Der Erntedank- und Trachtenumzug begeisterte wieder die Oktoberfestbesucher
Die Einigkeit wird in Insul auch gelebt
Insul. Als Großveranstaltung in der Eifelregion zählt auch nach 43 Jahren immer noch das erfolgreiche Oktoberfest des Junggesellenvereins in Insul. Solch eine Veranstaltung über Jahrzehnte als Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, bedarf einer unbedingten Zusammenhalt und Einigkeit im Vereinsleben. So, wie es oft auf den Fahnen der Junggesellenvereine zu lesen ist, wird die Einigkeit in Insul auch gelebt. Auf seine rund 50 Jungs und Mädels kann sich der Präsident Sascha Cläsgens verlassen.
Viel Aufwand
Da beginnt das Oktoberfest auf den Ahrwiesen bereits lange vorher mit dem aufwendigen Zeltaufbau im XXL-Format und dem Dekorieren in original weiß-blau wie auf den Wiesn. Am Freitagabend war es endlich so weit, als die feschen Mädels in Dirndl und die Jungs in Lederhosen das Oktoberfestzelt eroberten. Mit „O’zapft is“ floss das Bier in die Maß- und Halbliterkrüge und dann durch die durstigen Kehlen. Aufgeheizt wurde die Stimmung zuerst von den Musikantinnen und Musikanten aus Hümmel, bevor „Die jungen Zillertaler“ mit ihrer fetzigen Gaudimusik übernahmen und so recht bayerisch das über vier Tage andauernde Mega-Event, das Insuler Oktoberfest, eröffneten.
Am Samstagabend war das Zelt ausgebucht. Mit den Wershofener Musikanten war es wieder ein heimischer Musikverein, der als erfolgreicher Stimmungsmacher einheizte und anschließend das Publikum der beliebten Gruppe „Die lustigen Schilehrer“ aus dem Stubaital überließ.
Als Garanten für fesche Oktoberfeststimmung stehen die Schilehrer in Insul bereits seit 1988 auf der Bühne und haben längst ihr Publikum erobert, was auch in diesem Jahr wieder das ausgebuchte Festzelt bewies.
Auch vor dem Festzelt herrschte Oktoberfeststimmung pur, ganz so wie auf der Wiesn, mit Brezeln, Weißwurst, Fahrgeschäften und Kirmesbuden. Am Sonntag war es das Blasorchester Insul, das aufspielte, bis die „Original Veltöner“ mit ihrem Dirigenten Richard Knipp zum zünftigen Frühschoppen aufspielten. Da ging es wieder rund an den Bierzelttischen, als die Kellner im Laufschritt die Maßkrüge balancierten.
Eine lange Schlange
Während sich die einen noch mit dem original Wiesnbier zuprosteten, bildete sich bereits eine Schlange vor dem Kuchenbüffet vom Kirchenchor Cäcilia Schuld. Hier boten die Kirchenchorfrauen mit ihrer Vorsitzenden Ilse Weiler neben duftendem Kaffee rund 70 leckere Kuchen an, alle selbst gebacken nach Hausfrauen-Art. Da fiel die Auswahl recht schwer, so dass auch mal zwei oder drei Stücke auf dem Teller landeten.
So gestärkt, leerte sich kurzfristig das Festzelt, da keiner den Erntedank- und Trachtenumzug verpassen wollte. Über 1000 Menschen säumten auch in diesem Jahr wieder die Straßenränder säumte. Begleitet von den Musikanten aus Hümmel, dem Fanfarencorps Rot-Weiß Hönningen, dem Blasorchester Hönningen sowie dem Tambourcorps Germania Schuld marschierten der Präsident und die Fahnenträger des Junggesellenvereins Insul vornweg. Ihnen folgten die Fußgruppen und Motivwagen.
Ganz vorn der quirlige Nachwuchs der Gemeinde mit Bollerwagen. An der Hand von Mama oder Papa marschierten sie mit und übten schon mal, um vielleicht in 15 Jahren zu übernehmen. Aber auch die Nachbarorte gehören seit Jahrzehnten dazu. Da grüßten die fleißigen Bäcker aus Niederadenau mit ihrer Backstube von anno dazumal ebenso wie die Lückenbacher mit ihrem Erntewagen. Immer wieder war es die Ernte, die als Motto liebe- und kunstvoll dargeboten wurden. Ob als lachende Kirschen, die vom Ortsbürgermeister Ewald Neiß auf dem Trecker gezogen wurden, oder die Kartoffelmäuse. Auch die überdimensionierte Schnupfmaschine und die Hutmacherinnen erfreuten die Besucher des Erntedankumzugs ebenso wie die Gruppe, die das Heimatdorf Insul als Ausflugsziel zum Ahrsteig pries, oder die prachtvolle Kuh der Fußballer. Am Wegesrand brauchte keiner Durst zu haben, da die Zugteilnehmer unentwegt die Gläser füllten. Es gab auch Käsehäppchen und Brezeln. Aber auch die Sicherung des Umzugs gehört dazu und wurde wieder von der Freiwilligen Feuerwehr und dem DRK- Ortsverein Adenau übernommen. Noch bevor der letzte Takt im Umzug gespielt war, wurde es wieder eng im Festzelt - und da war auch für die Kellner die Pause vorbei. Jetzt gab es auch wieder fetzige Musik im Festzelt, als die „Midnight Ladies“ als echte Mädelgruppe aus dem Bayernland erstmalig in Insul aufspielten.
Bis in die Abendstunden
Hier schafften es die Mädels, die Oktoberfestbesucher bis in die Abendstunden bei bester Stimmung zu vergnügen. Auch wenn sich das Festzelt so langsam leerte, war für Mädels und Jungs vom Junggesellenverein noch lange kein Feierabend angesagt, da das Aufräumen und das Wiederherrichten auch für den letzten Tag zum Alltagsgeschäft beim Oktoberfest zählt. Hier waren es wieder „Die lustigen Schilehrer“, die den Vier-Tage-Oktoberfest-Marathon am Montagabend mit einem ausgedehnten Tanzabend beendeten. Da amüsierte sich traditionell auch die Dorfbevölkerung auf der Tanzfläche, die mit der Gruppe der lustigen Schilehrer bereits eine lange Freundschaft verbindet.
Mit dem Brezelbaum im Zug unterwegs.Fotos: Norbert Ulrich
Die lachenden Kirschen wurden von Ortsbürgermeister Ewald Neiß auf dem Trecker gezogen.
Die Hutmacherinnen waren auch mit dabei.
