Empfang der Stadt Mayen zum Volkstrauertag
Als Ehrengast Ministerpräsidentin Malu Dreyer empfangen
Mayen. Der mit typischem Novemberregen begonnene Tag hatte zum Ende der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag ein nahezu freundliches Gesicht angenommen. So war es für die zahlreichen Gäste eine willkommene Abwechslung, zu Fuß die wenigen Schritte von der Herz-Jesu-Kirche über den Marktplatz ins Rathaus zum Empfang der Stadt Mayen zu gehen. Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte sich für den Empfang noch Zeit genommen, fuhr aber den Weg aus bekannten Gründen mit ihrem Dienstwagen. Ausgiebig, aber diesmal als Gäste der Stadt Mayen, begrüßte Oberbürgermeister Treis viele Gäste der Gedenkfeier erneut namentlich, die der Einladung ins Rathaus gefolgt waren. In seinen Grußworten verriet Oberbürgermeister Treis, dass die Idee, die zentrale Gedenkfeier in Mayen zu veranstalten, im Ursprung auf die verstorbene Oberbürgermeisterin Veronika Fischer und den heutigen Büroleiter Uwe Hoffmann zurückgeht. Mit dem Ansinnen traten beide seinerzeit an Michael Hörter, dem damaligen und heutigen Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge heran, der die Absicht in diesem Jahr realisieren konnte.
Ein Blick in die Vergangenheit
Der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass in Mayen nicht nur die „stillen Tage“ im Zeichen des Gedenkens stehen. „Auch der 2. Januar erinnert uns jährlich an schreckliche Ereignisse, die unsere Stadt ereilt haben.“ Unzählige Bomben waren bereits im Stadtgebiet niedergegangen als beim schlimmsten Luftangriff des 2. Weltkrieges 68 US-Bomber den Stadtkern mit Spreng- und Brandbomben belegten. Fast 400 Menschen starben dabei. Nach den Angriffen im Januar 1945 wurde Mayen zur „toten Stadt“ erklärt. „Mit einer Gedenkfeier in der Heilig-Geist-Kapelle, die lange als Notkirche diente und heute die Mayener Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist, erinnern wir uns jährlich an diesen tiefschwarzen Tag in unserer Geschichte“ berichtete Oberbürgermeister Treis. In diesem Zusammenhang freute er sich über die heute bestehenden Städtepartnerschaften, wobei die mit dem französischen Joigny kürzlich ihr 50-jähriges Jubiläum feiern konnte. Zu diesem Anlass verlas Herr Treis bei den Freunden in Joigny ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss und wiederholte es jetzt passend beim Empfang: Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe. Friede zwischen den Menschen, Friede zwischen den Völkern. Abschließend bedankte sich der Oberbürgermeister bei den Musikern des städtischen Orchesters, die unter der Leitung von Michael Fuxius den Empfang musikalisch gestaltet hatten.
"Nie schweigen!!!"
Den Grußworten folgte der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Mayen, zu dem Oberbürgermeister Treis Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Gastredner Dr. Michel Friedmann und Michael Hörter als Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bat. Neben der einfachen Unter-schrift fügte Dr. Friedman „Nie schweigen!!!“ seinem Eintrag bei. „Man hat nicht häufig so gute Ideen ...“ war Michael Hörter als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Rheinland-Pfalz stolz auf die Auswahl von Dr. Michel Friedman und bedankte sich mit einem Päckchen ausgesuchter Zigarillos nochmals für dessen eindrucksvoll emotionale Gedenkrede. Mit einer Flasche Festspiel-Wein, einer erlesenen 2011er Riesling-Spätlese aus der Lage Hatzen-porter Burg Bischofstein, verabschiedete Oberbürgermeister Treis Malu Dreyer, die die Stadt Mayen erstmals in ihrem Amt als rheinland-pfälzische Ministerprä-sidentin besucht hatte. Dabei nahm Stadtchef Treis der Landeschefin gleichzeitig das Versprechen ab wiederzukommen und schlug als geeigneten Anlass die Burgfestspiele vor, die das Land ja alljährlich mit einem nicht unerheblichen Zuschuss fördert. Dann klangen die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag mit vielen Gesprächen und einem kleinen Imbiss für die zahlreichen Gäste aus. -WE-
Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird von Oberbürgermeister Wolgang Treis mit einem Präsent verabschiedet.
Städtischer Empfang im Sitzungssaal des Rathauses (vorne v.l.): Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der Vorsitzende des Landesvolksbundes Michael Hörter, Gedenkredner Dr. Michel Friedman und Oberbürgermeister Wolfgang Treis.
„Man hat nicht häufig so gute Ideen ...“ war Michael Hörter als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Rheinland-Pfalz stolz auf die Auswahl von Dr. Michel Friedman und bedankte sich mit ausgesuchten Zigarillos für dessen eindrucksvolle Gedenkrede.
