MGV „Eintracht“ 1874 Weißenthurm e. V. feierte sein 140-jähriges Jubiläum
Gelungenes Fest vor großem Publikum
Weißenthurm. Ein voll besetzter Saal im Katholischen Vereinshaus war für Vorstand und Sänger der Lohn für die Mühe und Arbeit, die sie sich bei der Vorbereitung dieses Festes gemacht hatten. Der in den Vereinsfarben blau und gelb festlich dekorierte Saal und mit Blumen geschmückte Tische lieferten dazu das passende Ambiente. Für die geschmackvolle Gestaltung zeichneten Sabine Pickel und Gabi Klodewig verantwortlich. Sie waren auch für die Kuchentheke zuständig.
Der Tag begann um 9 Uhr 30 mit der Niederlegung eines Blumengestecks durch den Vorstand und einige Sänger in der Friedhofskapelle auf dem alten Friedhof zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Vereins. Um 10 Uhr feierten alle dann in der Katholischen Pfarrkirche eine heilige Messe, die der Chor sängerisch mitgestaltete. Inhaltlich war die Messe - zum Anlass passend - von Pastor Johannes Steffens voll auf die Belange des MGV „Eintracht“ abgestimmt. Nach der Messe fanden sich die Mitglieder und deren Angehörige zu einem kleinen Sektempfang im katholischen Vereinshaus ein. Als alle Gäste ihre Plätze gefunden hatten, begrüßte Vorsitzender Leo Pickel die erschienenen Ehrengäste, Ehrenmitglieder, Sänger und deren Angehörige.
Auch zahlreiche Witwen verstorbener Sänger waren der Einladung gefolgt. Er erläuterte ausführlich, weshalb diese Form der Festveranstaltung einvernehmlich so festgelegt wurde und betonte, dass die 150-Jahrfeier im Jahre 2024 sicherlich anders gestaltet würde. Leo Pickel bat die Gäste, sich von den Plätzen zu erheben und der vor allem in diesem Jahr verstorbenen Mitglieder Hans-Peter Rosanowski, Johannes Breuch, Heinrich Schmidt, Helmut Nuppeney und Walter Pörling sowie des ehemaligen Chorleiters Uwe Hürland zu gedenken.
Er verwies auf die kleine, auf den Plätzen ausgelegte Festschrift, deren Gestaltung noch von Heinrich Schmidt in Angriff genommen worden war, aber aufgrund seines plötzlichen Todes nicht mehr von ihm abgeschlossen werden konnte. Das übernahm dann kurzfristig Ehrenvorstandsmitglied Helmut Schmiel, der die Seiten mit einigen interessanten Informationen und Fotos aus alten Zeiten füllte. Leo Pickel bedankte sich bei der fleißigen Bedienungsmannschaft vom Funkenkorps „Blau-Gold“, die eine ausgezeichnete Arbeit verrichtete. Die Bedienung funktionierte einwandfrei und war gut organisiert.
Der Vorsitzende dankte auch in besonderer Weise den Sponsoren, Inserenten und Spendern für ihre reichlichen Zuwendungen und übergab das Wort an Stephan Rosenzweig, der durch das Programm führte. Dann war es Zeit für das schmackhafte und reichliche Mittagsbuffet, das ebenfalls keine Wünsche offen ließ. Alle Gäste waren voll des Lobes. Dem einen oder anderen fehlte nur der Kaffee direkt nach dem Essen. Der kam erst später, als das Kuchenbuffet eröffnet war.
Zwischendurch ergriff Ehrengast Bürgermeister Gerd Heim das Wort und gratulierte dem Verein im Namen von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft. Er bedankte sich für das Jahrzehnte lange Engagement des MGV „Eintracht“ für die Allgemeinheit und ließ es sich nicht nehmen, einen Umschlag mit „Noten“ an den Vorsitzenden zu überreichen. Als Ehrengäste waren ebenfalls der Hausherr, Pfarrer Johannes Steffens und - als Vertreter des Weißenthurmer Vereinsrings - Hans Otto mit Gattin erschienen, die sich ebenfalls sehr wohlfühlten. Schließlich kam nun auch der musikalische Aspekt - die eigentliche Hauptsache dieser Feier - zu seinem Recht. Der fast vollständig angetretene Chor trug unter seinem Dirigenten Markus Schlaf zur Freude der Anwesenden zunächst vier Lieder vor.
