Wirtschaft | 12.03.2026, 12:45 Uhr

-Anzeige- Wann kommen Energiediscounter unter Druck?

Herschbach: Trotz des Kriegs in Nahost stabile Energiepreise

Frühzeitiger Einkauf sichert Bestandskunden vor Preisschock

Neuwied. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten haben die Energiemärkte in Bewegung gebracht: Der Ölpreis kletterte zwischenzeitlich auf 120 Dollar je Barrel, der höchste Stand seit Sommer 2022. Für die Kunden der Stadtwerke Neuwied (SWN) besteht nach Einschätzung von Geschäftsführer Stefan Herschbach jedoch noch keine Gefahr steigender Preise. Anders als bei der Ukraine-Krise 2022, als Gaspreise von 15 Euro je Megawattstunde auf über 300 Euro schnellten, verhält sich der Terminmarkt für die Jahre 2028 und 2029 nahezu unverändert.

„Wir haben frühzeitig Energie zu günstigen Konditionen eingekauft und können so Preisstabilität gewährleisten", erklärt Herschbach. „Wer bei uns ist, ist gut aufgestellt und muss sich keine Sorgen machen." Der SWN-Geschäftsführer verweist darauf, dass der Terminmarkt – über den ein Großteil der Energiemengen beschafft wird – für 2027 nur moderate Steigerungen zeige. Beunruhigender sei die Entwicklung am Spotmarkt, also dem kurzfristigen Handelssegment: Dort ziehen die Gaspreise deutlich an, während Strompreise nachziehen.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung könnten Kunden von Energiediscountern oder dynamischen Stromtarifen sein. „Jede Kundin und jeder Kunde der SWN genießt längerfristige Sicherheit", betont Herschbach. „Bei den Energiediscountern wächst in Krisenzeiten immer das Risiko, dass es am Ende verdammt teuer wird." Der Geschäftsführer erinnert an den Winter 2021/2022, als zahlreiche Billiganbieter Insolvenz anmeldeten oder ihre Kunden kündigten.

Mehrere Faktoren könnten die Energiepreise weiter belasten: Russlands Präsident Putin drohte, Gaslieferungen nach Europa komplett einzustellen, da China höhere Preise zahle. Zudem sind Deutschlands Gasspeicher aktuell niedrig gefüllt, was im Sommer zu verstärkten und möglicherweise teureren Einkäufen zwingt. Die Sperrung der Straße von Hormus verschärft zusätzlich den globalen Wettbewerb um Flüssiggasmengen

Die SWN haben nach Beratung mit Energiemarkt-Experten entschieden, weitere Mengen für 2026 einzukaufen, um das Risiko zu minimieren, ohne sich finanziell stark zu belasten. Wie lange die aktuelle Krise andauern könnte, bleibt ungewiss: Während viele Fachleute von einer Beruhigung innerhalb von vier Wochen ausgehen, zeigt die Ukraine-Krise, dass solche Prognosen trügerisch sein können. „Ich schaue von Tag zu Tag", sagt Herschbach. „Das kann sich jederzeit ändern – aber die Preise für 2028 und 2029 deuten darauf hin, dass der Markt nicht von einer langfristigen Krise ausgeht."

Pressemitteilung SWN

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