Weißenthurmer Faustkämpfer der Box-Union Weißenthurm e.V. in Mönchengladbach
Spannende Kämpfe
Boxer und Boxerinnen zeigten ihr Können
Weißenthurm. Kürzlich waren die Boxer aus Weißenthurm zu Gast in Mönchengladbach, wo sie sich von ihrer besten Seite zeigten. Mehmet Can Uzun, der bereits an den vergangenen Wochenenden gekämpft hat, konnte sich sowohl technisch und taktisch, als auch konditionell noch einmal steigern und besiegte seinen Gegner Frey aus Mönchengladbach, der als Favorit in den Ring gestiegen war, klar nach Punkten. Trainer Ottersbach war sichtlich stolz, hatte aber auch ein paar mahnende Worte: „Nun ist es wichtig, nicht abzuheben. Mehmet wird in Zukunft stärkere Gegner bekommen, daher darf er sich nun nicht ausruhen, sondern muss konsequent weiter an sich arbeiten.“ Erstmalig durfte auch Mehmet Tekceli für die Box-Union antreten. Der junge Mann, der seit einem Dreivierteljahr in Weißenthurm trainiert, begann sehr stark und setzte seinen Gegner Nwokorie aus Mühlheim unter Druck. Er ließ sich dann leider zu oft in die Defensive drängen und verlor seine Linie. Trainer Ottersbach gab den Kampf schweren Herzens auf. „Mehmet stand mehrfach in der Doppeldeckung am Seil, war zu passiv und fand kaum mehr in den Kampf. Hätte der Ringrichter den Kampf abgebrochen, was sich andeutete, wäre der Kampf als TKO (technischer KO) gewertet worden und Mehmet hätte eine Schutzsperre von vier Wochen bekommen. Da war es taktisch klüger, den Kampf aufzugeben und die Sperre so zu vermeiden. Abgesehen davon wollte ich auch verhindern, dass er doch noch schwere Treffer kassiert. Die Gesundheit der Sportler steht für mich immer an erster Stelle, auch wenn das bedeutet, manchmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Mehmet war zunächst ziemlich entsetzt, als ich das Handtuch warf, konnte meine Entscheidung im Nachhinein aber verstehen“, erklärte Trainer Ottersbach sein Handeln. Der junge Mann lässt sich jedoch so leicht nicht entmutigen. Im Kampf hat er erfahren, woran er künftig arbeiten muss und zeigt sich nun im Training noch ehrgeiziger und zielstrebiger. Und dann gab es ein Comeback: Nach zehn Jahren Pause vom Boxsport trat nun auch Florian Nickenig wieder für den Weißenthurmer Traditionsverein an. Eigentlich sollte er im Schwergewicht boxen, doch sein Gegner musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. So bekam er einen Oberligaboxer aus dem Superschwergewicht vor die Fäuste, der fast zehn Kilo mehr auf die Waage brachte. Florian startete sehr gut, tänzelte fast wie Ali und brachte in der ersten Runde einige satte Schläge ins Ziel. Es gelang ihm jedoch nicht, das hohe Tempo zu halten und er musste einige harte Treffer einstecken, sodass die zweite und dritte Runde klar an seinen Gegner Pancisin aus Köln gingen. „Konditionell werde ich wohl noch eine Schippe drauflegen müssen“, lautete sein erstes Fazit. „Nach zehn Jahren Pause und recht kurzer Vorbereitung war das eine beachtliche Leistung gegen einen körperlich überlegenen Gegner“, resümiert Trainer Otterbach. „Und seinen ursprünglich geplanten Gegner hab ich hinterher sagen hören, dass er froh war, nicht gegen Florian angetreten zu sein“, schmunzelt er. Schon im Mai darf man sich auf weitere Kämpfe der Weißenthurmer Athleten freuen.
Frauensparringstreffen in Weißenthurm
Auch die Boxerinnen der Box-Union durften sich kürzlich im Ring messen, denn sie hatten Athletinnen aus umliegenden Vereinen zum Frauensparringstreffen eingeladen. Hier konnten sich die Frauen und Mädchen in Trainingskämpfen mit wechselnden Partnerinnen ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln. Die Kämpfe liefen ausnahmslos sauber und fair ab. Die Kämpferinnen zeigten Respekt voreinander, ohne eine gewisse Härte vermissen zu lassen. Die Trainer, Clemens Pieroth aus Montabaur und Serge Wunder aus Weißenthurm, gaben wertvolle Tipps und konnten insgesamt stolz auf „ihre Mädels“ sein, die die Vorgaben im Ring gut umsetzten und zeigten, wie stark sie sich seit dem letzten Sparringstreffen entwickelt haben. Da ist es ein bisschen schade, dass die beiden Ü30-Boxerinnen, die sich gern einmal im Wettkampf messen möchten, seit einem Jahr vergeblich auf der Suche nach Gegnerinnen sind. „Der Boxsport ist bei Frauen leider nicht sehr populär. Frauen zu finden, die ebenfalls erst mit über 30 Jahren mit dem Boxen begonnen haben und nun Wettkämpfe bestreiten wollen, sind offenbar eine absolute Seltenheit. Wir suchen aber weiter und hoffen, dass wir demnächst auch unseren Ü30-Damen passende Gegnerinnen bieten können“, erklärte die Frauenwartin des Vereins. Spätestens bei der Weißenthurmer Boxveranstaltung am 10. Oktober werden die Damen im Ring zu sehen sein. „Wenn wir dafür keine Gegnerinnen finden, wird es wenigstens Einlagekämpfe geben. Das sind Kämpfe ohne Wertung. Wir hoffen, unsere Begeisterung für den Boxsport transportieren zu können und vielleicht weitere Frauen und Mädchen zu begeistern und für unser Team zu gewinnen.“ Weitere Informationen zum Boxen in Weißenthurm und zur Boxveranstaltung im Oktober gibt es im Internet unter www.boxunion.de.
