Verbandsgemeindeverwaltung Adenau
20. Vor-Tour - Unterwegs für den guten Zweck
Promiradler machen am 17. August Station im gesamten Kreis Ahrweiler
Adenau. Vor-Tour der Hoffnung: Das bedeutet sportlicher Ehrgeiz für den guten Zweck - und das in diesem Jahr bereits zum 20. Mal. So wird die Tour auch in diesem Sommer wieder durch den Ahrkreis führen - vom 16. bis 18. August. Am 17. August führt die Etappe die Rennradler unter anderem auch durch Adenau.
Der Tross besteht aus rund 110 Promiradlern und deren Begleitern. Am Montag (17. August) starten sie zu ihrer Tour durch den Ahrkreis um 8.45 Uhr in Meuspath am Nürburgring und radeln über die Nordschleife bis nach Breidscheid und von dort zum Marktplatz in Adenau. Hinter den Kulissen wird bereits intensiv an den Streckenprofilen und Stopps gearbeitet. Viele Städte, Dörfer und Gemeinden stehen in den Startlöchern, um ein „Fest im Zeichen der Hilfe“ zu organisieren, so auch Adenau.
Im Radlerfeld mit dabei sind Prominente aus Politik, Wirtschaft, Sport und Showbusiness. So werden neben Biathlon-Olympiasiegerin und Schirmherrin Petra Behle auch Katrin Apel, Ellen Wessinghage, Dr. Franz Josef Kemper, Guido Kratschmer, Edgar Steinborn, Frank Hartmann, Anna Dogonadze, Hans-Josef Bracht, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Annika Mehlhorn, Diana Sartor, Hendrik Hering, Eberhard Gienger, Marcel Wüst, Chris Bennett und Julia Klöckner wieder kräftig in die Pedale treten.
Empfang bei der Kreissparkasse
Das Etappenziel Adenau soll dann gegen 9.30 Uhr erreicht werden. Dabei sollen die Radler bei auf dem Marktplatz gebührend mit Showbühne und buntem Rahmenprogramm empfangen werden. Vertreter aus Politik, vom Gewerbeverein und heimischen Vereinen werden den Tross begrüßen und die im Vorfeld gesammelten Spenden für die Hilfe, die krebskranken Kindern zugute kommt, übergeben.
Insgesamt 107 Kilometer sollen an diesem Tag geradelt werden, dabei sind rund 1.000 Höhenmeter zu überwinden. Neben Adenau als erster Anlaufstation des Tages sind weitere Stopps geplant in Dernau, Oberdürenbach, Rodder, Waldorf, Brohl-Lützing, Bad Breisig und Bad Neuenahr-Ahrweiler. Jeweils 40 Minuten werden sich die Radler in den Orten aufhalten. Nach Begrüßungsworten und Scheckübergaben durch ortsansässige Spender obliegt es den Orten selbst, wie sie die restlichen Minuten gestalten. „Daher sind heimische Vereine, die Geschäftswelt und auch die ganze Bevölkerung gefordert und herzlich eingeladen, dabei zu sein und mitzumachen“, so Verbandsbürgermeister Guido Nisius und Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann.
Vor-Tour feiert Jubiläum
20 Jahre Vor-Tour sind ein Grund zurückzuschauen, wie alles begann. 1995 wurde vom damaligen Verkehrsdirektor der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und jetzigen Geschäftsführer des „Hotel Zur Post“ in Waldbreitbach, Jürgen Grünwald, die Idee geboren, mit dem Rennrad zum Start der Tour der Hoffnung nach Gießen zu fahren, um dort einen ansehnlichen „Startscheck“ zu übergeben. Zusammen mit seinem Freund Gregor Waldorf machte er sich auf in die Universitätsstadt an der Lahn, der „Tour“ entgegen. Sie übergaben 4.500 Mark, die seinerzeit bei der ersten Sammelaktion zusammenkamen. Seitdem wurde jedes Jahr eine Vor-Tour organisiert. Aus den zwei Radlern, die 1996 nach Gießen fuhren, sind inzwischen rund 100 Radler geworden, die sich der Tour verschrieben haben. Der Spendenbetrag von anfangs 2.300 Euro ist seither jedes Jahr gestiegen. In den letzten 19 Jahren sollen nach eigenen Angaben rund 2,2 Millionen Euro zusammengekommen sein.
Akzeptiert in allen Gesellschaftsbereichen
Die Vor-Tour ist nur eine von unzähligen Aktionen, Veranstaltungen und Aktivitäten, die sich der konkreten Hilfe für krebs- und leukämiekranke Kinder verschrieben hat und der Tour der Hoffnung zuarbeitet. Diese Tatsache macht die größte Benefiz-Radtour Deutschlands so bemerkenswert. Die mittlerweile sehr hohe Akzeptanz in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Sport und die Tatsache, dass alle Spendengelder zu hundert Prozent dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden, hat dazu geführt, dass jährlich immer weit über eine Million Euro verteilt werden konnten. Die Schirmherrin der „großen“ Tour der Hoffnung, Petra Behle, sagt es so: „Der große Erfolg über viele Jahre hinweg liegt darin begründet, dass sich immer mehr Einzelaktionen unter dem Dach der Tour selbst zu starken und erfolgreichen Veranstaltungen entwickelt haben. Die Vor-Tour entwickelte sich aus einer fixen Idee zweier Freunde, mit dem Rad zum Prolog nach Gießen anzureisen. Heute bewegt sie nicht nur 100 Radler durch die Kreise Ahrweiler und Neuwied, sondern vor allem unglaubliche Spendensummen. Mit der jährlich stattfindenden Vor-Tour in der Heimat unseres Tourmoderators Jürgen Grünwald haben er und seine vielen Kümmerer die Tour der Hoffnung dort fest verankert, vor allem emotional, was ich immer wieder als Mitradlerin feststellen darf. Es ist eine tolle Gemeinschaft geworden, die sich in den Dienst unserer gemeinsamen Sache gestellt hat.“
Raimund Wittich vom Organisationsteam der Vor-Tour der Hoffnung gab bereits bekannt, dass im Sinne regionaler Hilfen der größte Teil der diesjährigen Spendengelder an den Koblenzer Kemperhof gehen werde. „Hier haben wir für eine psychosoziale Betreuerin gesorgt, die sich um die Familien kümmert.“ Denn ein schwer erkranktes Kind zerstöre häufig das gesamte Gleichgewicht einer Familie, Geschwisterkinder fühlten sich vernachlässigt, und viele Ehen überlebten die Belastung nicht. Raimund Wittich setzt aber auch auf die Forschung. Im Vergleich zu 1983, als die erste Tour der Hoffnung organisiert wurde, hätten sich die Heilungschancen für Kinder mit Blutkrebs von 60 auf 86 Prozent erhöht. Nun gelte es, auch die verbleibenden 14 Prozent zu retten, sagte Raimund Wittich.
