Saisonrückblick Rheinlandliga, Spielzeit 2013/14
Christian Wiersch holte sich Torjägerkrone
SG Mülheim-Kärlich erzielt mit Platz vier ihr bestes Saisonergebnis seit 1970 - Heimstärke beeindruckte
Mülheim-Kärlich. Die Saison ist vorbei. Für die meisten Teams ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. So auch in der Rheinlandliga, wo mit der SG Mülheim-Kärlich auch aus der Region ein Team sehr erfolgreich auftrumpfte. Mit Platz vier hatte rund um den Schulsportplatz in Mülheim wohl kaum einer gerechnet. Dabei war zu Saisonbeginn nicht abzusehen, dass es so erfolgreich laufen könnte, denn es dauerte immerhin bis zum sechsten Spieltag, ehe die Mannen um Trainer Patrick Wagner-Galda ihren ersten Dreier einfuhren. Doch danach kletterte das Team in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben.
Ein entscheidender Faktor für das erfolgreiche Abschneiden war vor allem die Offensive. Allen voran Christian Wiersch, der sich mit 24 Treffern die Torjägerkanone der Rheinlandliga sicherte. Dazu kam auch, dass sich die SG vor allem vor eigenem Publikum erheblich gegenüber dem Vorjahr steigern konnte. Mit 34 Punkten lag die SG am Schluss auf Rang drei in der Heimtabelle und erzielte damit das beste Ergebnis seit dem Aufstieg im Jahr 2009. Treffsicherer als die SG 2000 war übrigens nur Meister Wirges, der somit am Ende verdient den Titel in den Westerwald holte und nach nur einer Saison wieder in die Oberliga Südwest zurückkehrte. Auch im Westerwald hatte man mit einer sofortigen Rückkehr in die Eliteliga des Fußballverbandes Südwest nicht gerechnet. „Im oberen Tabellendrittel“ sah sich der damalige Trainer Michael Flug zu Saisonbeginn. Und auch der Start verlief sehr holprig. So dauerte es bis zum siebten Spieltag, ehe im heimischen Theodor-Heuss-Stadion der erste Sieg eingefahren wurde.
Als Mitte Oktober Weltmeister Jürgen Kohler das Trainerzepter übernahm, ging es stetig bergauf. Am Ende stand der deutliche Titelgewinn der Blau-Weißen mit insgesamt sechs Punkten Vorsprung und die Erkenntnis, das Wirges in dieser Saison in allen Punkten an der Spitze war. Bester Sturm, beste Abwehr, bestes Heim- und natürlich auch bestes Auswärtsteam. Mit dieser beeindruckenden Bilanz ließen die Blau-Weißen die weiteren Top-Favoriten aus Karbach und Koblenz im sicheren Abstand hinter sich.
Beeindruckend war auch die Rückkehr des FV Engers. 2012 hatte sich das fußballerische Aushängeschild aus dem Neuwieder Becken aus der Rheinlandliga verabschiedet. Keiner hatte den ehemaligen Oberligisten auf der Rechnung. Doch mit einer beeindruckenden Bilanz schaffte Spielertrainer Sascha Watzlawik 2013 die sofortige Rückkehr ins Oberhaus des Fußballverbandes Rheinland. Und hier setzten die Grün-Weißen ihre kleine Erfolgsgeschichte fort. Mit Platz neun stand das „Nachwuchsteam“ am Schluss sogar auf einem einstelligen Tabellenplatz und war somit bester Aufsteiger der Saison.
Da hatten die beiden Mitaufsteiger ganz andere Sorgen. Während sich die SG Mendig/Bell immerhin am letzten Spieltag dank eines Mayener Sieges in Emmelshausen noch retten konnte, stand die Bezirksligarückkehr der SG Lüxem/Wittlich schon länger fest. Am Ende waren es dort 13 Punkte zum rettenden Ufer. Ebenfalls tief abgerutscht ist die SG Bad Breisig. Im Vorjahr noch Siebter in der Abschlusstabelle, mussten die Kombinierten bis zum letzten Spieltag zittern, bis der Ligaverbleib gefeiert werden konnte.
Insgesamt fielen in der Saison 1028 Treffer. Die meisten davon übrigens bei Spielen der SG Mendig/Bell. Die Fans des Aufsteigers sahen immerhin 159 Tore. Leider konnten hierbei allerdings 96 Mal die gegnerischen Fans feiern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die SG Mendig beim Meister in Wirges die meisten Gegentore bei einer Niederlage der Liga einstecken musste. 9:2 siegte der Meister gegen den Aufsteiger. Dies war auch gleichzeitig die Begegnung mit den meisten Treffern. Immerhin fielen am Wasserturm, beim Mendiger Besuch, dann nochmals zehn Tore. Hier trennten sich die Gastgeber von der SG 5:5, was natürlich auch das torreichste Remis der Spielzeit blieb.
Den höchsten Saisonsieg insgesamt feierte Eintracht Trier. Im Stadtderby gegen den FSV Trier-Tarforst setzte die Regionalliga-Reservemit 8:0 ein klares Zeichen in Sachen Vorherrschaft in der alten Römerstadt. Überhaupt war die Eintracht in dieser Spielzeit das Team der Extreme. In Mülheim gab es mit 0:7 die dritthöchste Liganiederlage. Dafür aber in Emmelshausen mit 6:0 den höchsten Auswärtssieg in der Rheinlandliga.
Der TuS Mayen ist die Mannschaft, die den größten Unterschied zwischen den Platzierungen der Hin- und Rückrunde aufweist. Nach Platz 15 in der ersten Hälfte belegten die Eifeler den fünften in der zweiten Hälfte. In die andere Richtung bewegte sich die SG Badem. Platz sechs stand nach der ersten Saisonhälfte auf dem Papier. In Runde zwei sprang gerade einmal Rang 15 heraus.
