Turnverein Weißenthurm 1868 e.V.
Weißenthurmer Humpen bekannt in In- und Ausland
Weißenthurm.Die 1964 fertiggestellte Stadthalle war von 1965 bis 1976 zehn Mal Schauplatz des glanzvollen und im westdeutschen Raum herausragenden Wanderpokal-Turniers um den „Weißenthurmer Humpen“, an dem die besten Handballmannschaften aus der Bundesrepublik und den europäischen Ländern, vorwiegend aus dem Ostbock, teilnahmen. Vor 45 Jahren am 30. November, im Jubiläumsjahr 1968, in dem der Turnverein Weißenthurm als ältester und größter Weißenthurmer Verein sein 100 jähriges Bestehen feierte, erlebte das Turnier seine 4. Auflage, bei dem der CSSR-Meister Tatran Presov, den im Vorjahr erkämpften Wanderpokal - gegen folgende Gegner verteidigen mussten: RK Zargreb, siebenmaliger jugoslawischer Meister mit sieben Nationalspielern, Stinta Bukarest, eine rumänische Nationalauswahl mit dem Kader für die Olympiade in München, BSV Solingen 98, Bundesligist und Deutscher Feldhandballmeister 1965, TV Kärlich, Rekord-Rheinlandmeister und Veranstalter TV Weißenthurm, Rheinland-Vizemeister. Über 800 Zuschauer in der Vollbesetzen Stadthalle erlebten eine eindrucksvolle Paradeveranstaltung, bei der Tatran Presov den Pokal erfolgreich verteidigen und die wertvolle Trophäe in seine Heimatstadt, in die „Hohe Tatra“ mitnehmen konnte. Das Endspiel wurde direkt in die ARD-Sportschau übertragen, bei dem der TV Kärlich über sich hinaus wuchs und knapp unterlag. Auch die einheimische Mannschaft zeigte hervorragenden Leistungen und wartete, wie in allen Turnieren, mit achtbaren Ergebnissen auf. Neben der sportlichen Begegnung stand bei allen Turnieren die menschliche Begegnung im Vordergrund. So war der internationale Freundschaftsabend im kath. Vereinshaus ein beliebter Treffpunkt für Gastgeber und Gäste, bei dem der Schirmherr Bürgermeister Rudolf Bock in Anwesenheit von Persönlichkeiten der Landesregierung die Siegerehrung vornahm. Um das spielerische Niveau des im In- und Ausland bekannten Turnier zu kennzeichnen, sind einmal die namhaften jeweiligen Landesmeister der insgesamt zehn Turniere benannt: Benfica Lissabon/Portugal, HG Kopenhagen/Dänemark, Rapid Wien/Österreich, Elektromos Budapest/Ungarn, Tatran Presov/CSSR, RK Zagreb und der RK Trbowle/Jugoslawien, Anilana Lodz/Polen, Stinta Bukarest/Rumänien und VIL Gummersbach. Alle Mannschaften waren mit zahlreichen National- und teils Olympiateilnehmern angereist. Darunter befand sich mit Andrzej Szymezak der s. Zt. weltbeste Torwart aus Lodz mit dem Stamm der polnischen Olympiaauswahl. Eine Dokumentation mit Bildern und Presseberichten sowie dem Original „Weißenthurmer Humpen“ ist im Schaufenster der TVW-Geschäftsstelle, Hauptstr. 160a ausgestellt. Zahlreichen Einladungen folgeleistend wurden die Freundschaftsbeziehungen der Weißenthurmer durch Gegenbesuche in den folgenden Jahren ausgebaut. So wurde der Name der Stadt Weißenthurm über die Grenzen hinweg weit hinausgetragen und sorgte in Fachkreisen und darüber hinaus für Gesprächsstoff.
