Ehrenamtspreis der Stadt Mülheim-Kärlich
Reinhard Fey - „Jemand, mit dem man Pferde stehlen kann“
Der vielseitig engagierte 70-Jährige war sichtlich überrascht über die Auszeichnung
Mülheim-Kärlich. Egal ob Karnevalsprinz, Möhnenpaar oder Ehrenamtspreisträger: In den letzten Jahren ist so nahezu jeder zunächst noch geheim gehaltene Name schon irgendwann vor der eigentlichen Bekanntgabe öffentlich gewesen. Eine erfreuliche Ausnahme war hier der Name desjenigen Mitbürgers, der den diesjährigen Ehrenamtspreis der Stadt Mülheim-Kärlich erhalten sollte. Einige wenige politische Entscheidungsträger waren zwar eingeweiht, hielten jedoch erfreulicherweise ihre Informationen zurück. Insofern war es für fast alle Teilnehmer des Festaktes im Vereinshaus ein großes Geheimnis, wem denn nun der Stadtbürgermeister die entsprechende Urkunde und Ehrennadel aushändigt.
Musikalisch eröffnet wurde der Abend durch die Stadtmusikanten des Musikvereins Frei-weg Mülheim. Mit dem Spielmannszug wurde 1955 der Grundstein des Traditionsvereins gelegt, der auch für den zweiten Programmpunkt des Abends verantwortlich war: Der Fanfarenzug, der im Jahre 1996 neu gegründet wurde, zog unter der Leitung von Reinhard Fey ein. Nach ihrer Darbietung durften die „Oldies“ (wie sie sich selbst nennen) jedoch nicht die Bühne verlassen. „Ich brauche Euch als Unterstützung im Rücken, nicht zuletzt, weil Ihr ein solch tolles Bild abgebt“, so Stadtbürgermeister Uli Klöckner, der zunächst die Bedeutung des Ehrenamtes betonte und anschließend zu seiner Laudatio auf den neuen Preisträger kam.
Der Stadt-Chef habe seine erste Bekanntschaft mit dem zu Ehrenden auf dem Fußballplatz gemacht. Damals sei dieser Torwart des SSV Mülheim gewesen. Dass es sich hierbei um Reinhard Fey handelt, ahnten zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigstens im Saal, weil dieser vor allem durch sein musikalisches Engagement sehr bekannt ist. Doch die von Stadtbürgermeister Uli Klöckner vorgetragene Beschreibung wurde immer konkreter, sodass spätestens bei der Beschreibung, „Er ist ein Tausendsassa, ein Pfundskerl, einfach ein Mann, mit dem man Pferde stehlen kann“, dem Letzten im Saal klar wurde, dass der diesjährige Ehrenamtspreis an „Mäx“ Reinhard Fey geht.
Ein bewegter Preisträger
Dieser war selbst vollkommen überrascht und sichtbar bewegt, als auch noch seine Frau, seine Tochter, sein Sohn, die Schwiegertochter und der Schwiegersohn sowie das Enkelkind im Saal erschienen. Der 70-Jährige hat wie kaum ein anderer Mitbürger das Vereinsleben von Mülheim-Kärlich in den letzten Jahrzehnten geprägt. Er gilt als Mitinitiator und langjähriger Organisator (15 Jahre) des örtlichen Weihnachtsmarktes. Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen vom Frei-weg ist er auch jedes Jahr für das Kröbbelchesfest verantwortlich. Hierbei kommt dem gelernten Maurer und langjährigen selbstständigen Dachdecker sein handwerkliches Können zugute. Doch nicht nur das „Organisieren“ liegt ihm besonders, sondern auch das Musizieren. Neben dem schon erwähnten Fanfarenzug ist er auch erster Trompeter in der Big Band Frei-weg. Darüber hinaus spielt er auch Schlagzeug.
Die Nachwuchsarbeit liegt dem 70-Jährigen besonders am Herzen. Seit vielen Jahren gibt er sein musikalisches Wissen daher an junge Musikerinnen und Musiker weiter. Als „Vereinsmeier“ ist Reinhard Fey natürlich auch gesellig und lustig. Letzteres zeigte er (trotz aller Aufgeregtheit über die Ehrung, mit der er nicht gerechnet hatte) auch beim Festakt im Vereinshaus: Er rief ein lautes „Aua“ in dem Moment, als Stadtbürgermeister Uli Klöckner ihm die Ehrennadel ans Revers seines Jacketts steckte.
