Wirtschaft | 20.02.2019

- Anzeige - Ackerbautagung im Rheinbacher Waldhotel

Positive Bilanz der Raiffeisen Handelsgesellschaft trotz Ackerbau unter Veränderungsdruck

Grünstreifen, Blumenwiesen und Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität gewinnen zunehmend an Bedeutung – Landwirte sollen sich darauf einstellen

Bei der Ackerbautagung im Rheinbacher Waldhotel informierten sie die Landwirte (v.l.n.r.): Dr. Alois Splonskowski, Heinz-Hubert Honecker, Heinrich Brockerhoff, Josef Lux, Dr. Tobias Meinhold, Georg Freiherr von Loë, Kurt Gentges und Burchard Kraus. Fotos: JOST

Rheinbach. Eine durchweg positive Bilanz für das vergangene Jahr präsentierte die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH (RRAE) bei der Ackerbautagung unter dem Titel „Ackerbau unter Veränderungsdruck“ im Waldhotel Rheinbach. „Turbulente Agrarrohstoffpreise, gepaart mit Dürre auf der einen Seite und steigende Umsätze in den Diversifikationssparten auf der anderen Seite bestimmten den Geschäftsverlauf im Jahr 2018“, berichtete Geschäftsführer Dr. Alois Splonskowski vor etwa 100 Mitgliedern der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Euskirchen und Rheinbach.

Trotz der im gesamten Jahr schwierigen Marktverhältnisse, insbesondere im Geschäftsbereich Agrarprodukte, könne man dank einer seriösen und soliden Vorgehensweise eine positive Bilanz vorweisen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Gesamtumsatz der Raiffeisengenossenschaft einschließlich ihrer Tochterunternehmen um 3,5 Millionen Euro (plus 3,8 Prozent) auf 96,6 Millionen Euro. Die Absatzmengen im Agrar- und Energiegeschäft erreichten 173.500 Tonnen und damit ein Plus von 1,8 Prozent.

Nachwehen der miserablen Getreideernte 2017

Das Agrargeschäft sei durch die Nachwehen der qualitativ und quantitativ miserablen Getreideernte 2017, einer durchschnittlichen Getreideernte 2018 sowie trockenheitsbedingter Nachfrage-Zurückhaltung bei Betriebsmitteln für die pflanzliche Produktion geprägt gewesen. Befördert durch die Novellierung der Düngeverordnung sei hingegen das Probenaufkommen im unternehmenseigenen Raiffeisen-Labor sehr deutlich gestiegen. „Der Laborservice ermöglicht Biogasproduzenten, Viehhaltern, Ackerbauern, Obstbauern, Winzern, Gärtnern und Weihnachtsbaumanbauern eine passgenaue Steuerung des Mitteleinsatzes“, ergänzte Mitgeschäftsführer Kurt Gentges. Der Umsatz im Agrarproduktebereich stieg um insgesamt 8,7 Prozent auf 34,2 Millionen Euro.

Der Energiebereich sei vor allem durch den Anstieg der Rohölpreise bei gleichzeitig starkem Nachfragerückgang nach Heizöl gekennzeichnet gewesen. „Erfreulich verlief das Tankstellengeschäft, welches um zwei Stationen erweitert werden soll“, so Splonskowski weiter. Die Servicereichweite für die Raiffeisen-Tankkarteninhaber wurde auf bundesweit über 800 Akzeptanz-Stationen erhöht. Erfreuliche Steigerungen zeigte auch der Verkauf von nachwachsenden Energieträgern wie Holzpellets, Holzbriketts und Scheitholz. Auf dem Wachstumspfad blieb auch der Vertrieb von R-Gas und R-Strom an private und gewerbliche Kunden. Wertmäßig erzielte der Geschäftsbereich Energie einen Umsatz von 33,6 Millionen Euro.

