Wohl jeder Mitbürger im Stadtteil Urmitz-Bahnhof kennt Karl Fußhüller
Urmitzer Original freut sich über den 85. Geburtstag
Jubilar hat das Vereinsgeschehen am Bahnhof maßgeblich mitgeprägt
Mülheim-Kärlich. Es gibt nur wenige Zeitzeugen, die so viel über die Historie des Stadtteils Urmitz-Bahnhof wissen, wie Karl Fußhüller. In dieser Woche, genauer gesagt am 1. Juli, vollendet der rüstige Rentner sein 85. Lebensjahr. „Das gibt es nicht! Diesen Satz mochte und mag ich nicht“, stellt Fußhüller rückblickend fest. Der 85-Jährige war stets ein Macher und niemand, dem die Bedenken wichtiger als die möglichen Handlungsalternativen sind. Dies gilt sowohl für seine Vereinsaktivitäten als auch für sein Berufsleben. Letzteres begann er bei der Deutschen Bahn, ehe er dann zur Firma Silika und zur Schwemmsteinfabrik Hansen in Weißenthurm ging.
Im Jahre 1964 wechselte er schließlich wieder zur Brohltal AG, wo er in den Betriebsrat gewählt wurde. Sich für optimale Arbeitsbedingungen und seine Arbeitskollegen einzusetzen, war ihm als Gewerkschaftler ein besonderes Anliegen. Als engagiertes Mitglied der IG Chemie, Papier Keramik (später: IG Bergbau, Chemie und Energie) war er zu Lehrgängen, Gewerkschaftstagen und sonstigen Veranstaltungen in ganz Deutschland unterwegs. „Ich bin zu allen Terminen mit der Bahn gefahren. Das hatte den Vorteil, dass ich stets auch gut vorbereitet war“, so Fußhüller. Der Gewerkschaft gehört er zwischenzeitlich seit 50 Jahren an. Rund 25 Jahre gehört er der Seniorengruppe der IG an, für welche er auch 20 Jahre lang Mehrtagesfahrten organisierte. Beim DGB Koblenz war er 20 Jahre im Vorstand. Auch kommunalpolitisch ist er aktiv: Seit 49 Jahren ist er in der SPD, für welche er in den 1960er Jahren im Mülheimer Gemeinderat saß. Später war er auch Mitglied des Verbandsgemeinderates, dort sogar ehrenamtlicher Beigeordneter.
Großes Engagement in Vereinen, Sport und Politik
Guten Gewissens kann man Fußhüller auch als „Vereinsmeier“ im positiven Sinne bezeichnen: Die Mitgliedschaft und Mitarbeit in den Vereinen war ihm stets außerordentlich wichtig. Im Jahre 1946 trat er dem MGV Germania Urmitz Bahnhof ein, der damals von Josef Hillesheim geführt wurde. Etwa zur gleichen Zeit wurde er auch Mitglied der Kolpingsfamilie. „Wenn man damals nicht im Kolping war, durfte man kein Tischtennis spielen“, schmunzelt er heute.
Gerne erinnert er sich an die Zeit, als die sechsköpfige Mannschaft, bestehend aus Erwin Höfer, Helmut Höfer, Hans Strohe (späterer Europameister im Versehrtensport), Toni Reich, Richard Dötsch und ihm, große Erfolge erzielte. Das Team wurde sogar Bezirksmeister und spielte zuletzt für die Nachbargemeinde Urmitz-Rhein. Auch in der Bahnhofer Feuerwehr war Fußhüller.
Ältere Mitbürger erinnern sich auch noch an sein Engagement auf der Theaterbühne. Wie es sich für einen Mülheim-Kärlicher gehört, hat Fußhüller auch karnevalistische Gene. In Urmitz-Bahnhof fand 1950 der erste Mülheim-Kärlicher Karnevalsumzug nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Spuren hat er nicht nur in der Ki und Ka, sondern auch im örtlichen Fußballverein SSV Urmitz-Bahnhof hinterlassen, der 1955 gegründet wurde.
Zu seinen Leidenschaften zählten auch Kegeln, Skat und Boule. Der Boule Club Urmitz-Bahnhof, inzwischen der älteste Boule Club in der Verbandsgemeinde Weißenthurm, wurde im Herbst 1996 als Abteilung des SSV Urmitz-Bahnhof gegründet und kann im kommenden Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Auch hier hatte Fußhüller als Gründungsmitglied seine Hände im Spiel.
Alle Stationen seinen Engagements in den Vereinen und in den Gewerkschaften an dieser Stelle zu erwähnen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Für sein vielfältiges Engagement wurde Fußhüller mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
„Mein berufliches Wirken und das Engagement in den Vereinen wäre mir in dieser Form ohne den Rückhalt in der Familie nicht möglich gewesen. Meiner Frau Marlene und meinen beiden Kinder Ellen und Edgar bin ich hierfür sehr dankbar“, so Fußhüller, der drei Enkelkinder (Eric, Tobias und Janina) und sogar schon ein Urgroßenkel (Lea) hat. Seinen Geburtstag möchte der Jubilar gerne mit der Familie und mit langjährigen Wegbegleitern feiern. Und dass zu diesem viele Vereinsvertreter gehören, ist selbstverständlich.
-GH-
