MGV Cäcilia 1847 Mülheim e.V.
Feierliches Adventskonzert
Mülheim-Kärlich. Der MGV „Cäcilia 1847“ beendete sein Vereinsjahr mit seinem alljährlichen Adventskonzert in der Rheinland-Halle in Mülheim-Kärlich. Dieses Konzert stellt für die Sänger immer wieder den musikalischen Höhepunkt eines jeden Jahres und das Ergebnis monatelanger Vorbereitung dar. Auch wenn der Chor in seinen 166 Vereinsjahren bereits viele Konzerte und Auftritte absolvierte, so kam diesem Konzert doch eine besondere Bedeutung zu: Nach dem Abschiedskonzert für den zwischenzeitlich zum Ehrenchorleiter des MGV Cäcilia ernannten Chordirektor Werner Lohner im vergangenen Jahr feierte der neue Chorleiter, Herr Dekanatskantor Volker Kaufung, sein Konzertdebüt mit dem Traditionschor.
Ein Jahr des Kennenlernens des jeweils anderen liegt hinter den Sängern und dem Chorleiter – ein Jahr, in dem sich die Sänger nach vierzig Jahren in den bewährten Händen von Herrn Chordirektor Lohner immer wieder aufs Neue flexibel zeigten und bereit waren, Gewohnheiten abzulegen und sich voll auf die professionelle und zielorientierte Arbeit des neuen Chorleiters einzustellen.
Diese Vertrauensinvestition beider Seiten zahlte sich aus, wie auch viele der Konzertbesucher resümierten.
Bei der Übernahme des Chores war es das Ziel des neuen Chorleiters, Bewährtes zu erhalten und zugleich neue Komponenten in den Konzertablauf zu integrieren. Gerade die Förderung junger musikalischer Talente liegt Volker Kaufung sehr am Herzen.
So hatten, neben dem Engagement eines renommierten Künstlers, erstmals auch junge angehende Profimusiker die Möglichkeit, sich im Rahmen des MGV-Konzertes zu beweisen.
Und dieses neue Konzept sollte aufgehen: Das junge Bläserensemble des in Montabaur ansässigen Musikgymnasiums des Landes Rheinland-Pfalz hatte das Publikum schnell in seinen Bann gezogen und mit musikalischem Können und jugendlicher Leichtigkeit überzeugen können. Die jeweils zwei Trompeter und Posaunisten präsentierten im Konzertverlauf unter anderem eine Bankelsänger Sonate und zudem das „Canozon a 4“ von Giovanni Gabrieli.
Die Nachwuchsmusiker sorgten mit ihren Darbietungen immer wieder für erfrischende Abwechslung im Konzertgeschehen.
Eröffnet wurde das Konzert durch die Sänger des MGV, die getreu dem Konzertmotto den „Abendfrieden“ sowie den „Nachtgesang im Walde“ und den „Gondelfahrer“ von Franz Schubert zu Gehör brachten. Begleitet wurde der Chor von dem Pianisten Andras Orban am Flügel, der im Anschluss ein beeindruckendes solistisches Klavierspiel von Franz Schubert (Impromtu in Es-Dur) darbot.
Besonders freuten sich Publikum und Chor, dass der bereits für das vergangene Jahr engagierte aber seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen ausgefallene Bassist Daniel Louis Williams den solistischen Teil des Konzertes besetzte und hier durch sein besonders ruhiges Bass-Timbre beeindruckte. Im ersten Programmteil trug der basso profundo, der bereits an vielen großen europäischen Opernhäusern gastierte, die „Winterreise“ von Franz Schubert vor, welche vor allem beim fachkundigen Publikum seine Liebhaber fand. Spätestens aber im zweiten Programmteil erreichte der aus den USA stammende Williams alle Konzertbesucher mit einer beeindruckenden Interpretation von „He’s got the whole world in his hands“ und „White Christmas“.
Neben der Förderung junger Talente und der Nachwuchsgewinnung hat der neue Chorleiter des MGV bei Übernahme der musikalischen Verantwortung besonders die rein gesangliche Arbeit in den Vordergrund gestellt.
Der so genannte a-capalla-Gesang, der Gesang ohne instrumentale Begleitung, offenbart das gesangliche Können eines Chores auf ganz besondere Weise: So fordert diese Art des Vortrages den Sängern viel Feingefühl in Bezug auf die Harmonie, den Stimmausgleich und den musikalischen Ausdruck ab. Das Ergebnis gerade dieses Teils der chorischen Arbeit präsentierten die Männer des MGV Cäcilia mit „Schöne Nacht“ von Q. Rische, „Weit geh’n die Gedanken“ von R. Kühn und nicht zuletzt dem bekannten „La Montanara“ nach dem Originalsatz von Luigi Pigarelli.
Im Anschluss an den adventlich geprägten zweiten Konzertteil - bei dem nicht nur alle Musiker sich im Zusammenspiel bewiesen, sondern auch das Publikum aktiv eingebunden wurde – dankte der erste Vorsitzende allen Akteuren, die zum Gelingen des Konzertes beigetragen haben. Besonderer Dank galt der Stadt Mülheim-Kärlich, ohne deren Engagement als Mitveranstalter ein Konzert dieser Größenordnung und diesen musikalischen Niveaus nicht möglich wäre.
