Birgit Braun-Buchwaldt und Rudolf Buchwaldt eröffnen ihr Gartenatelier „Ahrkunst“ - Anzeige -
Im Einklang von Natur und Kultur
Blumen-Bilder, Skulpturen und Schalen aus Beton erfreuen sich großer Beliebtheit
Bad Bodendorf. „Aufbruchstimmung pur“ hat Birgit Braun-Buchwaldt und ihren Mann Rudolf Buchwaldt erfasst. An drei Tagen zeigten die Malerin und der Beton-Gestalter zahlreichen neugierigen Gästen, was aus den Plänen für ihr Gartenatelier geworden ist. Denn nachdem Braun-Buchwaldt ab 2010 fünf Jahre lang Radler, Spaziergänger und Kulturfreunde zu Kunst im Garten eingeladen hatte und es im Sommer 2014 an acht von neun Wochenenden regnete, „da reifte der Gedanke an einen festen Anbau“. Die Freiluftgalerie hatte Charme. Aber die Erfahrung lehrte die Künstlerin, eine wetterunabhängige Präsentation ihrer Bilder und der Betonschalen ihres Mannes Rudolf Buchwaldt noch mehr zu schätzen. So gab es 2015 keine Pagodenzelte zwischen Pflanzen. Stattdessen streifte das Paar „wochenlang mit Messlatten durch den Garten“, erzählt Braun-Buchwaldt. Denn es galt so zu planen, dass die kultivierte Pflanzenwelt nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im vergangenen Sommer wurde der Bauantrag eingereicht, Mitte Januar 2016 kam die Baugenehmigung.
Nun steht das Gartenatelier, ein Schauraum, der Braun-Buchwaldt auch als Arbeitsstätte dienen wird. Ihr bisheriges Atelier im Haus wurde allmählich zu eng, „weil meine Formate immer größer geworden sind“. Das neue Domizil für die Kunst heißt „Ahrkunst“. Nah an der Ahr gelegen hat sich der Fluss als Pate geradezu angeboten. Und diesem Paten beziehungsweise den Bäumen am Ufer ist im Anbau ein eigener Ausguck gewidmet. So jedenfalls lässt sich unter den vielen Fenstern im lichten neu geschaffenen Ort ein Breitformat interpretieren, das die Wipfel rahmt, als sei‘s ein gemaltes Bild.
Drei Kunst-Räume
Zwar nehmen die Gäste den Anbau ans Haus des Paares von außen als Kubus wahr. Doch er verfügt über drei Ebenen. Vom Garten aus betritt man die erste. Sieben Stufen geht’s hinauf in den zweiten Raum. Eine weitere Stufe führt in den dritten. Dabei akzentuiert dunkelbraunes Eichentreppenholz, das übrigens aus mindestens 200 Jahre alten norddeutschen Scheunen stammt, wie Rudolf Buchwaldt erklärt, markig das helle Umfeld. Herrliche Gartenausblicke sind garantiert. Hier wie dort zeigt sich die Handschrift der Künstlerin: Sorgen draußen etwa Gehölze verschiedener Wuchshöhen für Abwechslung, sind es im Gebäudeinneren neben der Raumabfolge Podeste und Tische.
Derart gegliedert, erfährt die Kunst gezielte Aufmerksamkeit. Sie geschickt zu lenken, dafür hat Braun-Buchwaldt, gelernte medizinisch technische Assistentin, die seit 1994 malt, ohnehin ein Händchen, wie ihre Ausstellungsaufbauten in der Vergangenheit wiederholt anschaulich machten.
Meist pastellfarben, bringt sie Wiesen- und Kulturblumen in Öl auf Leinwand, darunter die geliebten Hortensien. „Man kann mich nachts wecken, dann male ich sie“. Eine weitere Werkgruppe machen gespachtelte Bilder in milden Naturtönen aus, die ungegenständlich wirken, aber oft einen realen Ausgangspunkt haben. Die Malerin experimentiert mit Gräsern, Sand, Marmor- und Gesteinsmehlen, um überraschende Strukturen zu erzeugen. Stelen aus verschieden stark behandelten Fundhölzern und Kompositionen mit Natursteinen führen zudem vor Augen, dass vorgefundene Formgebungen ihren ganz eigenen unschlagbaren Reiz haben.
So schön kann Beton sein
Die Arbeiten der Malerin treten geordnet, reduziert in Farbigkeit und Motiv auf. Nicht selten liebäugeln sie mit dem Design. Einen vollends akkuraten Charakter weisen dagegen die ausgefeilten Resultate handwerklichen Tuns von Rudolf Buchholz auf. Nach der Berufstätigkeit entdeckte er vor einigen Jahren ebenfalls seine Kreativität und seither fertigt er formschöne Schalen aus Beton. „Alles Unikate“, wie er stolz versichert, „und keine wie die andere“. Bei jedem Stück stellten die Besucher fest: Grautöne und Helligkeiten variieren ebenso wie die Anzahl, Größe und Ausrichtung kleiner Öffnungen im Material. Buchwaldt lässt die Formen zum Gießen der Schalen aus Edelstahl herstellen. Er hat lange Versuchsreihen mit verschiedenen Betonmischungen hinter sich, ist weiterhin ständig auf der Suche nach der besonderen Gestaltung. Die ästhetischen Nutz- und Zier-Objekte aus seiner Hand gibt es für den Innen- und Außenbereich, von filigran bis wuchtig sowie handgeschliffen und poliert.
Angefüllt mit Eindrücken, die nicht nur dem Auge wohltun, beendeten die Gäste ihren Besuch im Gartenatelier „Ahrkunst“. Vorher ließen sie noch einmal den Blick schweifen über das gepflegte Umfeld: Die gewundenen Kieswege, die ganze grüne Oase, die offenen und dicht bepflanzten Flächen. Der Garten ist sowohl von der Straße aus zu betreten als auch vom Weg entlang der Ahr. Das Gartenatelier in der Josef-Hardt-Allee 28 ist ganzjährig donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. HG
Einladendes Entree: Durch frisch angelegtes Grün geht es zum Gartenatelier „Ahrkunst“. Foto: unknown
Blick von der Kultur- in die Gartenidylle. Foto: unknown
So schön kann Beton sein, illustriert Rudolf Buchwaldt. Foto: unknown
