Freiwillige Feuerwehr Stadt Weißenthurm
Rettungskräfte simulieren Großeinsatz bei Dosenhersteller
Weißenthurm. Einsatzübung auf einem Werkgelände in Weißenthurm: Die Leitstelle in Koblenz alarmierte mit der Durchsage „ausgelöste Brandmeldeanlage“ die Feuerwehr der Stadt Weißenthurm sowie die Wehrleitung der Verbandsgemeinde (VG). Bereits auf Anfahrt konnte Einsatzleiter Michael Breitbach (stellvertretender Wehrführer) eine starke Rauchentwicklung aus dem Hallenkomplex bei der Firma Ardagh Group an die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) melden. Nach der ersten Lageerkundung steht fest, dass bei Dacharbeiten heißes Bitumen aus einem Fass umgekippt und durch die Oberlichter ins Innere der „Halle Claudia“ getropft war. Anwesende Werksmitarbeiter sprechen von sieben vermissten Firmenangehörigen. Während die beiden ersten Löschfahrzeuge eintreffen und mit mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz die Vermisstensuche und Brandbekämpfung beginnen, fordert Michael Breitbach weitere Unterstützung aus der Umgebung an: Zwei Drehleitern aus Andernach und Mülheim-Kärlich sowie zwei Löschfahrzeuge aus Urmitz und Mülheim-Kärlich unterstützen die Rettungsarbeiten vor Ort. Die Einsatzlage macht es im weiteren Verlauf notwendig, den Einsatzleitwagen (ELW 1), bei dem alle Meldungen über Funk zusammenlaufen, mit dem Gerätewagen Führungsunterstützung (GwFü) der Technischen Einsatzleitung (TEL) vom Standort Feuerwehr Kaltenengers zu unterstützen.
Das Team um Michael Zimmer hilft der Einsatzleitung unter anderem bei der kartografischen Lagedarstellung des Firmengeländes. Zur besseren Koordination der einzelnen Arbeiten vor Ort haben Dirk Breitbach (Zugführer Weißenthurm), Marco Ihrlich (Zugführer Mülheim-Kärlich) und Marco Emunds (Zugführer Urmitz/Rhein) jeweils einen Abschnitt unter ihrer Leitung. Die Werksmitarbeiter werden mit Brandverletzungen an die Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes aus Andernach, Polch und Saffig zur weiteren Behandlung übergeben. Ein Firmenangehöriger wurde beim Versuch vor dem Brand zu flüchten, von einem Gabelstapler überrollt – hier mussten die Rettungskräfte hydraulisches Gerät einsetzen. Hans-Werner Adams, Sicherheitsbeauftragter bei Ardagh, der zusammen mit Michael Breitbach und Eric Brüning (Mitglied FEZ Weißenthurm) das Szenario entworfen hat, zeigte sich zufrieden über den komplexen Übungsverlauf und das Zusammenspiel der Feuerwehr, die mit rund 60 Personen und 13 Fahrzeugen vor Ort waren. Auch VG-Wehrleiter Arnd Lenarz und sein Stellvertreter Ralf Hauter waren als Beobachter auf dem Firmengelände. „Das Augenmerk lag bei dieser Übung auf mehreren Schwerpunkten. Zum einem galt es die Wasserversorgung außerhalb des Firmengeländes auf der Oberen Fährstraße aufzubauen, zum Zweiten wollten wir das „Hand-in-Hand-Spiel“ des ELW 1 mit der Führungsunterstützung der TEL und unserer FEZ in der rückwärtigen Feuerwache am Stierweg trainieren“, meint Michael Breitbach. Kommunikation ist bei der Feuerwehr das A und O – und gemeinsames Trainieren solcher Szenarien muss permanent geübt werden. „Das Ganze hat gut funktioniert“, bilanziert Wehrleiter Arnd Lenarz bei der Nachbesprechung im Feuerwehrhaus. Die Bevölkerung der VG Weißenthurm kann sich jederzeit auf die ehrenamtlichen Rettungskräfte der Feuerwehr verlassen.
