- Anzeige - Vortragsveranstaltung beim Entsorgungsfachbetrieb Hündgen
Alte Fenster - neue Fenster: Ein Kreislauf mit vielen Gewinnern
Swisttal-Ollheim. Er stand zwar etwas abseits, war aber eigentlich der Mittelpunkt einer hochrangig besetzten Vortragsveranstaltung in einer Werkhalle der Fa. Hündgen in Swisttal-Ollheim: Der rd. 7 Kubikmeter fassende rote Container, gefüllt mit alten Kunststofffensterrahmen. „Diese alten Fensterrahmen sind ein hochwertiger Rohstoff; führen wir diesen wieder in die Produktketten ein, schonen wir ganz erheblich unsere Umwelt“, war die Kernbotschaft von Hausherr Winfried W. Hündgen bei der Begrüßung der Teilnehmer und Gäste an der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem in Bonn ansässigen Unternehmen Rewindo - Fenster-Recycling-Service - durchgeführt wurde. „Als Entsorgungsunternehmen, das nun bereits vierzig Jahre hier tätig ist, stellen wir uns den Aufgaben, Rohstoffe nachhaltig zu gewinnen und zu erhalten. Damit helfen wir auch, die bestehenden EU-Recyclingziele zu erfüllen“, so Winfried W. Hündgen, „und was immer auch in Brüssel in diesem Sektor entschieden wird, da sind wir auch hier in Ollheim ganz konkret von betroffen.“ Wie nachhaltig in der Firma Hündgen gewirtschaftet wird, verdeutlichte ein in der roten Firmenfarbe lackierter Lkw der Marke Krupp Baujahr 1967 mit immerhin bereits 3.360.000 Kilometern.
1,2 Millionen Altfenster in einem Jahr
Der Geschäftsführer des Mitveranstalters, Michael Vetter, stellte dann das bundesweit tätige Recyclingsystem für ausgediente Kunststofffenster, -rolladen und -türen vor. Seit 2002 organisiere man mit verschiedenen Recyclingpartnern deutschlandweit die Verwertung bei kontinuierlich steigenden Verwertungsquoten.
„Im Jahr 2013 haben wir aus ca. 1,2 Millionen Altfenstern PVC-Granulat für die Herstellung von neuen Fenster- und Bauprofilen gewinnen können“, so Vetter, „und die Zusammenarbeit mit vor Ort tätigen Entsorgungsunternehmen wie hier die Firma Hündgen in Ollheim ist eine Grundlage für dieses funktionierende Geschäftsmodell.“ Dabei ist die Firma Hündgen als regionaler Entsorger ein Partner für die vielen Handwerksbetriebe, die kleinere Mengen nicht lagern können oder wollen. Die Firma Hündgen mit ihrer großen Branchenkenntnis ist ein idealer Partner, um das „Holsystem zu ergänzen.“ Welche Mengen aber auch bei einer einzigen „Gebäudesanierung“ anfallen, zeigte ein Beispiel aus der Stadt Wuppertal. Bei der Modernisierung einer Kaserne waren 2.500 Fenster zu entsorgen und der Wiederverwertung zuzuführen.
Wie gemeinsam erneuerbare Energien und die Energieeffizienz gefördert werden können erläuterte Dr. Wolfgang Paulus, Umwelt- und Agendabeauftragter der Stadt Bornheim, auch als Vertreter der sogenannten „ILEK-Region“, in der sich die Gemeinden Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg zusammengeschlossen haben. „Energetische Sanierung und Ressourcenschonung auch durch Recycling als Motor des Klimaschutzes kann auch im ländlichen Raum vieles bewirken“, stellte Wolfgang Paulus fest.
Die aktuellen politischen Herausforderungen des Kunststofffensterrecyclings in Europa verdeutlichte auch der Geschäftsführer der European PVC Window Profile and Related Building Products Association (EPPA), Gerald Feigeholz deutlich.
Allgemein forderten die Teilnehmer der Veranstaltung, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für recycelte Produkte gefördert werden müsse. Auch ein Deponieverbot für Kunststoffaltfenster und verwandte Produkte wurde erörtert.
Vorbilder Deutschland und Österreich
In seinem abschließenden Statement hob der CDU-Europaabgeordnete Axel Voss die Vorbildfunktion Deutschlands und Österreichs für die aktuelle europäische Recyclingpolitik hervor.
Voss: „Diese beispielhaften und bisher von kaum einem weiteren Land übertroffenen Zahlen haben wir Personen wie Ihnen zu verdanken“, lobte er die Unternehmen Hündgen und Rewindo, „Sie arbeiten gemeinsam an diesen Problemen, ergänzen sich und ziehen selbstverständlich auch einen wirtschaftlichen Nutzen daraus. Wichtig für die Allgemeinheit ist aber doch, dass wir auf dem Weg weiterkommen, die begrenzten Ressourcen unserer Erde möglichst effizient zu nutzen.“
Mit einem leckeren Imbiss, Getränken und noch ganz vielen Fachgesprächen ging die Vortragsreihe in einen gemütlichen Abend über.
