Politik | 02.10.2014

Gemeinsamer Forstausschuss der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände „Deutscher Kommunalwald“

Bürgermeister aus ganz Deutschland tagten in Adenau

Im Fokus: Bundeskartellverfahren Nadelstammholzvermarktung - Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz auf Strukturveränderungen vorbereiten

v.l. Frank Heistermann, 1. Vorsitzende der Beschlussabteilung Bundeskartellamt (Bonn); Vera Müller, Justiziarin Umweltministerium Mainz; Dr. Jens Jacob, Leiter Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz; Ute Kreienmeier, Referatsleiterin Kommunalwald DStGB, Bürgermeister Roland Burger (Buchen), Präsident Forstkammer Baden-Württemberg; Bürgermeister Küber, Rieneck; Verbandsdirektor Winfried Manns, Vorsitzender Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“, Georg Bauer, Technischer Berater FECOF; Gastgeber Bürgermeister a.D. Hermann-Josef Romes und Bürgermeister Guido Nisius.Thomas Rausch

Adenau. Bürgermeister und Forstexperten aus ganz Deutschland trafen sich kürzlich auf Einladung von Bürgermeister a.D. Hermann-Josef Romes im Rathaus der Verbandsgemeinde Adenau, um über wichtige Fragen der Forstpolitik zu sprechen. Im Fokus der Gespräche im Gemeinsamen Forstausschuss der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände „Deutscher Kommunalwald“ stand das Bundeskartellverfahren zur gemeinsamen Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg. Aus erster Hand informierte der Vorsitzende der 1. Beschlussabteilung des Bundeskartellamtes, Frank Heistermann, über den aktuellen Stand des Bundeskartellverfahrens in Baden-Württemberg und Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen Rundholzvermarktung.

Worum geht es bei dem Kartellverfahren, das bei Förstern und Waldeigentümern derzeit nicht nur in Baden-Württemberg für eine große Unruhe sorgt?

Das Bundeskartellamt hat gegen das Land Baden-Württemberg ein Verfahren wegen der gebündelten Vermarktung von Rundholz aus dem Staats-, Kommunal- und Privatwald eingeleitet. Das Kartellamt fordert eine klare strukturelle Trennung der Nadelstammholzvermarktung zwischen dem Staatswald sowie dem Kommunal- und Privatwald über 100 Hektar Betriebsfläche.

Die eigentumsübergreifende Zusammenfassung und Vermarktung der Holzmengen über das so genannte Einheitsforstamt verstößt nach Ansicht der Kartellbehörde gegen das Wettbewerbsrecht.

Auch der Vorgang der Holzvermarktung wird von den Kartellwächtern neu definiert. Er beginnt nach Auffassung der Wettbewerbshüter bereits mit dem Markieren der Bäume.

Der ursprüngliche Zeitplan im Baden-Württemberger Verfahren sah vor, dass der Forstminister bis Ende September dem Kabinett ein Eckpunktepapier zur Neuorganisation der Forstverwaltung vorlegt, das den Anforderungen des Bundeskartellamtes entspricht. Aufgrund der noch offenen Rechtsfragen zur Abgrenzung hoheitlicher und wirtschaftlicher Tätigkeiten hat das Bundeskartellamt dem Land Baden-Württemberg allerdings nun zusätzliche Zeit eingeräumt. Für Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen seien ebenfalls parallele Betrachtungen für Ende 2014 bzw. Anfang 2015 geplant, da dort ähnliche Strukturen bestehen, so Heistermann.

„Das Bundeskartellverfahren zur gemeinsamen Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg ist eine große Herausforderung für den Zusammenhalt der Forstwirtschaft.

Auch die Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz und weiteren Bundesländern müssen darauf vorbereitet werden, dass es zu gewaltigen Strukturveränderungen kommen kann, welche eigenständige Lösungen in der Holzvermarktung erfordern“, fasste der Vorsitzende des Ausschusses „Deutscher Kommunalwald“, Verbandsdirektor Winfried Manns (Mainz), die Diskussion zusammen.

Gemeinsamer Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald

Sprachrohr waldbesitzender Städte und Gemeinden in Deutschland

Der Gemeinsame Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“ ist das Sprachrohr der rd. 12.500 waldbesitzenden Städte und Gemeinden und die repräsentative Interessensvertretung des Kommunalwaldes auf der Bundesebene. 20 Prozent der Waldfläche in Deutschland befinden sich im Eigentum der Kommunen.

Der Ausschuss setzt sich zusammen aus Kommunalwaldvertretern des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages sowie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Vorsitzender des Gemeinsamen Forstausschusses „Deutscher Kommunalwald“ ist Verbandsdirektor Winfried Manns (Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz; Mainz).

Die Geschäftsführung wird vom Geschäftsführenden Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Gerd Landsberg (Berlin), und Referatsleiterin für Kommunalwald, Umwelt und Naturschutz, Ute Kreienmeier (DStGB Bonn), wahrgenommen

Pressemitteilung

Deutscher Städte-

und Gemeindebund

v.l. Frank Heistermann, 1. Vorsitzende der Beschlussabteilung Bundeskartellamt (Bonn); Vera Müller, Justiziarin Umweltministerium Mainz; Dr. Jens Jacob, Leiter Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz; Ute Kreienmeier, Referatsleiterin Kommunalwald DStGB, Bürgermeister Roland Burger (Buchen), Präsident Forstkammer Baden-Württemberg; Bürgermeister Küber, Rieneck; Verbandsdirektor Winfried Manns, Vorsitzender Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“, Georg Bauer, Technischer Berater FECOF; Gastgeber Bürgermeister a.D. Hermann-Josef Romes und Bürgermeister Guido Nisius.Foto: Thomas Rausch

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
Gebrauchtwagenanzeige
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
11

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Schulze Klima -Image
Innovatives rund um Andernach
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
10 Jahre NoWi Bau
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre Nowi
Zukunft trifft Tradition KW 18
Jubiläum
Titel
Innovatives rund um Andernach
Nachruf Karl-Heinz Knops
Anzeige KW 18
Imageanzeige Löhr Meckenheim