin Ursula Contzen, 1937 in Aschaffenburg geboren, hat die Gabe, mit Worten zu malen. Bei ihrem jüngsten Leseabend auf Einladung des Wachtberger Büchereiverbundes im voll besetzten Ließemer Köllenhof verzauberte sie ihr Publikum mit Versen aus ihrem neuen Gedichtband „Zwischengesang“.

So trug Contzen zum Beispiel ausgewählte Haiku vor, Kurzgedichte nach japanischer Art. Streng in der Form mit nur 17 Silben, deuten diese Zeilen eher an, inspirieren und lassen den Hörer die Idee der Dichterin weiterspinnen und ihr mit eigenen Vorstellungen nachspüren, wie in dem folgenden Haiku:

„Die Nachtgedanken,

Sternenstaub auf den Flügeln,

kehren sie zurück“.

Immer zweimal hintereinander gelesen, klangen die subtilen Kurzgedichte lange nach.

Das Leben lyrisch durchdringen

Mit Gedichten wie „Blüten und Grannen“ oder „Nach des Sommers Glut“ hingegen entwarf Ursula Contzen großartige Naturbilder, beschrieb mit wenigen Zeilen den Zauber des Sommers oder den aufkommenden Herbst. Ohnehin ist die Natur eines der großen Themen der Dichterin, die ihre Umgebung genau beobachtet und mit klaren Worten zu beschreiben weiß. So wie sie die Welt lyrisch durchdringt, scheint in dieser alles beseelt und miteinander verwoben. Zwischen Himmel und Erde scheint es keine Grenzen zu geben, alles ist verbunden im ewigen Fluss. Nicht von ungefähr fühlt sich die Lyrikerin dem Element Wasser seit ihrer Kindheit besonders verbunden, schon als Mädchen fühlte sie sich glücklich beim Schwimmen im Main oder heute als Betrachterin am Ufer eines Stroms wie dem Rhein.

„Alles hat seine Zeit“

Ursula Contzen nähert sich in ihrem Werk manchmal fast lakonisch, zuweilen witzig den Dingen des Lebens: der Liebe, dem Alter und der Vergänglichkeit. Sie findet ganz eigene Worte für diese Themen wie zum Beispiel im Gedicht „Januszeit“, das mit seiner sprachlichen Schönheit berührt. Mit zurückhaltender, aber dennoch eindringlicher Stimme gelang es Contzen, ihre Lyrik vorzutragen und die Zuhörer zu fesseln. Das Niederbachemer Blockflöten-Consort, dessen Mitbegründerin die Dichterin ist, begleitete den Abend musikalisch. Gemeinsam mit Contzen spielten Irmgard Keßler, Christa und Manfred Pusch sowie Marianne Schrader-Schumm und Ute Luhmer Renaissancemusik, die das dichterische Programm umrahmte.

Dieter Dresen, Leiter des Wachtberger Büchereiverbundes, dankte Ursula Contzen für den wunderbaren Lyrik-Abend, der die im Frühjahr begonnene Reihe „Lesungen im Köllenhof“ mit ortsnahen Autorinnen und Autoren fortsetzte. Begeisterter Applaus des Publikums ließ die Lesung ausklingen. Bei einem Glas Wein und Laugenstangen blieben die Gäste noch lange im Köllenhof, um sich mit der Dichterin über ihr Werk auszutauschen.

Gefühlvoll und bewegend las Ursula Contzen aus ihrem lyrischen Werk. Foto: privat

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