Wirtschaft | 18.07.2023

- Anzeige - Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von „Aktion Deutschland Hilft“ im Interview

„Gemeinsam etwas Neues schaffen“

Region. Im Interview berichtet Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von „Aktion Deutschland Hilft“, über die aktuelle Hilfe der Bündnisorganisationen in den Flutgebieten.

Frau Roßbach, seit der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind zwei Jahre vergangen. Wie schätzen Sie die Situation mit Blick auf die geleistete Hilfe ein?

Manuela Roßbach: Haupt- und ehrenamtliche Helfer:innen leisten seit Juli 2021 Großartiges. Ihnen und den Tausenden Spontanhelfenden und lokalen Initiativen, die sofort nach der Katastrophe zur Stelle waren, danken wir von Herzen.

Jetzt, zwei Jahre später, schreitet der Wiederaufbau vielerorts voran. Doch wirksame Hilfe nach großen Katastrophen erfordert immer einen langen Atem. Darauf haben wir uns von Anfang an eingestellt und die Hilfsprojekte entsprechend geplant.

Welche Hilfen leistet das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ derzeit in den Flutgebieten?

Derzeit geht es in vielen Hilfsprojekten darum, Kinder und Erwachsene dabei zu unterstützen, die traumatischen Erlebnisse sowie die Angst vor starkem Regen und Wasser zu verarbeiten: mit psychosozialer Unterstützung, Kinderbetreuung, Reiten, Malen oder Theater.

Nach schweren Katastrophen wie dem Hochwasser ist nichts mehr, wie es einmal war. Und das wird es auch nicht mehr werden. Das zu akzeptieren, ist sehr schwer. Genau dabei helfen wir Kindern und Erwachsenen bestmöglich: mit dieser Wirklichkeit umzugehen, andere Perspektiven zu entwickeln – und gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Wiederaufbauhilfe. Wir unterstützen vor allem bedürftige Familien finanziell, ebenso wie soziale Einrichtungen, Initiativen und Vereine.

Manche Betroffene haben das Gefühl, dass es zu lange dauert, bis Hilfe bei ihnen ankommt...

Das kann ich nachvollziehen. Wir sind weiterhin im ständigen Austausch mit Behörden und Gemeinden, um bestimmte Vorgänge zu erleichtern.

In der humanitären Hilfe ist es zudem Standard, dass Hilfsorganisationen die jeweilige Situation der betroffenen Menschen prüfen: Wie ist ihre wirtschaftliche Notlage? Wurden bereits staatliche Hilfen gezahlt; haben Versicherungen gegriffen? Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit.

Dennoch konnten wir in den vergangenen Monaten bereits den größten Teil der Spenden in Hilfe umsetzen. Unter anderem für Direktzahlungen in Höhe von bis zu 2.500 Euro pro Haushalt. Und wir stellen weiterhin Geld für den Wiederaufbau selbstgenutzter Wohngebäude und für psychosoziale Hilfsangebote bereit.

Welche finanziellen Hilfen können Betroffene bei den Hilfsorganisationen beantragen?

80 Prozent der Bauschäden erstatten in der Regel die Förderbanken der Bundesländer. Um die übrigen 20 Prozent zu finanzieren, können Betroffene einen Antrag bei unseren Hilfsorganisationen stellen. Das gilt auch weiterhin!

Und welche Möglichkeiten haben Betroffene, sich dabei beraten zu lassen?

Die Fluthilfebüros der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Johanniter (JUH) und der Malteser (MHD) sind weiterhin geöffnet. Dort helfen Mitarbeitende aus unserem Bündnis persönlich weiter. Auch unter der Hotline 06723/685578 oder unter www.Aktion-Deutschland-Hilft.de/Betroffene gibt es Infos rund um unsere gemeinsame Fluthilfe.

Grundsätzlich gilt: Vereine, Initiativen und vom Hochwasser betroffene Familien können weiterhin Spenden für den Wiederaufbau ihrer Häuser, für Hausrat- und Inventarschäden beantragen.

Wie werden diese Beratungsangebote im Katastrophengebiet angenommen?

In Gesprächen mit Menschen vor Ort hören wir immer wieder, dass manche sich unwohl dabei fühlen, externe Hilfe sowie Spenden zu beantragen. Andere wissen nicht, wohin sie sich wenden können.

Diesen Menschen stehen Mittel aus dem staatlichen Wiederaufbaufonds zu – und sie können bei unseren Hilfsorganisationen Geld beantragen, etwa für die Eigenanteile bei Baureparaturen von 20 Prozent.

Allen Spenderinnen und Spendern garantiere ich: Jeder für die Hochwasserhilfe gespendete Euro wird den betroffenen Menschen zugutekommen. Das ist mir ein Herzensanliegen. Wir lassen niemanden allein!

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Kleinanzeigen
Wohnträume
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Wir helfen im Trauerfall
Blütenfest Meckenheim
Empfohlene Artikel
Expertenwissen aus erster Hand: Im Rahmen eines Infoabends gibt Dr. Tim Mödder (Chefarzt Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Schlaganfalleinheit) Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzklappenerkrankungen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
30

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Luft wird knapp, die Belastbarkeit lässt nach, vielleicht kommen Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hinzu. Nicht selten werden solche Beschwerden zunächst als „Alterserscheinung“ abgetan. Doch in einigen Fällen steckt eine Erkrankung der Herzklappen dahinter – eine Diagnose, die ernst genommen werden sollte. Um für das wichtige Thema...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
112

Jugendliche um drei Uhr nachts von Polizei angehalten

11.04.: Bad Ems: 15- und 13-Jähriger unternehmen nächtliche Spritztour mit Auto

Bad Ems. In den frühen Morgenstunden des 11.04.2026, gegen 03:00 Uhr, wurde durch eine Streifenwagenbesatzung nach einem Hinweis von Zeugen ein Pkw im Stadtgebiet Bad Ems, im Bereich der Straße Am Weißen Stein, kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass der Fahrzeugführer erst 15 Jahre alt und demnach nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war. Sein Beifahrer war nochmals zwei Jahre jünger.

Weiterlesen

Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Hausmeister, bis auf Widerruf
Wir helfen im Trauerfall
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Blütenfest
Blütenfest
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Leiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Titelanzeige
Rückseite
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26