Semester-Eröffnungs-Veranstaltung
Geschichten in Mundart vom „Lusthäuschen“ bis zur „Gees ohne Zutt“
Mülheim-Kärlich. Georg Hollmann, Bürgermeister der VG Weißenthurm freute sich über volles Haus in der alten Kapelle. Die Semester-Eröffnungs-Veranstaltung zu Beginn des Herbstsemesters der Volkshochschule der VG-Weißenthurm stand an. Dazu hatten sich zahlreiche Besucher angemeldet, unter ihnen auch Thomas Przybylla, Erster Beigeordneter der VG Weißenthurm und auch Peter Schmorleiz, Ehrenpräsident RKK. Und bei Liedern von Reinhard Mey und auch Freddy Quinn, zusammen mit Geschichten in Mundart gab es einen kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Abend.
Einblicke in die Welt der Muttersprache
Hermann Doetsch und Hans Wohlgemuth brachten bereits im 13. Jahr einen bunten Mix im schönen gemeinsamen Wechsel mit passender Musik Einblicke in die Welt der Muttersprache aus der Region. Wohlgemuth begann den Abend mit dem Lied „Ich denk es war ein gutes Jahr“, welches auch gleich das Publikum zum Mitsingen animierte. Überhaupt konnte man feststellen, wie sehr sich die Gäste nicht nur in den Liedtexten gut auskannten, sondern auch das eine oder andere Wort im Dialekt noch gut drauf hatten. „Die Mundart ist die Sprache des Herzens und Mundart ist auch ein Stück Heimat“, so Doetsch in seiner Begrüßung.
Er gab auch gleich Auskunft über die Sprachen in der Region und welche Gegend hierbei umrissen wird. Und schon ging es los mit interessanten Worten, bei denen so mancher Jugendliche heute bestimmt nicht mehr zu einem Verstehen kommt. Doetsch erzählte, welche Sprachen er selbst beherrscht und dies sind gleich vier an der Zahl: Kärlicher- und Thurer Platt, rheinisches Hochdeutsch und über andere Leut`. Und so lustig zog es sich durch die Geschichten den ganzen Abend.
Sprachenreise durch die Verwandtschaft
Und „uff Platt“ ging es dann auch munter weiter mit dem Ehepaar Hans und Hedwig Herdes, wobei sich Hans Herdes auf eine Sprachenreise durch die Verwandtschaft machte. Dabei machte er aber auch auf eine Überschwemmung der Muttersprache durch englische Wörter aufmerksam. Er erläuterte in seiner „Reise“ dabei Begriffe, die mit der Zeit verschwunden sind, sich verändert haben oder sich sogar in der Mundart länger gehalten haben. Er startete mit dem Onkel, der eigentlich aus Frankreich stammt. Doch der Onkel kam eigentlich von den Römern, Avunculus - der Bruder der Mutter. Oder auch im Deutschen gab es das Wort „Oheim“ für den Onkel. Ja man musste an diesem Mundart-Abend schon ganz genau hinhören und manchmal verlor man auch schnell den Überblick.
Der moselländische Garten
Besonders turbulent wurde es dann mit Hans und Hedwig Herdes, als diese sich in ihren moselländischen Garten begaben. Sammelten sie hier „eine Mann voll Kartoffeln“, so konnte man gerade noch folgen, doch es wurde manchmal richtig undurchdringlich. Denn die Vielfalt war einfach überwältigend gut und viel zu lernen gab es dabei noch oben drauf. Denn wer weiß noch, was im Garten „Schissmehl“, eine „Gees ohne Zutt“ oder ein „Lusthäuschen“ zu suchen haben und was mit den Pflanzen geschieht, wenn es „fusselt oder kisselt“. Diese Gastredner konnten sich wahrlich hören lassen. Weitere amüsante Anekdoten füllten die Veranstaltung bestens und so konnte man zum Abschluss in das neue Herbstsemester der VHS ziehen.
(v.l.) Hermann Doetsch und Hans Wohlgemuth brachten zum 13. Mal die Geschichten in Mundart, zur Eröffnung des Herbstsemesters der VHS-Weißenthurm, gepaart mit jeder Menge Musik von Reinhard Mey und Freddy Quinn.
