Wirtschaft | 16.01.2017

Fachgeschäft für Optik, Uhren und Schmuck - Ulrich Rawert präsentiert Fukker des Jahres 2016

Eine „steinharte“ Honda CX 500 C

Internationale Presse feiert den Steinbildhauer und Künstler Chris Zernia für sein Basaltkunstwerk

Firmenchef Ulrich Rawert (r.) und sein Team freuen sich ganz besonders,das spektakuläre Kunstwerk ausstellen zu dürfen. Fotos: FRE

Mendig. Da zahlreiche Firmen und Institutionen das von der Fachzeitschrift „Custombiker“ zum „Fukker des Jahres 2016“ prämierte Basalt-Motorrad des in Mendig lebenden Steinbildhauers und Künstlers Chris Zernia nur allzu gerne präsentieren würden, kann Chris Zernia sich vor Anfragen kaum noch retten. Umso mehr freut der Inhaber des Mendiger Fachgeschäftes für Optik, Uhren und Schmuck, Ulrich Rawert sich, dass Chris Zernia ihm seine aus Mendiger Basalt umgebaute Honda CX 500 C, BJ 1979 bis Ende Januar als Ausstellungsstück für sein Schaufenster in der Bahnstraße 42 zur Verfügung stellt. Anschließend wird das spektakuläre Werk im Auto & Technik Museum Sinsheim im Rahmen einer am 25. März 2017 startenden Sonderausstellung unter dem Titel „Crazy Wheels“ mit weiteren kuriosen Fahrzeugen aller Art zu sehen sein.

Die Idee zu einem außer- gewöhnlichen Kunstwerk

Chris Zernia hat das Steinmetzhandwerk von der Pike auf gelernt, ist seit 15 Jahren freischaffender Künstler und Bildhauer und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Mendig. Das über 200.000 Jahre alte Material, das er für den Bau seiner Maschine genutzt hat, ist aus einem Steinbruch, nur ein paar Kilometer von seinem Haus entfernt.

Die Entstehung seines außergewöhnlichen Kunstwerkes fand in seinem Plaidter Atelier statt, in dem u.a. auch seine sehenswerten Skulpturen entstehen. Die Idee, eine fahrende Skulptur zu entwickeln, ist bei dem Motorradfan, der bereits seit seinem 15. Lebensjahr geradezu eine Affinität zu den Maschinen entwickelt hat, über einen langen Zeitraum hinweg gereift. Die Initialzündung zur Umsetzung lieferte ihm die Fachzeitschrift „Custombike“, die zu dem Volks-Bikebuild-Off „Build da Fukker“ aufgerufen hatte. Obwohl der ambitionierte Künstler seine Arbeit aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 2014 aufgegeben hatte, reichte er eine entsprechende Bewerbung samt Materialprobe ein. Zwei Monate später kam der entscheidende Anruf der Redaktion mit der Bitte bzw. Zusage, seine vorgeschlagene Idee umzusetzen. Dass seine damalige Vision bei seinen Freunden und Bekannten nicht ausschließlich auf eine positive Resonanz stieß und sie ihn für verrückt hielten, da sie seinen Plan für nicht durchführbar hielten, schreckte Chris Zernia nicht ab. Fünf Monate Bauzeit, 460 Kilogramm Rohgewicht, zwei Motoren, schlaflose Nächte, ein Einbruch in seine Werkstatt, nervende Schaulustige und nicht zuletzt ein Motorrad, das einfach nicht starten wollte – Chris Zernia und seine Familie haben die Nerven behalten und das Projekt zu Ende gebracht-

Lampenmaske, Tankcover, Sitzbank, Lenkergriffe und Ventilkappen, sogar ein Helm – alles aus Mendiger Basaltlava. Der Helm allein wiegt 7,8 Kilogramm, dafür fasst der Tank nur 1,8 Liter Benzin – doch dies reichte dem Künstler für die ersten 23 unvergesslichen Kilometer.

