Allgemeine Berichte | 17.07.2014

Elternabend des „Vereins für Menschen mit Behinderung“ lud nach St. Sebastian ein

Wohnen mit Lebensqualität

Der Elternabend informierte über die Wohngemeinschaft für Junge Menschen mit Behinderung in St. Sebastian.  Privat

St. Sebastian. Die Räume sind fertig, die Bewohner können kommen. Platz für drei neue Wohngemeinschaften ist im Rahmen eines Bauprojektes der Förder- und Wohnstätten gGmbH (FWS) in St. Sebastian geschaffen worden. Die großzügigen und hellen Wohnräume am Rheindörfer Platz dienen als neuer „Heimathafen“ für Menschen mit Behinderung, insbesondere für junge Leute, die sich erstmals von ihren Eltern lösen. Zwei der drei Häuser sind bereits seit Ende 2013 bewohnt, die Räume der dritten Wohngruppe wurden noch nicht bezogen. Damit sich Mütter und Väter ein Bild von der neu geschaffenen Möglichkeit behindertengerechten Wohnens machen konnten, lud der gemeinnützige „Verein für Menschen mit Behinderung Neuwied/Andernach“ (VMB) jetzt zum Elternabend nach St. Sebastian ein. 13 Familien des VMB zeigten Interesse sowie fünf Familien vom „Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder Neuwied“. Zunächst bestand die Möglichkeit, die Räumlichkeiten der noch nicht bezogenen WG zu besichtigen. Lebensqualität ist das Zauberwort, reizvoll das sorgfältig durchdachte Konzept: Bereits die Architektur macht deutlich, dass sich die Wohngemeinschaft von einem Heim unterscheidet, so Kristina Münstermann, erste Vorsitzende des VMB. Arbeiten im Haushalt wie Kochen und Waschen übernehmen die Bewohner gemeinsam mit den Betreuern, hierfür gibt es keine zentralen Einheiten. Jeder hat seinen eigenen Wohnraum und ein barrierefreies, behindertengerechtes Bad. Die WGs bilden eigenständige Mieter- und Nutzergemeinschaften. Die jeweiligen Mitglieder mieten bei der FWS ihre gemeinsame Wohnung. Außerdem suchen sie sich für die benötigten Betreuungs- und Pflegeleistungen einen Anbieter ihrer Wahl. Dies hat einen großen Vorteil: „Gegenüber der Betreuung in einem Heim können sich die Bewohner so bei Unzufriedenheit einfach einen neuen Anbieter suchen. In ihrem Lebensmittelpunkt aber dürfen sie wohnen bleiben“, schildert Dr. Alfred Marmann, Geschäftsführer der FWS. Laut einer Erhebung des VMB werde es in den nächsten Jahren zu einem Bedarf von bis zu 100 weiteren Plätzen kommen, so Marmann in seinem Vortrag weiter. Mit den neu geschaffenen Wohnräumen gibt es heute insgesamt 98 Plätze im Wohnheim in Kettig und 40 Plätze in den Wohngemeinschaften in Kettig und St. Sebastian. Das Wohnen in St. Sebastian mache differenzierte Verträge notwenig - für die Miete und die jeweiligen Unterstützungs- und Pflegeleistungen werden sie individuell aufgesetzt. Eine betroffene Mutter, die den Loslösungsprozess von ihrem gehandicapten Kind bereits erfolgreich meistern konnte, machte den Eltern Mut, ihren Kindern so viel Selbstständigkeit wie möglich zuzutrauen, auch dann, wenn Vater und Mutter noch beschützen möchten. Die Post mit der Zusage für den Platz in einer WG und damit den Umzug hätte sie „am liebsten verbrannt“, schilderte sie eindrücklich. Im Nachhinein aber ist sie froh, den Schritt gewagt zu haben: „Dieser Weg hat sich für alle Beteiligten gelohnt.“ Hinter der FWS stehen der VMB Neuwied, der „Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder Neuwied“, der Paritätischen Wohlfahrtsverband RLP/ Saarland und das Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum Neuwied als Gesellschafter. Gegründet wurden die FWS insbesondere auf Initiative der beiden Selbsthilfegruppen - um Wohnmöglichkeiten für die eigenen Kinder zu schaffen.

Der Elternabend informierte über die Wohngemeinschaft für Junge Menschen mit Behinderung in St. Sebastian. Foto: Privat

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