Lokalsport | 09.01.2013

SC 07 Bad Neuenahr

Das Fazit von Trainer Colin Bell

Colin Bell.  Privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach der Vertragsverlängerung des 51-jährigen Engländers bis 2015 konnte SC 07 Pressesprecher Peter Eckhardt ein ausführliches Gespräch mit Colin Bell führen. Ein detaillierter Rückblick auf das vergangene Jahr, sowie ein Einblick in die Zukunftsplanungen waren hierbei die Hauptthemen. Es war ein bewegtes und bewegendes Jahr 2012.

Wie lautet das Fazit des Trainers?

C.B.: „Teils zufrieden, teils unzufrieden. Es war wichtig einen besseren Start als 2011 zu haben, das hat erst einmal Sicherheit gegeben. Aber wir hätten mindestens vier Punkte mehr auf dem Konto haben müssen, wenn ich an die Spiele gegen Sindelfingen, Duisburg oder Jena denke. Und genau da liegt der Punkt der Unzufriedenheit, denn wir brauchen zu viele Chancen um ein Tor zu erzielen. Doch eines sollte man immer bedenken. Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga, genau das merkt man auch in vielen Situationen. Andererseits sieht man aber genau darin auch das große Potenzial, welches hier herrscht. Eines darf man ja nicht vergessen. Wir sind zu Hause in der Liga noch ungeschlagen.“

Defensive Spielweise als größter Kritikpunkt

Der größte Kritikpunkt der Medien und Zuschauer war die oftmals defensive Spielweise. Wie kann man diesen Punkt ändern und besteht die Bereitschaft dazu? C.B.: „Natürlich wollen wir wesentlich offensiver spielen. Doch dazu müssen wir etwas weiter in die Vergangenheit blicken. Noch Ende der Saison 2010 stellte der SC 07 Bad Neuenahr eine der schlechtesten Defensiven der Liga. Nur die damaligen Absteiger Herford und Saarbrücken konnten das noch toppen. Deshalb haben wir in der letzten Saison den Laden hinten dichtgemacht. In dieser Saison wollten wir auch an der Offensive feilen, aber weiterhin kompakt stehen. Im Fußball ist es ganz einfach. Hast Du den Ball bist Du in der Offensive, hast Du ihn nicht bist Du in der Defensive. Und genau da liegt unser Problem, denn im Spielaufbau sind wir noch zu unpräzise. Das klingt banal, ist aber der Schlüssel. Daran arbeiten wir Tag für Tag. Mit Almuth Schult, Peggy Kuznik und Laura Störzel als Mittelachse, sowie Leonie Maier und Antonia Hornberg außen haben wir eine, qualitativ fantastische Viererkette. Darauf müssen wir aufbauen.“

Wie kann man das offensive Spiel, außer mit intensivem Training, noch verbessern?

C.B.: „Das ist natürlich auch vom Personal abhängig. Wenn wir die nächste Stufe erreichen wollen, muss eine Steigerung her. Spielerinnen, die in Zukunft bei uns spielen wollen, müssen technisch versiert sein und lauf- und zweikampftechnisch stark sein. Außerdem zeigt sich hier, wie wichtig die Juniorinnen-Bundesliga ist. Die Ausbildung dort ist enorm wichtig für die nächsten Jahre. Die jungen Mädels werden Woche für Woche gefordert und somit auf den harten Alltag der Frauenfußballbundesliga vorbereitet.“ Wo wir gerade beim Thema sind.

Wie zufrieden ist der Trainer Colin Bell mit der Entwicklung dieser U 17?

C.B.: „Die bisherige Bilanz ist zufriedenstellend. Wenn man bedenkt, wie sich diese Mannschaft im Verlauf der Hinrunde verändert hat, ist Platz Fünf ein gutes Ergebnis. Das Team musste eine Reihe von Leistungsträgerinnen an die zweite Mannschaft abgeben und tritt als verstärkte U 15 auf. Aber wie in jeder Mannschaft des Vereins ist noch Luft nach oben.“ Wir sind in der Weihnachtszeit, also der Zeit der Wünsche.

Wenn Colin Bell Wünsche nach neuen Spielerinnen freihätte, wen würde er sich wünschen?

C.B.: „Eine Torjägerin in der Art von Conny Pohlers, die aus einer Chance zwei Tore macht. Uns fehlt diese abgezockte Art und Weise vor dem Tor. Im Mittelfeld würde ich mir eine Nadine Keßler wünschen. Ihre Dominanz und Versiertheit stände wohl jeder Mannschaft in der Liga gut zu Gesicht.“

