Allgemeine Berichte | 06.11.2015

Mandolinenclub 1920 Mülheim-Kärlich e.V.

"Mier schwätzen jähr Platt"

Ein außergewöhnlicher Abend!

Die Mundartgruppe „Brennessel“ aus Mülheim sorgte für beste Unterhaltung. Günther Mallmann

Mülheim-Kärlich. "Mier schwätzen jähr Platt", das sagt die Mundartgruppe „Brennessel“ aus Mülheim nicht nur so, sondern singt es auch mit Begeisterung. Nun erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Mandolinenclub ein bemerkenswerter Auftritt im mit rund 90 Personen voll besetzten Saal der Mülheimer „Alten Kapelle“, der die Besucher restlos begeisterte. Mal rockig, fetzig, mal sanft und einfühlsam, mal derb und frech, mal nachdenklich aber immer mit einem hintergründigen Humor wussten die drei Musiker Hans Baulig, Herbert Anheier (mit ihren Gitarren) und der Drummer Jonas Becker die Zuhörer bestens zu unterhalten. Müllemer Platt kann so schön und unheimlich aussagefähig sein. Dieser Meinung waren zum Schluss des Konzertes alle.

Mülheimer Heimatgeschichte(n)

Mit ihren selbst komponierten Liedern boten die Musiker einen Querschnitt durch das Dorf- und Stadtleben von Mülheim-Kärlich. So wurden alte Bräuche musikalisch wiedererweckt, typische Redewendungen: "Ber bess denn dau?", "Trääd datt da daar?" und Schimpfwörter: "Dreidrohd on Tränedäer" in Noten gepackt. Ebenso tauchten Mülheimer Originale: Lindemann und Schrupps Liesel und die Verkehrsverhältnisse in der alten Kabellejass: "Raschauer in de Kabellejass" in den Liedern auf. Sie sangen von Heimatverbundenheit, alten Zeiten: "Wenn de Uba vezehlt", Wetter: "Müllem em Rähn" und Liebesglück auf der Boddelwiss. Aber sie stellen auch fest, dass die Zeiten sich geändert haben und Mülheim-Kärlich mittlerweile eine weltoffene, multikulturelle Stadt geworden ist, die sich auch um die Integration der ausländischen Mitbürger bemüht. Das alles in lupenreinem „Müllemer Platt“ mit einer Vielfalt von Ausdrücken, die man leider nur noch selten hört und die man überhaupt nicht oder nur schwer ins Hochdeutsche übersetzen kann. Alles in allem war die Darbietung ein sehr originell vorgetragenes Stück Mülheimer Heimatgeschichte, das man gerne vor einem größeren Publikum wiederholen sollte.

„Musselfränkisch“ ist in!

Was begeistert die Mülheimer Musik-Mundartgruppe am „Musselfränkisch“? So wird der Dialekt hier in der Gegend genannt, in der Eifel und die Mosel entlang, der sich bis ins luxemburgische hineinzieht.

Sie könnten sich fragen: Ist Mundart überhaupt noch „in“? Oft hört man: ,,Kinder müssen in Hochdeutsch erzogen werden, Mundart ist etwas für das einfache Volk“ und dazu will natürlich niemand gehören, also sprechen wir lieber Hochdeutsch. Doch das Hochdeutsch ist schließlich auch nichts anderes als eine Sammlung verschiedener Dialekte, zur Vereinheitlichung und Einführung einer Amts-, bzw. Standard- und Schriftsprache. Und was macht nun die Mundart aus? Die Gruppe Brennessel findet, es gibt kaum etwas stärkeres, worüber man seine Heimatverbundenheit erfahren und erleben kann. Hans Baulig findet: "In meiner Mundart kann ich vor allem emotionale Angelegenheiten oft viel besser ausdrücken.

Zum Beispiel wird das Wort Liebe nie direkt verwendet, sondern umschrieben: ,Esch hann desch jähr. Esch hann desch leef. Esch maach desch'. Dialekt ist variantenreicher und im Dialekt kann man vieles kurz und klar benennen."

Erhalt der „Moddersprooch“

Viele weiteren Beispiele gibt es im Buch von Winfried Henrichs: "Mülheim-Kärlicher Mundart. Warum sollen wir das aufgeben?" In diesem Sinn war das Konzert ein hervorragender Beitrag zum Erhalt der „Moddersprooch“.

Die Mundartgruppe „Brennessel“ aus Mülheim sorgte für beste Unterhaltung. Foto: Günther Mallmann

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
Dauerauftrag 2026
Jörg Schweiss
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Leiter/in (w/m/d)
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness
Empfohlene Artikel
Diese prächtige Aussicht bietet sich Besucher des Olivenhains. Foto: ROB
42

Oliven neigen dazu, die Gemüter zu spalten. Irgendwie gibt es kein Zwischending zwischen „Lecker“ und „Bah“. Die Steinfrüchte werden entweder geschätzt oder mit Missgunst gestraft. Dabei wird die Olive an manchen Stellen möglicherweise unterschätzt. Denn die Qualitäten liegen auf der Hand: Sie pimpt jede noch so schnöde Pizza außerordentlich, schmeckt zum Aperetif und ist irgendwie etwas zum Wohlfühlen: fettig, vollmundig, kräftig.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der weltweit führende Spezialist für digitale Holz- und Kunststofflösungen im Fensterbau wird Teil von Forterro, einem der führenden europäischen Softwareanbieter für den industriellen Mittelstand.  Foto: privat
16

-Anzeige-Weltmarktführer aus Ahrweiler festigt Standort und rüstet sich für die nächste Ära

Klaes startet weiter durch

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Softwarehaus Klaes schlägt ein neues, zukunftsweisendes Kapitel seiner über 40-jährigen Firmengeschichte auf. Der weltweit führende Spezialist für digitale Holz- und Kunststofflösungen im Fensterbau wird Teil von Forterro, einem der führenden europäischen Softwareanbieter für den industriellen Mittelstand.

Weiterlesen

Am Ende des Tages waren sich alle einig: Dieser Ausflug war ein voller Erfolg.  Foto:Kita / Michaela Schaefer
9

Spannende Einblicke in die Technik militärischer Ausrüstung:

Kita-Kinder zu Besuch bei der Bundeswehr

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auf eine spannende Entdeckungsreise begaben sich kürzlich die Vorschulkinder der Kita Sausewind aus Ramersbach bei ihrem Besuch in der Wehrtechnischen Studiensammlung der Bundeswehr in Koblenz. Mit großen Augen und viel Neugier erkundeten die Kinder die umfangreiche Ausstellung, die einen Einblick in Technik und Geschichte militärischer Ausrüstung bietet.

Weiterlesen

11

Bürgerdialog in Ahrweiler lädt zur offenen Diskussion ein

Digitaler Euro im Fokus

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Was bedeutet der digitale Euro für unseren Alltag? Welche Chancen bietet er – und welche Risiken gilt es zu beachten? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung, zu der die CDU Frauenunion Grafschaft gemeinsam mit der Kreissparkasse Ahrweiler herzlich einlädt.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Imageanzeige
Image Anzeige
Holz Loth-Entsorgung
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige KW 15
Dauerauftrag 2026
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sachbearbeiter (m/w/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf
Sonderseite Geschäftsführungswechsel