Allgemeine Berichte | 19.10.2015

Großübung in der Gemeinde Urmitz

Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand

Simulierter schwerer Unfall stellte Löschzüge, Polizeiinspektion und Co. vor eine anspruchsvolle Aufgabe

Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand

Urmitz. Es war einiges los in der sonst so ruhigen Gemeinde Urmitz. Mit einer sehr großen Beteiligung und einer akribischen Vorbereitung wurde an der Kreuzung zum KANN Beton Werk ein schwerer Unfall simuliert. Insgesamt sechs verunfallte Fahrzeuge mit insgesamt 14 verletzten Personen wurden auf 200 Metern verteilt präpariert. Fünf Fahrzeuge sind aus ungeklärter Ursache direkt an der Einfahrt zum KANN Beton Werk verunglückt und stark miteinander verkeilt, hierin befanden sich insgesamt zehn eingeklemmte Personen. Ein weiteres Fahrzeug lag über Kopf in einer daneben befindlichen Steillage, hier eingeschlossen befanden sich eine Erwachsene sowie zwei Kinder. Rund 100 Meter vor der Einsatzstelle aus Richtung Urmitz/Bahnhof kommend geriet ein weiterer Pkw mit Anhänger ins Schlingern. Der Anhänger war mit zweimal 1.000 Liter Behältern beladen, aus denen nun eine unbekannte chemische Flüssigkeit floss. Der Fahrer verließ die Unfallstelle in Richtung Betriebsgelände der Firma KANN Beton.

Dann kam der simulierte Alarm bei der Leitstelle an und keine fünf Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte an der Unfallstelle ein. Die ersten Einsatzkräfte beschafften sich einen Überblick über die Unfallstelle sowie die Anzahl der verletzen Personen und forderten umgehend Verstärkung an. Nach und nach füllte sich die Straße mit allerlei Einsatzkräften unterschiedlicher Organisationen. Unter anderem beteiligten sich an der Großübung die umliegenden Löschzüge aus Weißenthurm, Mülheim-Kärlich und Bassenheim. Für den verunglückten Pkw mit Chemikalienverlust wurde der Umweltzug aus Weißenthurm hinzugezogen. Dieser Umweltzug ist eine spezielle Einheit der Feuerwehr, die Fahrzeuge sind mit einem kleinen Chemielabor ausgestattet und bieten somit die Möglichkeit, unbekannte Chemikalien direkt vor Ort zu identifizieren.

Hubschrauber und Hundestaffel

Des Weiteren beteiligte sich die Polizeiinspektion Andernach, welche nach ihrem Eintreffen damit konfrontiert wurde, dass die Person aus dem Pkw mit Anhänger flüchtig ist. Diese forderte daraufhin umgehend den Polizeihubschrauber „Sperber“ vom Standort Winningen an. Dieser ist mit einer thermografischen Kamera ausgestattet und sollte neben der fotografischen Dokumentation aus der Luft die Personensuche unterstützen. Am Boden wurde die Personensuche von der Hundestaffel Mantrailer e.V. aus Andernach vollzogen. Zwei Suchhunde durchsuchten das Werksgelände nach der flüchtigen Person.

Bei der hohen Anzahl an Verletzten musste natürlich auch viel Unterstützung vom Deutschen Roten Kreuz her. Diese wurde durch die Schnell-Einsatz-Gruppen aus den Ortsverbänden Weißenthurm, Andernach und Mülheim-Kärlich sowie dem Organisatorischen Leiter und Leitenden Notarzt aus dem Landkreis Mayen-Koblenz gestemmt.

Für Außenstehende sahen die Rettungsmaßnahmen teils wild t aus, doch hinter die Kulissen geschaut war festzustellen, dass alle knapp 150 Einsatzkräfte eine klare Aufgabe verfolgten. Diese Aufgaben und die Bereitstellung aller Rettungsfahrzeuge wurden von dem Einsatzleitwagen ELW1 koordiniert. Hierin befanden sich dauerhaft zwei Einsatzkräfte, welche sich um die Einteilung der insgesamt 35 Rettungswagen sowie die Versorgungsplätze der verletzten Personen kümmerten. Ebenso waren diese in ständiger Verbindung mit allen Einsatzleitern der anderen Organisationen verbunden, um auf neue Gegebenheiten direkt reagieren zu können.

Die Rettung, Versorgung und der Abtransport aller verletzten Personen liefen routiniert ab, nach gut anderthalb Stunden waren alle Verletzten in einer klar definierten Reihenfolge entsprechend ihres Verletzungsgrades mit den Krankenwagen abtransportiert worden und die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle begannen. Zum Abschluss der Übung gab es eine umfangreiche Besprechung in der speziell abgestellte Übungsbeobachter jeder Einsatzkraft ihr Resümee abgaben, um eventuelle Fehler zu besprechen und entsprechende Lösungen zu präsentieren.

Die Unfallstelle: Fünf Autos waren ineinander verkeilt und stark beschädigt, alle Insassen waren eingeklemmt und nicht in der Lage sich eigenständig aus den Fahrzeugen zu befreien.

Die gut geschützten Einsatzkräfte des Umweltzuges begutachten den Anhänger, aus dem eine unbekannte chemische Flüssigkeit ausläuft.

Der Rettungshund der Hundestaffel Mantrailer e.V. aus Andernach bekommt einen Duft vorgehalten, welchen die Rettungskräfte aus dem Pkw des flüchtigen Fahrers entnommen haben.

Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand
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