KlimaFit informiert:
Unsere Wildtiere brauchen unsere Rücksicht. KlimaFit unterwegs mit Jagdpächter Walter Kemp
aus St. Sebastian
Weißenthurm. In Weißenthurm wurde am 12. August bei einem Flurspaziergang die Frage erörtert, wie Wildtiere in Zeiten von Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Jagdpächter Walter Kemp führte die Teilnehmer von KlimaFit durch die Landschaft und machte auf die Herausforderungen aufmerksam, mit denen Wildtiere konfrontiert sind. Die aktuelle Wetterlage stellt eine Bedrohung dar, da Wasserstellen austrocknen, Nahrung knapp wird und die Hitze den Tieren zusetzt. Besonders gefährdet sind Jungtiere wie Rehe, Hasen, Vögel, Igel und Wildschweine, die dringend Wasser, Nahrung und schützende Rückzugsräume benötigen.
Ein weiteres Problem für Wildtiere ist die Veränderung der Landschaft, da immer größere Ackerflächen die kleinräumigen Strukturen ersetzen. Hecken, Baumreihen sowie Brach- und Grünstreifen, die Schatten, Schutz, Nahrung und Brutplätze bieten, werden weniger. Diese Bereiche sind essenziell, da sie verschiedene Lebensräume miteinander verbinden.
Walter Kemp erläuterte, dass auch durch gezielte Landschaftspflege viel für die Natur getan werden kann. Nicht jede Fläche muss ständig gemäht werden. Ungemähte Bereiche in Obstplantagen sind ökologisch wertvoll, da sie Insekten und Kleintieren Nahrung und Schutz bieten. Alte und abgestorbene Bäume sollten erhalten bleiben, da sie Vögeln, Fledermäusen und Insekten wichtige Nist- und Rückzugsplätze bieten.
Das eigene Verhalten hat ebenfalls Einfluss auf die Wildtiere. Beim Verlassen der Wege oder beim freien Laufenlassen von Hunden werden Rückzugsräume gestört, was für die Tiere Angst und Panik auslösen kann. Freilaufende Hunde stressen Wildtiere erheblich und können panische Fluchtreaktionen hervorrufen, die zu schweren Verletzungen führen. Wiederholte Störungen können dazu führen, dass scheue Tiere ihren Lebensraum verlassen, wie bei Hasen in der Feldflur bereits zu beobachten ist.
Es gibt jedoch einfache Maßnahmen, um Wildtiere zu unterstützen: Auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, weniger mähen, Hecken und Bäume erhalten, naturnahe Gärten schaffen, Wasser bereitstellen und nachts Licht reduzieren. Diese Maßnahmen helfen, Rückzugsräume zu bewahren und Tiere zu schützen.
Der Flurspaziergang verdeutlichte, dass die Feldflur nicht nur Landschaft, sondern Heimat für Wildtiere ist. Kleine Maßnahmen können viel bewirken, um die Feldflur als Lebensraum zu erhalten. Dank gebührt Walter Kemp, der sein Wissen und seine Erfahrungen teilte und die Bedeutung geeigneter Lebensräume und Rückzugsorte betonte.BA
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