Sommerfütterung für Vögel
KlimaFit informiert: Vogelfütterung im Sommer – sinnvoll helfen, aber richtig
aus St. Sebastian
Viele Familien freuen sich, wenn es im Garten oder auf dem Balkon zwitschert und flattert. Während die Vogelfütterung im Winter für viele selbstverständlich ist, sorgt sie im Sommer oft für Unsicherheit. Ist sie überhaupt notwendig – oder kann sie den Tieren sogar schaden?
In der Vergangenheit fanden Vögel in der warmen Jahreszeit ausreichend Nahrung in der Natur. Besonders wichtig sind dabei Insekten, die für viele Arten, und vor allem für ihre Jungtiere, eine unverzichtbare Eiweißquelle darstellen. Doch genau hier liegt das Problem: In den vergangenen Jahrzehnten sind die Insektenbestände laut Studien regional um bis zu 75 Prozent zurückgegangen. Für viele Vogelarten bedeutet das: Ein ganz wichtiger Teil ihrer natürlichen Nahrung fehlt.
Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor ist der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, durch den viele nützliche Insekten verschwinden. Gleichzeitig werden immer mehr Flächen bebaut und versiegelt, sodass wertvolle Lebensräume verloren gehen. Auch in unseren Gärten fehlt es zunehmend an blühenden Pflanzen, und auch blühende Ackerränder sind nur noch selten zu finden. Dadurch wird das Nahrungsangebot für Insekten immer knapper.
Welches Futter sollte man im Frühjahr/Sommer anbieten?
Vor diesem Hintergrund kann eine maßvolle Sommerfütterung sinnvoll sein, das richtige Futter ist aber entscheidend. Besonders Jungvögel sind empfindlich: Sie werden in den ersten Wochen fast ausschließlich mit frischen proteinreichen Insekten gefüttert. Typisches Winterfutter wie Erdnuss-Bruch, Sonnenblumenkerne oder Meisenknödel ist daher ungeeignet. Jungvögel können daran ersticken, zudem ist fettreiches Futter für sie schwer zu verdauen. Von April bis Juli sollte daher auf Fettfutter verzichtet werden. Statt dessen besser kleine, fettarme Sämereien (Waldvogelfutter, Hirse) und frisches oder aufgetautes (kein getrocknetes) Insektenfutter (z.B. Mehlwürmer, Insektenmix) anbieten. Dies kommt der natürlich Nahrung am nächsten
Worauf muss ich im Frühjahr/Sommer besonders achten beim Füttern?
Hygiene beim Füttern und an den Wasserstellen ist ganzjährig enorm wichtig. Durch verschmutztes Wasser und Futter können Krankheiten übertragen werden. Daher Futterbehälter regelmäßig reinigen und kein altes Futter verfüttern. Auch auf saubere Wasserstellen zum Trinken und Baden achten. Hierzu Wasserschalen täglich reinigen, neu befüllen und mit einem Stein oder Ästchen als Ausstiegshilft und Landeplatz für Insekten bestücken.
Der wichtigste Beitrag für unsere Vögel
Aber noch wichtiger als jede Fütterung ist die Gestaltung eines naturnahen Gartens. Wer heimische Pflanzen wachsen lässt, auf chemische Mittel verzichtet und vielleicht auch einmal eine Ecke etwas wilder belässt, schafft wertvollen Lebensraum für Insekten – und damit gleichzeitig für Vögel. Eine flache Wasserstelle hilft zusätzlich, besonders an heißen Tagen. Für Kinder bietet sich hier eine schöne Gelegenheit, Natur direkt vor der Haustür zu entdecken und zu erleben.
Pressemitteilung KlimaFit VG Weißenthurm
