Allgemeine Berichte | 16.10.2015

Handwerkskammer Koblenz ehrt 239 Handwerkssenioren für Lebensleistung

175 Goldene, 48 Diamantene und 16 Eiserne Meisterbriefe überreicht

Herrenschneidermeister Peter Meyer (l.), Schuhmachermeister Helmut Goerz (v.r.) und Schmiedemeister Werner Schneider bestanden ihre Meisterprüfung 1965. Sie erhielten von HwK-Präsident Kurt Krautscheid im Rahmen der Altmeisterfeier ihre „Eisernen Meisterbriefe“. P!ELmedia

Koblenz. Sie hat bereits Tradition und ist eine besondere Form, die Lebensleistung von Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern zu würdigen: 239 Handwerkssenioren wurden auf der diesjährigen Altmeisterfeier bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz geehrt. Aus den Händen von HwK-Präsident Kurt Krautscheid bekamen 175 Altmeisterinnen und Altmeister ihren Goldenen, 48 den Diamantenen und 16 den Eisernen Meisterbrief. Sie haben ihre Meisterprüfung vor 50, 60 und 65 Jahren abgelegt und damit den Grundstein für ihren beruflichen Lebensweg gelegt.

Altmeister steht für Lebenserfahrung und handwerkliches Können

Kurt Krautscheid begrüßte die zu Ehrenden und ihre Begleiter auch im Namen von Hauptgeschäftsführer Alexander Baden und des Vorstands der HwK Koblenz. In seiner Laudatio würdigte er die Lebensleistung der Jubilare. „Altmeister sind nicht einfach nur alte Meister im Wortsinne, nein, der Begriff steht für Lebenserfahrung, für handwerkliches Können, für die Weitergabe von Wissen und Erfahrung.“ Dabei stellte der Kammerpräsident den persönlichen beruflichen Meisterweg in den politisch-gesellschaftlichen Kontext dieser Jahre. Er schaute kurz auf die Ereignisse zurück, die in dieser Zeit die Welt bewegten: „Unsere eisernen Altmeister haben kurz nach dem 2. Weltkrieg 1950 ihre Meisterprüfung abgelegt. Die junge Bundesrepublik war noch im Aufbau und weltpolitisch verschärfte sich der Konflikt zwischen Ost und West immer mehr. 1955, im diamantenen Meisterjahr, ging die Zeit der Besatzungsmächte zu Ende. Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges existierten nun zwei eigenständige Staaten auf deutschem Boden. Im goldenen Meisterjahr 1965 wurde Ludwig Erhard als Bundeskanzler wiedergewählt. Der Wohlstand der Deutschen stieg weiter. Deutschland befand sich vor allem wirtschaftlich gesehen in ruhigem Fahrwasser. Die Ereignisse des Zeitgeschehens haben unsere Gesellschaft und auch uns geprägt. Ein solch persönliches Ereignis war sicherlich die erfolgreiche Ablegung Ihres Meisterbriefes.“

Handwerksmeister zu sein ist nachhaltig

Kurt Krautscheid betonte, dass der Erwerb des Meistertitels für die meisten Handwerker einen wichtigen persönlichen Meilenstein darstellt. „Er hat den Beginn eines erfolgreichen Berufslebens markiert und war und ist nachhaltig.“ Der Präsident der HwK Koblenz zollte den Altmeisterinnen und Altmeistern höchste Anerkennung. „Sie haben maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands beigetragen, über viele Jahre Lehrlinge zu tüchtigen Gesellen ausgebildet und zahlreiche Gesellen an die Meisterprüfung herangeführt. Die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen an die nächste Generation ist eine jahrhundertealte Tradition im Handwerk. Diese Bande haben dafür gesorgt, dass das Handwerk die Strömungen und Veränderungen im Laufe der Zeit gemeistert hat.“

Ohne Handwerk geht es nicht

Krautscheid ging kurz auf die demografische Entwicklung und den daraus resultierenden Nachwuchsmangel ein. „Viele junge Leute wollen außerdem studieren und wenden sich den Hochschulen und Fachhochschulen, statt einer Ausbildung zu. In einigen Bereichen des Handwerks ist oder wird es schwer freie Ausbildungsstellen zu besetzten. Diese Herausforderung muss das Handwerk, um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland weiter zu sichern, annehmen. Wir werden ein leistungs- und zukunftsfähiges Handwerk aber nur erhalten können, wenn wir uns zwar auf die traditionellen Werte des Handwerks besinnen, diese jedoch in die Moderne übertragen. Klar ist jedenfalls, ohne das Handwerk, die „Wirtschaftsmacht von nebenan“, würde unsere Wirtschaft kaum funktionieren. Das Handwerk wird diese Herausforderung ohne Wenn und Aber annehmen. Wir sind uns sicher, dass wir im Handwerk gemeinsam auch diese Hürde nehmen und die Zukunft erfolgreich meistern werden.“

In diesem Jahr fand die Ehrung der Jubilare aufgrund der Anmeldezahlen erneut an zwei Folgetagen statt. Musikalisch umrahmt wurde die Altmeisterfeier vom Handwerker-Chor Birkenfeld sowie Sängerin Maryna Bense, moderiert durch Stefanie Schmitz und Josef Gans, beide Mitarbeiter der HwK.

Unter anderem wurden folgende Handwerksmeister mit dem „Eisernen Meisterbrief“ geehrt: Fleischer Karl Becker aus Mülheim-Kärlich, Kraftfahrzeugelektriker Albert Dörp aus Bad Neuenahr, Schuhmacher Helmut Goerz aus Neuwied, Friseurin Wilma Hutter aus Neuwied und Schmied Werner Schneider aus Neuwied.

Pressemitteilung HwK Koblenz

Festliche Stimmung herrschte bei der Altmeisterfeier der Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Zentrum für Ernährung und Gesundheit (ZEG).

Festliche Stimmung herrschte bei der Altmeisterfeier der Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Zentrum für Ernährung und Gesundheit (ZEG).

Herrenschneidermeister Peter Meyer (l.), Schuhmachermeister Helmut Goerz (v.r.) und Schmiedemeister Werner Schneider bestanden ihre Meisterprüfung 1965. Sie erhielten von HwK-Präsident Kurt Krautscheid im Rahmen der Altmeisterfeier ihre „Eisernen Meisterbriefe“. Fotos: P!ELmedia

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