Das Kinderparlament der Kita St. Elisabeth in St. Sebastian entscheidet mit
„Kinder haben eine Stimme“
Jung und Alt ziehen zur Umgestaltung des Außengeländes an einem Strang
St. Sebastian. Seit circa einem Jahr gibt es in der Kita St. Elisabeth in St. Sebastian ein Kinderparlament, bestehend aus jeweils drei gewählten VertreterInnen aus den drei Regelgruppen und freiwilligen interessierten Kindern aus dem Nestbereich. Die Kinder lernen von klein auf Demokratie zu leben, mit Mehrheitsbeschlüssen umzugehen und Kompromisse im Sinne der Allgemeinheit umzusetzen.
„Kinder haben in der Kita eine Stimme.“ Mit „kleinen“ Entscheidungen im Alltag (z.B. Laternenbasteln, Flurgestaltung oder Spielzeugtag) haben sich die Kinder schon erprobt. Jetzt stand eine große Entscheidung und viel Mut für die Kinder auf der Tagesordnung: Bürgermeisterin Martina Ehrlich, Architekt Jörg Jösch und die Mitglieder von Förderverein und Elternausschuss wurden zusammengerufen, um zu sehen, was die Kinder der Kita St. Elisabeth in St. Sebastian sich in mehreren Kinderkonferenzen für fantasievolle und realistische Gedanken zur Gestaltung ihres Außengeländes gemacht haben. Engagiert stellten die Abgeordneten der einzelnen Gruppen ihre Ideen anhand des Lageplans vom Gelände dar. „Wir möchten der Bürgermeisterin, den Eltern und dem Architekten sagen, was wir uns für unser Außengelände wünschen. Wir möchten eine Straße mit Schildern, Zebrastreifen und einer Ampel, wo wir mit den Bobbycars und Rädchen fahren und Straßenverkehr spielen können.“ „Eine Schaukel und eine Rutsche mit Kurven und Wellen, das wäre toll.“ „Wir hätten gerne einen Bauwagen und ein kleines Häuschendorf“. „Besonders wichtig finden wir einen eingezäunten Fußballplatz mit Zuschauerbänken, damit wir die Kleinen nicht immer umschießen“. „Frühstücksecken für ein Picknick im Freien wären super“. „Wir wünschen uns einen überdachten Sandkasten mit viel Platz zum Buddeln und Bauen und einen Matschtisch mit Wasser zum Matschen“. „Etwas zum Klettern, um oben runter zu gucken, ist auch klasse.“
„Für ein Baumhaus brauchen wir einen Baum - geht leider nicht (weil wir keinen Baum haben).“ „Auf einer großen Tafel könnten wir tolle Sachen malen“. „Balken zum Balancieren und eine wackelige Fläche zum Wippen mit mehreren Kindern“. Die Eltern staunten nicht schlecht und Michaela Esser, Susanne Martiny und Claudia Schoor waren ziemlich stolz auf ihre Kinder-Abgeordneten. Denn nicht nur die Ideen waren ganz realistisch und auch umsetzbar, auch die Fähigkeit der Kinder mit dem gezeichneten Architektenlageplan umzugehen, waren hervorragend. Sie benutzten den Plan ähnlich einer Schatzkarte und stellten im Vorfeld schon fest, dass manche Sachen mehr und manche weniger Platz brauchen. Somit setzten sie fest, wo welches Spielgerät später vielleicht einmal stehen könnte.
Ganz mutig traten sie dem Kreis der Erwachsenen entgegen und ernteten großen Applaus für ihre perfekte Präsentation. Im Anschluss ging es mit der Ideenfindung der Erwachsenen weiter. Schließlich waren die Kinder ziemlich überzeugend und die zuständigen Gremien machten sich Gedanken über mögliche Mitfinanzierungsprojekte. Ortsbürgermeisterin Martina Ehrlich hat bereits mit ihrem Rat 95.000 Euro im diesjährigen Haushalt zur Gestaltung des Außengeländes veranschlagt, jedoch wurde schnell anhand der Schilderungen durch Jörg Jösch deutlich, dass diese Summe lediglich Grundsanierungen abdeckt. Man rechnet mit einer Gesamtsumme von circa 170.000 Euro, bis das Gelände wieder einem Spielplatz ähnelt, der Kinderaugen zum Leuchten bringen kann.
Unter diesem Motto erwirtschaftet der Förderverein „Die Dreckspatzen e.V.“ bereits seit vielen Jahren finanzielle Unterstützungen für die Kita und erklärte sich sofort bereit, in verschiedener Art und Weise beim Außengelände tätig zu werden.So werden beim nächsten Frühjahrsbasar Spendendosen aufgestellt, wo Geld gesammelt wird, das sofort für das Spielgelände festgelegt wird. Gemeinsam mit dem Elternausschuss entstand die Idee einer Straßen- und Haussammlung, die zu gegebener Zeit entsprechend bekannt gegeben werden wird.
Steuerlich geltende Spendenquittungen für Spender größerer Summen sind selbstverständlich über den Förderverein möglich und Spenden werden gerne entgegengenommen. Firmen, die eventuell ganze Spielgeräte sponsern möchten, dürfen dies gerne in Absprache tun und können natürlich ihre Spenden mit einem „Spendervermerk“ kennzeichnen. Eltern boten außer den finanziellen Maßnahmen auch Körperkraft an, um in Eigenleistungen Kosten zu drücken und für die Kinder etwas zu schaffen. Frau Schoor kann rückblickend sagen, dass sie selten so viel gleich gesinnte Aktivität in ihrer Kita erlebt hat.
Die Kinderkonferenz hat in den harten und bereits lange andauernden Umbauzeiten des Gebäudes ganz viel neuen Elan geweckt.
Der nächste Schritt wird eine gemeinsame Sitzung des Elternausschusses und des Fördervereins sein, wo die gefundenen Ideen konkretisiert werden sollen und vielleicht ein gemeinsamer Fahrplan für die Sanierung des Außengeländes von August 2014 bis Sommer 2015 entsteht. Für Fragen und Anregungen können sich Interessierte gerne an die Ortsgemeindeverwaltung oder direkt an die Kita wenden.