Marktanteile durch Spezialisierung gewonnen

Im Reifengeschäft erfolgen alle Aktivitäten durch die Konzerntochter Reifenzentrale Becker GmbH mit den Servicestationen in Bitburg, Badem und Ormont. Die Entwicklung war geprägt durch die verstärkte Ausrichtung auf die Schwerlast- und Sonderbereifung. Der Umsatz betrug 12,3 Millionen Euro. Der Baustofffachhandel verzeichnete erneut einen Umsatzzuwachs auf 9,7 Millionen Euro (plus 8,4 Prozent). „Durch die Spezialisierung auf die Gebäudesanierung und den Bautenschutz im Wohnungsaltbestand konnten Marktanteile gewonnen werden. Dazu entwickelte sich der Umsatz mit Baustoffprodukten für den Garten- und Landschaftsbau sehr positiv“, freute sich Splonskowski.

Auch die Umsatzentwicklung in den Raiffeisen-Märkten ging nach oben. In den Fachmärkten für Garten, Tier und Freizeit sei es durch Spezialisierung und Optimierung gelungen, Themenfelder wie „Hobby Farming“ und „Urban Gardening“ zu besetzen. So realisierte der Geschäftsbereich Raiffeisen-Markt einen Umsatzanstieg auf 5,6 Millionen Euro (plus 4,8 Prozent).

Nachwuchsentwicklung und Qualifikation

Für die erfolgreiche Weiterentwicklung der „grünen Genossenschaft“ auf Zukunft und Dauer seien motivierte Mitarbeiter, Innovationen, regionale Verbundenheit und Leistungsfähigkeit entscheidende Faktoren, so der Geschäftsführer weiter. Mit elf Auszubildenden, Trainees und Werksstudenten mit dualem Studium sowie den Ausbildungsangeboten in den Berufsfeldern Großhandel, Einzelhandel und Lagerlogistik setze die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Gruppe nachhaltig auf Nachwuchsentwicklung und Qualifikation. So kamen im Jahr 2018 ein Siebtel der besten Ausbildungsabsolventen der kaufmännischen Berufe im IHK-Bezirk aus der RRAE. Um die Beratung und Betreuung der Kunden kümmern sich einschließlich der Tochterunternehmen 141 Mitarbeiter in 15 Geschäftsstellen.

Zwei Experten referierten anschließend zum Thema „Ackerbau unter Veränderungsdruck“. Einen Ausblick auf die deutsche Ackerbaustrategie gab Ministerialrat Dr. Peter Oswald aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Er machte darauf aufmerksam, dass Grünstreifen, Blühwiesen und Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität zunehmend an Bedeutung gewinnen würden. Oswald riet den Landwirten, sich frühzeitig darauf einzustellen, beispielsweise auf mit Anlegen von Bejagungsstreifen. Zukünftige Fruchtfolgen und Produktionsweisen behandelte Heinrich Brockerhoff von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. JOST

Heinrich Brockerhoff von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (links) gab bei der Ackerbautagung in Rheinbach einen Ausblick auf zukünftige Fruchtfolgen und Produktionsweisen.

Heinrich Brockerhoff von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (links) gab bei der Ackerbautagung in Rheinbach einen Ausblick auf zukünftige Fruchtfolgen und Produktionsweisen. Foto: Volker Jost

Bei der Ackerbautagung im Rheinbacher Waldhotel informierten sie die Landwirte (v.l.n.r.): Dr. Alois Splonskowski, Heinz-Hubert Honecker, Heinrich Brockerhoff, Josef Lux, Dr. Tobias Meinhold, Georg Freiherr von Loë, Kurt Gentges und Burchard Kraus. Fotos: JOST

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  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Ingo Materne: Der Artikel überzieht aus meiner Sicht deutlich. Ja: Lärm, Schattenwurf und konkrete Abstände müssen im Genehmigungsverfahren sauber geprüft werden. Aber aus der aktuellen Studienlage lässt sich keine...
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