Förder- und Wohnstätten gGmbH
Und Friede auf Erden!?
Literarischer Adventsnachmittag
Kettig. Zum 12. Male öffnete die Cafeteria in der Förder- und Wohnstätte (FWS) ihre Pforten für einen besinnlichen, literarisch-musikalischen Adventsnachmittag, veranstaltet von den Naturfreunden Kettig, dem Förderverein der FWS und der Literatengruppe `97, das Ganze unter dem Motto: „Und Friede auf Erden!?“
Wie in jedem Jahr eröffnete der Moderator und Autor Jürgen Onko Stange die Veranstaltung und intonierte auf dem Akkordeon „Alle Jahre wieder“.
Das Besondere in diesem Jahr war der interreligiöse Dialog. Der Theologe Malik Usman Naved, Imam der Ahmadiyya Muslim Jamaat, stellte im Namen der muslimischen Gemeinde aus Koblenz den Frieden aus islamischer Sicht vor und zitierte aus dem Koran. Einige seiner Mitbrüder hatten einen Imbiss mit leckeren, würzigen pakistanischen Spezialitäten mit zum Adventnachmittag gebracht.
Es wurden auch, ähnlich den gregorianischen Gesängen aus der katholischen Liturgie, drei Friedenssuren singend im Original vorgetragen, die dann noch einmal auf Deutsch übersetzt wurden. Stange wies darauf hin, dass alle patriarchalischen Religionen wie Judentum, Christentum und Islam auf den gemeinsamen Stammvater Abraham zurückgehen. Also sind doch alle entsprechend zugehörigen Brüder und Schwestern!
Durch den Nachmittag begleiteten zwischen den Vorträgen Norbert Dimmer (Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und Marc Krewer (Schlagzeug, Trommeln) mit international bekannten Friedens- und Weihnachtsliedern. Hans Wohlgemuth (Gitarre, Gesang) und Hermann Dötsch mit u.a. Geschichten „uf platt“ sind seit Beginn vor 12 Jahren dabei und bereichern wie immer mit lustig besinnlichen Darbietungen diese Veranstaltung.
Elisabeth Mohrs las die spannende Geschichte „Die beiden Wölfe in mir“ zum Lieben und Verzeihen vor, die sie mit persönlichen Erfahrungen sehr emotional vortrug.
Viktor Pertsch, ein junger blinder Autor, trug eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte bei: „Der junge Löwe und der Weihnachtsmann“, vorgetragen mit „Echo“-Lesen vortrug. Echo-Lesen bedeutet: Ein „Flüsterer“ sitzt hinter ihm und gibt den Text vor.
Marie-Louise Schallenberg, seit vielen Jahren dabei, stellte u.a. in ihrer Geschichte das besondere Verhältnis von Oma und Enkel in den Vordergrund, der ja gerade auch an Weihnachten eine große Rolle spielt. Bella „G“, ein Gast aus Köln, berührte die Herzen mit der Geschichte: „Das Sandkorn des Friedens“. Den Abschluss der Darbietungen krönte Yvonne Haas mit einem interessanten Fragen- und Antwortspiel zum Thema Frieden und Weihnachten. „Fröhliche Weihnachten“ wünschte sie in mehreren Sprachen, u.a. auch auf Vietnamesisch („Chuc Mung Giang Sinh“). Dann sang sie „Stille Nacht“ in mehreren Sprachen. In der letzten, auf Deutsch intonierten Strophe, fielen die Besucher in den Gesang ein. Die islamischen Freunde aus Koblenz hatten noch große Stellwände aufgestellt mit Auszügen aus dem Koran, der sehr viele Parallelen zu Kernaussagen der Bibel hat.
Hier fand nach der Veranstaltung noch ein reger, interreligiöser Austausch statt. Am Ausgang bot Claudia Larm selbst Gestricktes, u.a. warme Socken und selbst gemachte Marmelade der Naturfreunde an.
Dr. Alfred Marmann, Geschäftsführer der Facheinrichtung, und Oliver Hartmann, Vorsitzender der Naturfreunde, zeigten sich bei den Akteuren mit je einer Holzkiste selbst geerntetem und „gebrautem“ Kettiger Apfelsaft erkenntlich. Alle Teilnehmer und Gäste freuen sich schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn es heißt: „Alle Jahre wieder“.
