Demografischer Wandel: „Unser Kreis ist sicherlich zukunftsfähig“
Landrat Dr. Alexander Saftig verlieh Preise des Wettbewerbs „Gute Ideen für ein gemeinsames statt einsames Leben“
Kollig. Der Seniorenhilfeverein Pellenz, die Ökumenische Arbeitsloseninitiative Vallendar und die Leitplanung Leben in Brey - die „AG Altern“ sind die Hauptpreisträger des Wettbewerbs „Gute Ideen für ein gemeinsames statt einsames Leben im Landkreis Mayen-Koblenz“. Nach der Ausschreibung im August hatten sich 25 Initiativen beworben; Landrat Dr. Alexander Saftig zeichnete die Sieger und alle anderen Teilnehmer in einer Feierstunde in der Hochkreuzhalle im beschaulichen Maifeld-Örtchen Kollig aus. Es gab insgesamt drei Kategorien: „Wir helfen uns gegenseitig im Alltag“, „Wir verstehen uns generationsübergreifend gut“ und „Wir treffen uns“. Für den ersten Platz in jeder der drei Kategorien gab es jeweils 1000 Euro, Rang zwei wurde jeweils mit 300 Euro, Rang drei noch mit jeweils 200 Euro belohnt.
„Es ist nicht beunruhigend, dass wir älter werden. Entscheidend ist, dass keiner einsam zurückbleibt. Alle Ideen hier sind beispielhaft, und die Jury hat es geschafft, eine gewisse Hierarchie hineinzubringen“, erklärte Dr. Saftig in seiner Laudatio. Überall sei von aussterbenden Dörfern, von sinkenden Einwohnerzahlen sowie von einer steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen die Rede. Ob es tatsächlich so kommen werde, wisse er nicht: „Ich kann nur sagen, dass sich für mich kein Schreckensszenario auftut, ganz im Gegenteil. Schon 2013 und 2014 haben wir die Demografie-Lügen gestraft“, verdeutlichte der Landrat. „Unser Kreis ist sicherlich zukunftsfähig.“
Neun Teilnehmer hatten sich für das Handlungsfeld „Wir helfen uns gegenseitig im Alltag“ beworben. Erster Preisträger war der Seniorenhilfeverein Pellenz, seine Initiative ist eine Nachbarschaftshilfe, die auch über die Ortsgemeindegrenzen hinausgegangen ist und mit einem breiten Netzwerk in der Verbandsgemeinde Pellenz agiert. Der Verein ist eine Selbsthilfeorganisation, die nach dem Genossenschaftsprinzip der gegenseitigen Hilfe arbeitet. Es geht um kleine Hilfen in Haushalt oder Garten, um Besuchs- und Begleitdienste bei Besorgungen und Arztterminen, Hilfen beim Lesen, Schreiben, Post bearbeiten oder einfach um gemeinsame Zeit, die mit Gesprächen, Spielen oder Spaziergängen verbracht wird.
Den ersten Platz beim Wettbewerb „Wir verstehen uns generationsübergreifend gut“ (fünf Teilnehmer) belegte die Ökumenische Arbeitsloseninitiative Vallendar. Erfahrene Senioren begleiten Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten. Ältere fördern die Jüngeren, entlasten dabei vielleicht überforderte Familien. Was ganz wichtig ist: Sie verhelfen ihnen zu kleinen Lernerfolgen und begegnen ihnen mit Wertschätzung. Solche Patenschaften bestehen schon mehr als zwei Jahrzehnte und sind für jeden Menschen ein Gewinn.
Beim Wettbewerb „Wir helfen uns“ (elf Teilnehmer) ging der erste Platz an die Leitplanung Leben in Brey - die „AG Altern“. Die AG Altern hat mit einer Bestandsanalyse für ihren Heimatort angefangen. Danach wurde eine Fragebogenaktion gestartet, aus der auch eine Altersstrukturanalyse hervorging. Hilfestellungen im Alter oder generationsübergreifende Aktivitäten stehen genauso im Fokus wie die gesellschaftliche Teilhabe durch zahlreiche Treffpunktangebote, angefangen von geselligen Mittagessen, geführten Wanderungen oder Spielenachmittagen.
In der Kategorie „Wir helfen uns gegenseitig im Alter“ verteilte (von links) Landrat Dr. Alexander Saftig die Preise an Heinz Renz (Seniorenhilfeverein Pellenz, Platz eins), an Christine Giesecke (Ehrenamtsbörse Vallendar, Platz drei) und an Fred Eikmeier („Im Alter zu Hause“ Bendorf, Platz zwei). Foto: SK
1000 Euro, 300 Euro und 200 Euro gab es in der Kategorie „Wir treffen uns“ für (von links) Monika Hetzel (Seniorentreff Urmitz-Bahnhof, Platz zwei), Anna-Maria Thum (Leitplanung Leben in Brey - die „AG Altern“, Platz eins) und Norbert Steinmetz aus Niederfell (Verein plus/minus 60 aktiv, Platz drei) von Landrat Dr. Alexander Saftig.
Als „Leuchtturmprojekt“ wurde der Bürgerverein Oberfell (in der Mitte der Vorsitzende Gottfried Thelen, rechts Ortsbürgermeister René Henric) von Landrat Dr. Alexander Saftig mit einer Urkunde bedacht.
Gruppenbild mit Damen (von links): Landrat Dr. Alexander Saftig zeichnete in der Kategorie „Wir verstehen uns generationsübergreifend gut“ Gisela Ledwig-Gabriel (Ökumenische Arbeitsloseninitiative Vallendar, Platz eins), Volker Schroeter (Altenzentrum St. Johannes Mayen), Sarah Sondermann (Streetwork Mayen), Christoph Michels (Lebenshilfe Mayen), Stefan Jung (Altenzentrum St. Johannes Mayen, als Kooperation auf Platz zwei) und Wilfried Hellen (Bauerngarten Bermel, Platz drei) aus.
