Wirtschaft | 26.06.2018

Lieferengpässe bei Ibuprofen in Deutschland

Schmerzmittel wird knapp

Symbolbild. Foto: stevepb / Pixabay

Berlin. Ibuprofen gehört zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln in Deutschland. Doch jetzt droht bei dem Schmerzmittel ein Engpass, der die bisherigen Lieferschwierigkeiten in den Schatten stellen könnte, berichtet der Branchendienst APOTHEKE ADHOC.

Nur sechs Fabriken stellen Ibuprofen für den gesamten Weltmarkt her. Im BASF-Werk in Bishop im US-Bundesstaat Texas wurde die Produktion des Wirkstoffs jetzt vorerst eingestellt. Eigentlich sollte die Anlage im ersten Quartal erweitert werden, doch stattdessen steht wegen technischer Probleme jetzt alles still. Der Ausfall wird möglicherweise drei Monate dauern.

In welcher Größenordnung sich der Ausfall auf den deutschen Markt auswirkt, ist bislang nicht bekannt. Das Werk ist mit einer Kapazität von rund 5000 Tonnen pro Jahr einer der führenden Produzenten von Ibuprofen weltweit. Die anderen Rohstofflieferanten produzieren bereits am Anschlag. Je zwei Fabriken gibt es in China, Indien und in den USA.

Die ersten Pharmafirmen suchen bereits händeringend nach Zwischenhändlern, die ihnen noch Wirkstoff oder fertig produzierte Ware vermitteln können. Weil die Nachfrage nach dem Schmerzmittel seit Jahren steigt, haben die Lieferanten ihre Kapazitäten deutlich hochgefahren. BASF will in Ludwigshafen sogar eine neue Produktionsstrecke bauen, diese soll jedoch erst 2021 in Betrieb gehen.

Mit 27 Millionen Verordnungen auf Rezept sowie 51 Millionen verkauften Packungen in der Selbstmedikation ist Ibuprofen das wichtigste Schmerzmittel in Deutschland. Der Wirkstoff hat andere Substanzen wie Acetylsalicylsäure und Paracetamol abgelöst und wird zunehmend auch in Kombinationspräparaten gegen Erkältungen und Schmerzcremes verarbeitet. Insgesamt hat sich der Absatz in den vergangenen Jahren fast verdoppelt.

Pressemitteilung APOTHEKE ADHOC

Symbolbild. Foto: stevepb / Pixabay

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