Allgemeine Berichte | 18.03.2015

Schülerinnen und Schüler des Erich-Klausener-Gymnasiums (EKG) Adenau hatten eingeladen

Abiturienten setzten sich für Flüchtlinge ein

Flüchtlinge berichten aus ihrem Leben. UM

Adenau. Die Schülerinnen und Schüler (Abiturienten) der Erdkunde-Leistungskurse in der MSS13 am Erich-Klausener-Gymnasium (EKG) Adenau, hatten sich intensiv mit dem Thema Migration und der aktuellen Flüchtlingssituation bis hin zur Region befasst. So entstand über das Unterrichtsthema mit der Lehrerin Sabrina Reinsch und ihrem Kollegen Volker Kämpf die Idee des Projektes: „Migration verstehen – Integration fördern“.

Warum verlassen Menschen ihre Heimat?

Befasst hatten sich die Schüler mit den Fragen zu den Beweggründen der Flüchtlinge, ihre Heimat zu verlassen. Was erwartet die Menschen hier, in der Fremde und wie sind sie eigentlich hierhergekommen? All das hatten sie zum Thema "Flüchtlinge" aufgearbeitet und in einem interaktiven Filmbeitrag authentisch verarbeitet. Die Abiturienten wollten Initiative ergreifen und nach ihren Möglichkeiten helfen und informieren. So boten sie innerhalb des Gymnasiums am Vormittag die Gelegenheit zum Austausch mit den Schülern und am Abend hatte die Schülergruppe zur Informationsveranstaltung in den Multifunktionsraum des EKG eingeladen, der sich schnell füllte.

Der schwierige Weg der Flucht

Als fachkundige Gäste hatten sich die Abiturienten auch Vertreter der ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr mit dem Geschäftsführer und hauptamtlichen Mitarbeiter Hans-Joachim Dedenbach sowie den ehrenamtlichen Mitarbeiter Werner Rex, Ria Braun vom Verein "Leib und Seele e.V." Adenauer Tafel sowie vier Flüchtlinge aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und Kesseling eingeladen. Während die Flüchtlinge von den schlimmen Erfahrungen und Kriegen in ihrer Heimat berichteten und den schwierigen Weg der Flucht beschrieben, wurde schnell klar, dass der wichtigste Schritt zur Integration das Verstehen und Sprechen der deutschen Sprache ist. Hier sind die Flüchtlinge auf ihre Mitmenschen angewiesen, da es ein Anrecht auf Sprachförderung erst nach Monaten oder auch nach über einem Jahr gebe, so die Vertreter der ökumenischen Flüchtlingshilfe.

Flüchtlinge brauchen Hilfe

Zwei der anwesenden Flüchtlinge sprechen bereits Deutsch und haben sie in Eigeninitiative in der Volkshochschule in der Kreisstadt erlernt, aber hier, in der ländlichen Region, ist es schwieriger, da die Flüchtlinge auch nicht mobil sind. Ein Glücksfall für die Flüchtlinge in Kesseling, da es hier eine arabisch sprechende Einwohnerin gibt, die ihre Hilfe angeboten hat. So kristallisierte sich am Abend schnell heraus, dass die Flüchtlinge Hilfestellungen brauchen und dass hier das ehrenamtliche Engagement vieler gefragt ist, sei es bei Arztbesuchen oder dem Einkauf im weiter entfernten Ort. Aber auch Wohnraum wird immer wieder dringend benötigt und da müsste es doch Möglichkeiten geben, bei so viel Leerstand auf den Dörfern, so die Meinung einiger Anwesender. Aber auch hier ist das Ehrenamt und die Unterstützung der Bürger in den Gemeinden gefragt, es müssen Leute bereit sein sich zu kümmern und zu organisieren. In der Stadt Adenau ist dies auch der Verein "Leib und Seele e.V. Adenauer Tafel", der nicht nur den Flüchtlingen mit der Ausgabe von Lebensmitteln hilft. Am Abend wurden Türen aufgestoßen und es war zu spüren, dass die Mitmenschen den Flüchtlingen offen und positiv gegenüber treten und Hilfe anbieten wollen. So fiel auch der Erdkunde Leistungskurs in der MSS13 auf fruchtbaren Boden, wo nicht nur die Abiturienten sondern auch die zahlreichen Zuhörer für die Flüchtlinge und ihre Situationen in der Region sensibilisiert wurden.

Am Abend wurden Türen aufgestoßen und es war zu spüren, dass die Mitmenschen den Flüchtlingen offen und positiv gegenüber treten und Hilfe anbieten wollen.

Am Abend wurden Türen aufgestoßen und es war zu spüren, dass die Mitmenschen den Flüchtlingen offen und positiv gegenüber treten und Hilfe anbieten wollen.

Flüchtlinge berichten aus ihrem Leben. Fotos: UM

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