Gelungener Weichenwechsel in Weißenthurm
Ohrenbetäubende Schläge- Das war gestern!
Weißenthurm. „Es wurde mit den Jahren immer schlimmer, mein Haus erzitterte Tag und Nacht, an Sonn- und Feiertagen bei jedem Zug, der über die alten Weichen vor meinem Haus fuhr. Der Krach und die Erschütterungen waren unerträglich. Meine Frau und ich wachten über Jahre mehrmals in der Nacht auf und fühlten uns am nächsten Morgen wie zerschlagen - wie wir heute wissen, mit verheerenden Folgen für unsere Gesundheit“, so Hermann Winter, der seit über 70 Jahren in Weißenthurm an der Bahn lebt. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Im November 2014 tauschte die Bahn zwei alte Weichen im Bereich der südlichen Bahnhofstraße in Weißenthurm gegen moderne Weichen aus - Weichen, wie sie bisher nur auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken der ICE-Züge Verwendung finden. Das Besondere: Die bei alten Weichensystemen mit starren Mittelstücken (sogenannte „Herzstücke“), deren ständige Lücke zum Fahrgleis von den Rädern der Zügen übersprungen werden mussten (daher die lauten Schläge und massiven Erschütterungen), wurden durch moderne Weichen ersetzt. Die mit einem Stellmotor mobilen Herzstücke schmiegen sich ohne Lücke an das jeweilige Fahrgleis an. Jürgen Konz, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Rheinland-Pfalz und das Saarland hierzu: „Das berechtigte Interesse der Gesellschaft nach Mobilität und das gleichermaßen berechtigte Interesse der Bahnanwohner nach einem umweltfreundlichen Leben an und mit der Bahn zu gewährleisten, motivierte uns zu diesem Engagement.“ Der für den Bereich zuständige Verantwortliche der DB-Netz AG Bernd Rositzka fügte an: „Wir haben einen Versuch zum Wohle der Bahnanwohner gestartet und ich bin froh, dass das Ergebnis so positiv ist.“ „Positiv ist das Ergebnis in der Tat“, so Rolf Papen, 1. Vorsitzender der Weißenthurmer Bürgerinitiative gegen Bahnlärm, und er stellt fest, dass auf mehrere hundert Meter im Umkreis der Weichen, bis in den Bereich jenseits der Hauptstraße, die Menschen erleichtert aufatmen. „Fast jeden Tag erhalte ich positive Rückmeldungen in Bezug auf die deutlich entspannte Situation im Wohnbereich im Weichenumfeld. Positiv und dankbar reagieren die Menschen auf den Weichenwechsel mit Worten wie: „Seit Jahren können wir wieder durchschlafen - allen, die dafür gesorgt haben, danken wir sehr herzlich - uns wurde ein Stück Lebensqualität zurückgegeben.“ Rolf Papen weiter: „Nun kommt es darauf an, gleiche Weichen auch im nördlichen Teil von Weißenthurm zu realisieren, damit die dort lebenden Menschen ebenfalls von den lauten Stößen und massiven Erschütterungen befreit werden.“ Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, sowie Stadtbürgermeister Gerd Heim stellten bei einer gemeinsamen Ortsbegehung mit Vertretern der Bahn und der Bürgerinitiative fest, dass alle Beteiligten gemeinsam bereits viel erreicht hätten, aber noch immer Lärmwerte der Züge in Wohngebieten von über 100 Dezibel viel zu hoch seien, weiterhin Gefahrguttransporte, die mit über 100 Stundenkilometern Tag und Nacht unmittelbar an den Häusern vorbeiführen, eine große Gefahr darstellten und insgesamt leider noch längst nicht alle Möglichkeiten zum Schutz der Bevölkerung vor der Gesundheitsgefährdung durch Bahnlärm, Erschütterungen und Staubentwicklung gemäß heutiger Möglichkeiten, ausgeschöpft seien. „Darüber hinaus macht mir der Zustand einiger Bahnbrücken in der Verbandsgemeinde Sorgen und zwingt zu raschem Handeln“, so Hollmann und weiter: „An der konsequenten und verzugslosen Verbesserung der derzeitigen Situation müssen wir alle, Bürger, Bürgervertreter, Bürgerinitiative und Bahn gemeinsam arbeiten. So, wie es derzeit ist, kann es nicht bleiben.“ Dass es Wege hin zu einer positiven Entwicklung gibt, zeigt das Beispiel des gelungenen Weichenwechsels in Weißenthurm - so die Überzeugung vieler Bürgerinnen und Bürger.
Pressemitteilung
Bürgerinitiative
„WIR gegen Bahnlärm
in der VG Weißenthurm e.V.“
