Politik | 03.10.2014, 09:00 Uhr

Kärlicher Ton- und Schamottewerke

Tontageabbau für viele geschützte Arten förderlich

Übergabe des Berichts über die spezielle artenschutzrechliche Prüfung nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz an Vertreter der kommunalen Verwaltungen

(v.l.n.r.) Bürgermeister Georg Hollmann, Geschäftsführer Dr. Karl Mannheim, Betriebsleiter Manfred Marschall, Erster Beigeordneter Thomas Przybylla, Stadtbürgermeister Uli Klöckner, Landrat Dr. Alexander Saftig, Jörg Hilgers und weiterer Geschäftsführer Wolfgang Mannheim. privat
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Mühlheim-Kärlich. Im Jahr 2013 hatten die Kärlicher Ton- und Schamottewerke die Verlängerung der Hauptbetriebsplanzulassung für den Tontagebau „Carl Heinrich“ beantragt. Aufgrund der geänderten naturschutzfachlichen Bestimmungen besonders zum Artenschutz (u.a. § 44 BNatSchG) war für die beantragte Verlängerung eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung vorzulegen. Denn im Bereich der „Carl Heinrich-Grube“ und im Umfeld sind Arten nachgewiesen, die eben diesen geänderten artenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Bei der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung geht es vor allem um die Schutzerfordernisse streng geschützter Tier- und Pflanzenarten, die durch die Abbautätigkeit potenziell beeinträchtigt werden könnten.

Die Kärlicher Ton- und Schamottewerke haben den Diplom-Biologen Jörg Hilgers mit der Durchführung dieser Prüfung beauftragt. Nach dem Ergebnis der Prüfung ist der Tontageabbau in seiner gegenwärtigen Ausführung für viele artenschutzrechtlich relevante Arten förderlich und stellt eine zwingende Voraussetzung für ihren Erhalt dar. Nach diesem erfolgreichem Abschluss der Prüfung mit Berichterstellung wurde die Verlängerung der Hauptbetriebsplanzulassung durch die zuständige Behörde, das Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz, erteilt. Am 18. September konnten sich die Kärlicher Ton- und Schamottewerke über den Besuch aus dem kommunalen Bereich des Landkreises Mayen-Koblenz, Verbandsgemeinde Weißenthurm und Stadt Mülheim-Kärlich freuen. Dr. Dieter Mannheim, Wolfgang Mannheim und Manfred Marschall begrüßten die Herren Landrat Dr. Alexander Saftig, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Georg Hollmann, den Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Thomas Przybylla sowie Stadtbürgermeister Uli Klöckner. Nach einer Einführung in das Thema überreichte Dr. Mannheim jedem Gast ein Exemplar des Prüfberichts. Bei einem anschließenden Rundgang durch den Tontagebau erläuterte Jörg Hilgers den interessierten Gästen besonders interessante Aspekte der Artenvielfalt im Bereich der Tongrube. Was auf den ersten Blick an manchen Stellen eher wie eine lebensfeindliche Mondlandschaft aussehe, entpuppe sich in Wahrheit als ein wertvoller Lebensraum aus Menschenhand. Die Artenlisten der Tongrube Kärlich sei so lang, dass er nur einige Besonderheiten ansprechen konnte. So brütet auf den offenen Tonflächen der Flussregenpfeifer, die Uferschwalbe gräbt an steilen Wänden ihre Brutröhren. An den flacheren Böschungen sonnt sich die Zauneidechse und die großen sowie vielen kleinen Gewässer werden von einer Vielzahl von Amphibien und Libellen besiedelt. Den meisten dieser Tierarten ist gemeinsam, dass sie früher im Bereich der naturnahen Rheinauen vorkamen, wo die jährlichen Hochwasser regelmäßig solche Strukturen wie offene Kiesbänke oder Kleinstgewässer geschaffen haben. Nach der Rheinregulierung war dann Schluss mit der natürlichen Auendynamik und viele Arten sind selten geworden oder sogar ausgestorben, sofern sie nicht auf die Ersatzlebensräume im Bereich der Ton- und Kiesgruben ausweichen konnten.

Jörg Hilgers führte weiter aus, dass die Empfindlichkeit bzw. Betroffenheit besonders planungsrelevanter Arten (u.a. Flussregenpfeifer, Uhu, Uferschwalbe, Schwarzkehlchen, Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Zauneidechse) als gering einzustufen sei. Ohne weiteren Rohstoffabbau bestünde innerhalb weniger Jahre aufgrund der natürlichen Sukzession kein Lebensraum mehr für die Arten. Vielmehr sei es für den Erhalt der Population nötig, den Rohstoffabbau unverändert fortzuführen.

Zur Freude aller Teilnehmer präsentierten sich einige Arten sogar persönlich wie zum Beispiel Kreuzkröte, Zauneidechse, verschiedene Libellen- und Schmetterlingsarten und auch ein Grünspecht, der seinen charakteristischen Ruf durch den Wald schallen ließ.Pressemitteilung

Kärlicher Ton-

und Schamottewerke

(v.l.n.r.) Bürgermeister Georg Hollmann, Geschäftsführer Dr. Karl Mannheim, Betriebsleiter Manfred Marschall, Erster Beigeordneter Thomas Przybylla, Stadtbürgermeister Uli Klöckner, Landrat Dr. Alexander Saftig, Jörg Hilgers und weiterer Geschäftsführer Wolfgang Mannheim. Foto: privat

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