Politik | 29.04.2013

Vertreter aus Pflege, Politik, Kirche, Vereinen, Polizei, Banken und Angehörige kamen ins Gespräch

„Demenzfreundliche Kommunen“

Professor Dr. Hermann Brandenburg wertete zusammen mit den Teilnehmern die Ergebnisse aus. Privat

Adenau. Bei der ersten „Zukunftswerkstatt zur Lebensqualität und Versorgung von Menschen mit „Demenz in Adenau“ trafen sich jetzt Vertreter des Pflegestützpunkts, von Pflegediensten, Altenzentren, Kirche, Kommunen, Polizei, Bankenwesen und pflegende Angehörige in der Verbandsgemeindeverwaltung Adenau. Es war dies der Start eines neuen Vorhabens, den das „Caritas-Fachzentrum Demenz Eifel-Mosel-Ahr“ 2013 in den Landkreisen Bitburg-Prüm, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Ahrweiler von den örtlichen Caritasverbänden getragen durchführt. Die wissenschaftliche Begleitung der „Zukunftswerkstätten“ liegt in den Händen von Carolin Baczkiewicz und Professor Dr. Hermann Brandenburg von der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar.

Nicht ohne Stolz konnte Hausherr Bürgermeister Hermann-Josef Romes auf das bisher Geleistete in seiner Verbandsgemeinde verweisen, wobei er die Notwendigkeit betonte, sich für die ständig steigende Zahl demenzkranker Menschen zu rüsten. Neben Pflegestützpunkt, Pflegediensten, Altenzentren und weiteren professionellen Hilfsangeboten müssten sich auch „Bürger der Sache nähern, da das Thema Demenz allgemein verdrängt wird“, stellte Bürgermeister Romes fest.

Nach dem Impulsreferat von Professor Dr. Hermann Brandenburg bildeten sich vier Gruppen zur Ideenbörse.

Carolin Baczkiewicz und Professor Dr. Hermann Brandenburg sammelten und bewerteten anschließend gemeinsam mit den vier Gruppen die Ergebnisse, wobei sich als Schwerpunkte Wünsche nach mehr Information, Patenschaften und ehrenamtlicher Unterstützung herauskristallisierten. Dem Plenum stellten sich weitere Fragen: Welcher Unterstützungsbedarf besteht für Menschen mit Demenz und wie sind die aktuellen Hilfeangebote zu bewerten? Visionär wurden vier Bereiche in den Blick genommen, die Adenau zu einer demenzfreundlichen Kommune machen: Erstens eine behinderten- und demenzgerechte Umwelt, zweitens die Schulung von Mitarbeitern öffentlicher Einrichtungen zum besseren Umgang mit demenzkranken Menschen, drittens die Einbeziehung von Vereinen und Gruppen und viertens die Schaffung von Netzwerken, die gesellschaftlich helfen, sich mit dem Thema auseinander zusetzen. Damit sollen Räume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen entstehen. „Inklusion findet im öffentlichen Raum statt“, stellte Professor Brandenburg fest.

Kriminalhauptkommissar Gerd Knechtges, Sprecher der Polizeiinspektion Adenau, betonte die Notwendigkeit dieser Zukunftswerkstatt. Nur eine informierte, aufmerksame Bevölkerung verhindere, dass umherirrende, verwirrte Menschen verloren gehen und als vermisst gemeldet werden. Auch die beiden Banker Christian Frings, Kreissparkasse Ahrweiler, und Herbert Thelen, Volksbank RheinAhrEifel eG, sahen die Notwenigkeit, ihr Personal für den richtigen Umgang mit demenzerkrankten Menschen zu schulen, um diesen Kunden im Schalterraum besser helfen zu können. Gleiches gilt für die Kassiererin im Supermarkt.

Einen Königsweg zur demenzfreundlichen Kommune existiere nicht, stellte Professor Dr. Hermann Brandenburg fest: „Es gibt keine Definition, was eine demenzfreundliche Kommune ist. Es gibt kein allgemeines Konzept.“ Jedes Gemeinwesen, so das Fazit der Veranstaltung, müsse seine eigenen, für die Bürgerinnen und Bürger passenden Projekte entwerfen und umsetzen. Der Kreis der Akteure sollte möglichst groß sein und pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und Vereine mit einbeziehen.

Die Organisation dieser Reihe liegt in den Händen von Katharina Steinich, Caritas-Fachzentrum Demenz Eifel-Mosel-Ahr, tatkräftig unterstützt von Dipl.-Sozialarbeiter Friedhelm Benner vom Pflegestützpunkt Adenau-Altenahr, Gertrud Simonis vom Standort Gerolstein des Fachzentrums Demenz und Mechthild Haase, Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt - Caritas Ahrweiler.

Das Folgetreffen findet am 22. Mai in Adenau statt. Dann wird überlegt, wie die Ideen in die Praxis umgesetzt und konkrete Initiativen bzw. Projekte gestartet werden können.

Anmeldungen und Ansprechpartner:

Dipl.-Sozialarbeiter Friedhelm Benner Pflegestützpunkt Adenau-Altenahr, Kirchstraße 19, 53518 Adenau

Telefon: (0 26 91) 3 05-6 12 oder

Katharina Steinich, Caritas-Fachzentrum Demenz Eifel-Mosel-Ahr

Telefon: (0 26 41) 75 98 75.

Pressemitteilung des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e. V

Professor Dr. Hermann Brandenburg wertete zusammen mit den Teilnehmern die Ergebnisse aus.Foto: Privat

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