„Nach dem ersten Fahrversuch mit meiner „Da Fukker“ hätte man mir das Lächeln aus dem Gesicht meißeln können“, so der zielstrebige Kunstschaffende im Gespräch mit „Blick aktuell“. Es folgten weitere Ausfahrten auf Feldwegen und in Steinbrüchen. Darüber wurde sogar von der Kunststudentin Anita Taschbach auf dem Gelände der Firma Mendiger Basalt ein Film gedreht, der sich bei Youtube bereits einer großen Fangemeinde erfreut. Die Ausstellung und Präsentation auf der „Custombike“-Messe in Bad Salzuflen, wo das steinerne Motorrad von Zernia persönlich auf die Bühne gefahren wurde, zählte zu den weiteren Highlights.

Zu den technischen Daten seines Kunstwerks erläutert Zernia: „Auch wenn das Gewicht (Leergewicht ca. 320 Kilogramm; Radstand 1500 Millimeter) ordentlich zulangt, fährt es sich besser, als man im ersten Augenblick denkt. Der Sitz ist steinhart, der Gasgriff noch nicht ganz aufgedreht, aber im Gelände hat sie sich schon bewährt. Das Bike rockt! Zum Motor: Wassergekühlter V2 Zylinder OHC; 4 Ventiler 496 ccm; Luftfilter K&N; Auspuff Louis; Getriebe 5 Gang Sekundär-Antrieb Kardan; Leistung 50PS; Höchstgeschwindigkeit 180 h/km wurde jedoch noch nicht ausgereizt.

Zum Fahrwerk: Original Zentralrohrrahmen modifiziert und verstärkt; Gabel VF 600, Räder original Alufelgen bates baja; Stoßdämpfer Harley FX; vorne keine Bremse, hinten Trommelbremse. Zubehör: Tank Basaltcover Eigenbau; Sitzbank Basalt Eigenbau; Lenker Harley Sportster; Griffe Basalt Eigenbau; Fußrasten Basalt Eigenbau; Lampenmaske Basalt Eigenbau; seitliche Nummernplatten Basalt Eigenbau; Tankvolumen 1,8 Liter.

Erstes Motorrad aus Stein kommt ins Guiness-Buch der Rekorde

Auf die Frage, wie es mit seiner inzwischen international anerkannten Kunst weiter gehen wird, sagt Chris Zernia: „Am 9. Mai werde ich mit meiner „Fukker“ als erstem Motorrad aus Stein für das Guiness-Buch der Rekorde fahren. Selbstverständlich habe ich als Mendiger hierfür nicht den Nürburgring, sondern den Mendiger Flugplatz ausgewählt. In diesem Zusammenhang ist es mir auch eine Herzensangelegenheit, alle nationalen und internationalen Interessenten, die mein Kunstwerk auf ihrer Homepage präsentieren wollen, explizit darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Material um Mendiger Basalt handelt. Schließlich habe ich meine Ausbildung zum Steinmetz bei der Mendiger Firma Rüber-Michels absolviert. Obwohl ich die harte Ausbildung bei Wind und Wetter mitunter gehasst habe, bin ich heute dankbar, denn ohne diese Erfahrung hätte ich meine fünf Monate währende Arbeit an meiner „Fukker“ nicht bewältigen können.“

Chris Zernia wird sich jedoch keineswegs auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern sieht seine nächste Herausforderung darin, gleich drei weitere Stein-Motorräder zu schaffen, zu denen u.a. auch die legendäre Harley Davidson zählt. Selbstverständlich ist auch hier das Ziel, dass man seine Kunstwerke auch fahren kann. FRE

Eine „steinharte“ Honda CX 500 C

Firmenchef Ulrich Rawert (r.) und sein Team freuen sich ganz besonders, das spektakuläre Kunstwerk ausstellen zu dürfen. Fotos: FRE

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