Zum Thema Neuzugänge

Wie sieht der Trainer Bell die Entwicklung der „Neuen“ beim SC 07 Bad Neuenahr? C.B.: „Ich fange mal mit Rachel Rinast an, die sich erst einmal an die Bundesligaluft gewöhnen musste. Sie ist schnell und dynamisch und hat ein Riesenpotenzial. Aylin Yaren hat alle Spiele mitgemacht und ist technisch sehr stark. Taktisch hat sie noch Luft nach oben, konnte allerdings in den letzten Spielen kämpferisch sehr zulegen und ist wesentlich robuster geworden. Jessica Bade wurde wieder durch eine Verletzung zunächst gebremst. Was mich sehr freut, ist ihrer Mentalität, sich wieder ran zu kämpfen. Sie ist, verständlicherweise, noch nicht die Jessica Bade, die wir sehen können. Aber da bin ich optimistisch. Antonia Hornberg verkörpert durch ihre Art zu spielen den SC 07 Bad Neuenahr. Dadurch ist sie in kürzester Zeit zum Publikumsliebling geworden. Man muss sich das Mal vorstellen, sie hat noch vergangenes Jahr in der Regionalliga gespielt. Neide Simoes hat durch ihre Einsätze in der 2. Mannschaft bewiesen, dass sie ein würdiger Back-up für Almuth Schult, ist. Auch das zu Null mit der portugiesischen Nationalmannschaft gegen Dänemark spricht für sich. Unser Torwarttrainer Mario Gros arbeitet täglich mit ihr, ein Umstand, den sie bisher noch nicht kannte und sie sehr weiterbringen wird. Rebecca Knaak hat einen guten Sprung gemacht, da sie täglich im Training dabei ist. Zwar hat die U 17 WM nicht den gewünschten Erfolg gebracht, für Rebecca war es aber eine tolle Zeit, in der sie erfolgreich war. Bestes Beispiel für ihre Entwicklung ist das Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg, bei dem sie maßgeblich am zweiten Tor beteiligt war. Bei Shelley Thompson hoffen wir auf ihre Gesundung. Sie befindet sich zurzeit in der Reha und kämpft für ihr Comeback. Kathrin Becker musste leider eine lange Pause einlegen, die sich bemerkbar gemacht hat. Aber auch sie ist, nach anfänglichen Schwierigkeiten auf einem guten Weg. Wir müssen bedenken, dass all diese Mädels noch keine fertigen Spielerinnen sind und Zeit brauchen. Das sollten auch die Kritiker akzeptieren, bei allem Zeitdruck.“

Einige Verträge von Top Spielerinnen laufen aus

Wie kann es der SC 07 schaffen, diese Akteurinnen zu halten? C.B.: „Durch eine, sportlich als auch wirtschaftliche, Perspektive. Wir müssen JETZT in die Gespräche gehen, um ihnen klar zu machen, dass es sich lohnt, hier weiter zu machen. Auch beim SC 07 werden Nationalspielerinnen geformt. Durch die Festlegung von realistischen Zielen können wir unseren Mädels eine gute Zukunft bieten.“ Ein gutes Stichwort.

Wie sehen denn die Perspektiven in naher und ferner Zukunft aus?

C.B.: „In dieser Saison geht es um einen guten Mittelfeldplatz, denn die drei Teams oben und der Rest der Liga bilden eine Zweiklassengesellschaft. Was den Abstiegskampf angeht, sind wir immer noch im Topf. Bei den Trainern der Liga haben wir uns Respekt erarbeitet. Jeder meiner Kollegen weiß, wie schwer es ist, gegen uns zu bestehen. Mit Leonie Maier steht nun eine weitere Spielerin von uns im Kader von Sylvia Neid. Almuth Schult hat im abgelaufenen Jahr acht Länderspiele in Serie gemacht. Wir müssen zunächst in Bad Neuenahr und dann in der Region eine Euphorie entfachen. Der SC 07 steht für Frauenfußball und unsere Philosophie passt genau in den heutigen Zeitgeist. Niemals aufgeben und immer alles geben.“

Ein letzter Wunsch

Wie sehen die Worte des Trainers Colin Bell für das Jahr 2013 aus? C.B.: „ Zunächst möchte ich mich bei meinem Co-Trainer Mars Seuser bedanken, der leider aus zeitlichen Gründen seine Tätigkeit hier, mit sofortiger Wirkung beendet. Sein Studium lässt es einfach nicht mehr zu, dass er mich so unterstützt, wie ich es gewohnt bin. Das ist ein großer Verlust für uns. Wir sind aber schon in Gesprächen über einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Marc. Im Namen der Mannschaft möchte ich mich aber auch bei allen bedanken, die uns durch ihre tatkräftige Hilfe unterstützt haben.

Zum einen bei den ehrenamtlichen Helfern, aber auch bei unserem Publikum bei den Heimspielen. Hier ist mittlerweile ein sehr gutes Gefühl entstanden, wann die Mannschaft die Hilfe braucht. Bestes Beispiel sind die drei Spiele gegen Bayern, Wolfsburg und Duisburg, bei denen immer zum richtigen Zeitpunkt, die richtige Unterstützung von Rängen kam. Und zwar von allen. Ein riesen Dank auch an unseren Fanclub, der immer und egal wo, da ist und uns anfeuert. Das tut der Mannschaft unendlich gut und setzt zusätzliche Prozente frei. Ich hoffe, dass noch mehr Menschen diesen Club so unterstützen. Eines ist aber klar. Bei aller Professionalität darf das Zwischenmenschliche nicht außer Acht gelassen werden. Dafür werde ich sorgen.“

Colin Bell. Foto: Privat

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