Niklas Schwenzer will eine feste Größe in der 2. Liga werden
„Das Handballspielen war schon immer mehr als nur ein Hobby“
Im Interview mit „Blick aktuell“ spricht der gebürtige Urmitzer über den Karrieresprung und seine sportlichen Ziele
Urmitz. Beim SV Urmitz hat Niklas Schwenzer das Handballspielen gelernt, inzwischen spielt er in der 2. Bundesliga für die TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Im Interview mit „Blick aktuell“ spricht er über seinen Karrieresprung, seine Ziele und seine Familie, die ihn bei der Umsetzung seiner sportlichen Ziele immer unterstützte.
Herr Schwenzer, wie sind Sie zum Handballsport gekommen?
Niklas Schwenzer: Durch meine Familie. Meine Mutter sowie ihr Vater als auch ihr Bruder haben Handball gespielt. Beim SV Urmitz habe ich dann unter der Trainingsleitung meines Opas angefangen.
Sie sind im Jahr 2008 von Mülheim über einen kurzen Abstecher in Gummersbach nach Friesenheim gewechselt. Wie kam der Entschluss zustande, diesen Schritt auf der Karriereleiter zu gehen?
Niklas Schwenzer: Das Handballspielen war schon immer mehr als nur ein Hobby, es war eher eine Leidenschaft. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, wenn es um Handball ging, und als sich die Chance ergab, nach Gummersbach beziehungsweise nach Friesenheim aufs Internat zu gehen, wollten mir meine Eltern nichts verwehren, auch wenn die Internate weit weg sind und man sich deswegen weniger sehen würde. Mein Traum war es, in der Bundesliga zu spielen und mit dem sehr guten Nachwuchskonzept der TSG Friesenheim wusste ich, dass sich dieser Traum erfüllen könnte.
In Friesenheim waren Sie einer der ersten TSG-Internatsschüler. Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Und wie bewerten Sie generell das Nachwuchskonzept in Friesenheim?
Niklas Schwenzer: Die Zeit im Internat war sehr schön, aber auch lehrreich. Ich habe mich auf Anhieb mit meiner Gastfamilie Reber-Keller, aber auch mit meinen neuen Teamkollegen verstanden. Natürlich war es auch etwas hart und anstrengend, denn die Schule mit dem vielen Training zu verbinden und nebenbei noch den Haushalt (bis auf das Essen) zu regeln, forderten viel Disziplin. Dennoch habe ich alles gut hinbekommen und der Spaß mit Freunden kam auch nie zu kurz. Mein Abitur habe ich natürlich auch gemacht. Das Nachwuchskonzept in Friesenheim ist sehr gut. Mit Martin Röhrig hat die TSG Friesenheim nicht nur einen sehr guten Jugendkoordinator, sondern auch einen wirklich sehr kompetenten Trainer, dem viele Spieler eine tolle handballerische Ausbildung zu verdanken haben, wie auch ich. Das Jugendkonzept ist human und nicht übertrieben, keiner wird zu etwas gezwungen. Das Training ist anstrengend, aber es macht sehr viel Spaß und der Erfolg der Friesenheimer Jugendmannschaften bestätigt dies. Außerdem ist die Einbindung der Jugendspieler in die erste und zweite Herrenmannschaft sehr gut.
Sie haben beim TV Hochdorf in der 3. Liga ein Zweitspielrecht. Wie funktioniert die Doppelbelastung und wie kommen Sie damit zurecht?
Niklas Schwenzer: Ich trainiere bei beiden Mannschaften jeden Tag unter der Woche. Bei zeitlicher Überschneidung des Trainings sprechen sich die Trainer Benny Matschke und Thomas König ab, in welcher Mannschaft ich dann trainieren soll. Die Doppelbelastung empfinde ich nicht als schlimm, ich komme damit gut zurecht und sehe es eher als eine Chance mich weiterzuentwickeln. Das Training ist körperlich sehr anstrengend aber auch die taktischen Einheiten mit Video-Vorbereitung auf den kommenden Gegner kommen nicht zu kurz.
