Wirtschaft | 29.06.2016, 11:00 Uhr

Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG sagt Ja zur Verschmelzung

Grünes Licht für den Zusammenschluss zur neuen Raiffeisenbank Voreifel eG

Das neue Institut wird damit rückwirkend zum 1. Januar 2016 gegründet - Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG als übertragendes Institut

Einstimmig votierten die Vertreter für den geplanten Zusammenschluss der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG zur neuen Raiffeisenbank Voreifel eG. Das neue Institut wurde rückwirkend zum 1. Januar 2016 gegründet.JOST
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Rheinbach. „Jetzt kommt zusammen, was zusammen gehört“, freute sich der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ferdinand Schmitz. Einstimmig votierten die Vertreter der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel für die Fusion mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg. In der Stadthalle Rheinbach bekam der Bankvorstand mit 131 Stimmen bei drei Enthaltungen die 100-prozentige Zustimmung zu den Plänen, die im November 2015 verkündet und den Mitgliedern in einer Reihe von Regionalversammlungen im Frühjahr erläutert worden waren. Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg hatte bereits Anfang des Monats Ja zu der Verschmelzung gesagt, bei der die Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg die abgebende und die Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel die aufnehmende Bank sein wird. Damit ist der Weg geebnet für die Verschmelzung der beiden Banken rückwirkend zum 1. Januar 2016 unter dem neuen Namen „Raiffeisenbank Voreifel eG“.

Die künftige Raiffeisenbank Voreifel mit Hauptsitz in Rheinbach und dann 31.174 Mitgliedern sowie einer Bilanzsumme von einer Milliarde Euro will ihre 20 Geschäftsstellen und 35 Geldautomaten unverändert weiter betreiben, versicherte Vorstandssprecher Burkhard Kraus den 134 anwesenden Vertretern. Es gebe derzeit keine Überlegungen, Geschäftsstellen fusionsbedingt zu schließen, und auch an betriebsbedingte Kündigungen bei den derzeit 250 Mitarbeitern in den beiden Häusern sei für die nächsten drei Jahre nicht gedacht. Mit den Betriebsräten sei ein Sozialplan erarbeitet worden, der den Interessen der Belegschaft Rechnung trage. Das bestätigte auch Betriebsratsvorsitzender Jacques Lecrenier.

Dreiköpfiger Vorstand leitet die neue Bank

Geleitet werden soll die künftige Raiffeisenbank Voreifel von einem dreiköpfigen Vorstand. Sprecher wird Burkhard Kraus aus Rheinbach, dazu kommen Mathias Lutz (Rheinbach), der den Vertrieb übernimmt, und Heiko Ulrich (Grafschaft), der für die Produktion verantwortlich zeichnet. Der bisherige Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg, Ernst Bugl, geht mit Eintragung der Fusion in das Genossenschaftsregister – wahrscheinlich im September – in Altersteilzeit. Im künftig zwölfköpfigen Aufsichtsrat werden neun Mitglieder aus Rheinbach und drei aus Grafschaft-Wachtberg Sitz und Stimme haben.

Vorstandsmitglied Mathias Lutz sah einen wesentlichen Pluspunkt in der übereinstimmenden Unternehmensphilosophie beider Banken: „Wir leben den bewährten Genossenschaftsgedanken und handeln stets im Sinne und zum Wohle unserer Mitglieder und Kunden.“ Neue gesetzliche Rahmenbedingungen in immer kürzeren Zeitabständen und der rasante technische Fortschritt bedingten jedoch zusätzliche Investitionen in Personal sowie in die Erweiterung der dafür erforderlichen Infrastruktur. Durch die Zusammenlegung von Aufgaben und Arbeitsprozessen ließen sich hier erhebliche Synergien erzielen, da viele Vorgänge dann nur noch einmal anfielen. Alles in allem rechnete er mit einer Million Euro an Einsparmöglichkeiten in den Jahren 2016 und 2017 allein im Personalbereich sowie weiteren 300.000 bis 400.000 Euro. „Nach der Fusion werden wir noch flächendeckender in der Region vertreten sein“, versprach er. Die Bank sei mit den Menschen in der Region verbunden und unterstützt auch weiterhin materiell, ideell und kulturell das Vereinsleben und die regionale Gemeinschaft.