Der Gesang wurde unterbrochen, weil zahlreiche Ehrungen anstanden, die vom 1. Vorsitzenden Leo Pickel und vom Ehrenvorsitzenden Manfred Hennrichs vorgenommen wurden. Die Laudatio hielt Ehrenvorstandsmitglied Helmut Schmiel. Er führte - in Anspielung auf das zuletzt vorgetragene Lied "Rendezvous" - aus, dass heute der Tag sei für fünf aktive Sänger und ein weibliches Mitglied des Vereins, weil sie sich in besonderer und vielfältiger Weise um den MGV verdient gemacht hatten. Alle sechs Mitglieder sollten zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Den fünf zu ehrenden Sänger war allen etwas gemeinsam: Sie waren in den Jahren 1955 und 1956 in den Verein eingetreten und diesem bis heute - auch und vor allem als aktive Sänger - treu geblieben. Jeder von ihnen hatte aber auch seinen individuellen Hintergrund für die Ehrung. Zum Ehrenmitglied ernannt wurden: Hans Böckling, Friedel Diether, Willi Moog, Günter Temme und Hans Temme.
Zum ersten Mal in seiner langjährigen Geschichte verlieh der Verein auch eine Ehrenmitgliedschaft an ein weibliches Mitglied, und zwar an Jakobine (Bine) Schmidt, die Witwe des kürzlich verstorbenen Ehrenmitgliedes und 2. Vorsitzenden Heinrich Schmidt. Sie hat in ihrer 58-jährigen gemeinsamen Ehe ihren Mann in allen Belangen, die der Verstorbene in fast 60-jähriger Vorstandstätigkeit erbracht hat, unterstützt und ihm den Rücken gestärkt. Sie selbst hat aber auch viel für den Verein getan, was weit über das Normalmaß hinausging. Im Übrigen war der MGV „Eintracht“ in der Vergangenheit immer sehr zurückhaltend mit der Ernennung von Ehrenmitgliedern. Wer bei der „Eintracht“ Ehrenmitglied werden wollte, musste sich das auch verdienen. Bei ca. 1.200 Mitgliedern, die der Verein seit seiner Gründung vor 140 Jahren zu verzeichnen hatte, schafften das gerade mal 88, von denen bis dato 17 noch leben. Die sechs neuen Ehrenmitglieder kommen nun hinzu.
Bis vor circa 50 Jahren war es im MGV nicht üblich, dass eine Frau Mitglied wurde. Am 1. März 1973 entschloss sich Anna Kerwer als erste Frau, einen Antrag für eine inaktive Mitgliedschaft zu stellen.
Der wurde prompt angenommen. Ihr folgten bis heute 66 Frauen, von denen aktuell noch 31 inaktive Mitglieder sind. Der Ehrungen war damit aber nicht genug. Heinrich Schmidt, dem das zu Lebzeiten leider nicht mehr vergönnt war, wurde aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste posthum zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Eine letzte Ehrung sollte noch folgen. Ehrenmitglied Hans Baulig, der eigens aus seiner neuen bayerischen Heimat angereist war, wurde für 65-jährige Mitgliedschaft mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.
Inzwischen waren die befreundeten Sänger vom MGV „Eintracht“ Trimbs, die ebenfalls unter der Chorleitung des Dirigenten Markus Schlaf stehen, eingetroffen, und so konnte der sängerische Teil des Programms fortgesetzt werden. Die Sänger aus Trimbs trugen in zwei Auftritten gekonnt einige Lieder aus ihrem reichhaltigen Repertoire vor. Unser Tenorsolist Oliver Reinhard brachte zur Freude der Zuhörer ebenfalls zwei Lieder zu Gehör.
Nach dem gemeinsamen Nachmittagskaffee - die Kuchentheke war reichlich bestückt und stark frequentiert - traten beide Chöre nacheinander nochmals auf, und der Tag klang aus gegen 19 Uhr nach vielen guten Gesprächen und angenehmer Unterhaltung.
Viele Ehrungen galt es für verdiente Mitglieder auszusprechen.
Zum ersten Mal in seiner langjährigen Geschichte verlieh der Verein auch eine Ehrenmitgliedschaft an ein weibliches Mitglied, und zwar an Jakobine (Bine) Schmidt.