Was bedeutet es für Sie, den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft zu haben?
Niklas Schwenzer: Der Sprung in die 2. Bundesliga bedeutet mir sehr viel! Ich will weiter an mir arbeiten und versuchen, eine feste Größe in dieser Liga zu werden und dann sehen wir weiter, was sich noch so ergibt.
Mit Philipp Grimm haben Sie auf Ihrer Position in Friesenheim einen der besten Torschützen der 2. Liga vor sich. Wie schwierig ist für Sie die Situation, dadurch auf geringere Einsatzzeiten zu kommen?
Niklas Schwenzer: Es ist keine einfache Situation, aber ich muss damit klarkommen. Das Doppelspielrecht ist daher optimal für mich, dadurch habe ich sehr viel Spielpraxis und kann mich in der 3. Liga, die ein sehr hohes Niveau hat, beweisen. Philipp Grimm ist weniger ein Konkurrent, er ist eher ein Kumpel, von dem ich viel lernen kann. Auch wenn ich wenig Spielzeit bekomme, nutze ich jede Chance, die ich von Trainer Thomas König in der 2. Liga bekomme.
Ihr Bruder Philipp spielt beim TV Mülheim und hat dort im ersten A-Jugend-Jahr den Sprung in die Oberliga-Mannschaft geschafft. Was trauen Sie ihm zu und liegt das Handball-Talent in Ihrer Familie in den Genen?
Niklas Schwenzer: Mein kleiner Bruder hat sehr viel Talent, er war ja selbst schon auf dem Internat in Friesenheim und hat bewiesen, was er drauf hat. Er hat ein sehr gutes handballerisches Spielverständnis, einen sehr guten Körper für sein Alter, fängt die Bälle sehr gut am Kreis und hat ein gutes Auge.
Er wird bestimmt noch höher spielen und sich durchsetzen. Das Handballspielen liegt bei uns anscheinend in den Genen; meine Mutter, mein Patenonkel Jörg und mein Opa Franz haben ebenfalls gespielt und waren sehr erfolgreich.
2010 wurden Sie mit der Friesenheimer A-Jugend Deutscher A-Jugend-Meister. Was sind Ihre persönlichen Ziele für die weitere Karriere und was haben Sie sich für die nahe Zukunft vorgenommen?
Niklas Schwenzer: Meine Ziele für die nahe Zukunft sind der Klassenerhalt des TV Hochdorf in der 3. Liga und das Erreichen des oberen Mittelfelds mit der TSG Friesenheim. Für die weitere Karriere möchte ich gerne lange gesund bleiben, um so lang wie möglich Handball spielen zu können. Was sonst noch alles passieren wird, werden wir dann sehen, ich werde auf jeden Fall Gas geben.
In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2011 sagen Sie, dass Sie gerne einmal die Schlagzeile „Niklas Schwenzer schafft mit Friesenheim den Sprung in die Bundesliga“ lesen würden. Für wie realistisch halten Sie diese?
Niklas Schwenzer: Wir haben in der nächsten Saison bei der TSG eine sehr gute und junge Mannschaft. Das Konzept bei Friesenheim stimmt, und wenn wir verletzungsfrei bleiben, haben wir vielleicht eine gute Chance in den kommenden Jahren mal wieder aufzusteigen.
Wo sehen Sie ihre handballerischen Stärken und woran wollen Sie künftig noch arbeiten?
Niklas Schwenzer: Mein Wurf ist sehr variabel, ich habe ein gutes Auge und mein Konterspiel beziehungsweise meine Schnelligkeit sind meine Stärken.
An meinem Körper muss ich weiter arbeiten und bin da auch dran. Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und muss noch ein paar Kilos an Muskelmasse zulegen, da die Bundesliga körperlich sehr stark ist.