Gutes Ergebnis im Geschäftsjahr 2015

Selbstbewusst hatte Vorstandssprecher Burkhard Kraus zuvor das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015 der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG erläutert. Die geschäftliche Entwicklung sei auch im Jahr 2015 erfolgreich verlaufen. „Eine Intensivierung des Vertriebs, die Vereinfachung der Abläufe, die Senkung der Kosten und die Situation auf den Finanzmärkten haben zu einem guten Ergebnis der Bank im Geschäftsjahr 2015 beigetragen“, so Kraus. Und auch die Zahl der Mitglieder sei noch einmal um 377 gestiegen auf nunmehr bei 23.669 Anteilseigner.

Dabei sei das Umfeld alles andere als einfach mit einem politisch motivierten Negativzinsniveau, das das Geschäftsmodell der Banken insgesamt infrage stelle. „Die Schleifspuren in den Bilanzen werden deutlicher, und das wird in Zukunft noch ausgeprägter der Fall sein“, sagte er voraus. Deshalb müsse die Bank auch strukturelle Veränderungen angehen, was man nun mit dem Zusammenschluss auch in die Tat umsetze.

Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit honoriert

Die Bilanzsumme stieg noch im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent von 783 auf 811 Millionen Euro. Im Kreditgeschäft konnte die Raiffeisenbank einen Zuwachs auf 491 Millionen Euro verzeichnen, das betreute Kundeneinlagevolumen betrug 623 Millionen Euro, das Eigenkapital konnte noch einmal deutlich auf 76 Millionen Euro gestärkt werden. „Die Kunden honorieren weiterhin die Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit des genossenschaftlichen Geschäftsmodells“, so Kraus. Die über Jahre verfolgte Strategie, sich auf die Kunden in der Region zu konzentrieren und als kundennahes Finanzdienstleistungsunternehmen aufzutreten, habe sich bewährt. Dabei gehe es vor allem um Werte wie Vertrauen, Qualität, Beratung und Service. „Wir wollen sowohl den Erfolg der Kunden als auch den der Bank sichern. Dies muss nachhaltig geschehen und auf lange Sicht gesichert sein; Quartalsdenken liegt uns fern.“ Der Jahresüberschuss lag knapp über 2 Millionen Euro gegenüber 1,9 Millionen Euro im Vorjahr. Einstimmig genehmigten die Vertreter den Jahresabschluss und den Gewinnverwendungsvorschlag, der unter anderem eine Dividendenzahlung an die Mitglieder in Höhe von sechs Prozent beinhaltet. Zur Leistungsbilanz des Kreditinstitutes 2015 gehöre aber auch, dass 20 junge Menschen zum Bankkaufmann ausgebildet würden, dass 121.000 Euro für gemeinnützige Zwecke in der Region gespendet wurden und rund 2 Millionen Euro Steuerzahlungen an Bund, Länder und Kommunen geleistet worden seien. „Und wir haben keinen einzigen Euro staatlicher Hilfe in Anspruch genommen und werden das auch in Zukunft nicht tun“, grenzte Kraus das genossenschaftliche Kreditinstitut gegenüber den international agierenden Geschäftsbanken ab. Die turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder Maria Orth, Stefan Raetz und Bert Spilles wurden auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand allesamt einstimmig wiedergewählt. JOST

Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG freuten sich bei der Vertreterversammlung in der Rheinbacher Stadthalle über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015.

Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG freuten sich bei der Vertreterversammlung in der Rheinbacher Stadthalle über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015. Foto: Volker Jost

„Es werde Licht!“ Weil es in der Stadthalle recht dunkel war, war der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Franceschini (M.) bei seinem Vortrag auf die leuchtende Unterstützung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Ferdinand Schmitz (l.) und von Vorstandsmitglied Mathias Lutz (r.) angewiesen.

„Es werde Licht!“ Weil es in der Stadthalle recht dunkel war, war der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Franceschini (M.) bei seinem Vortrag auf die leuchtende Unterstützung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Ferdinand Schmitz (l.) und von Vorstandsmitglied Mathias Lutz (r.) angewiesen. Foto: Volker Jost

Einstimmig votierten die Vertreter für den geplanten Zusammenschluss der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG zur neuen Raiffeisenbank Voreifel eG. Das neue Institut wurde rückwirkend zum 1. Januar 2016 gegründet.Fotos: JOST Foto: Volker Jost

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