Diskussion mit Politikern auf Nonnenwerth
Schülerinnen und Schüler der MSS 11 hatten viele Fragen an Marcel Hürter (MdL, SPD) und Guido Ernst (MdL, CDU)
Nonnenwerth. Die MSS 11 des Gymnasiums Nonnenwerth kamen mit der Schülervertretung und den Politikern Guido Ernst (MdL, CDU) und Marcel Hürter (MdL, SPD) zusammen, um über Rechtsextremismus und den Tag der Demokratie in Remagen am 24. November zu sprechen. Johanna Schneider (MSS 12) und Tim Vossenkuhl (MSS 11) moderierten die Diskussion. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann nahtlos in eine Fragerunde über. Herr Ernst sprach die Schüler alle direkt an, Rechtsextremismus auch im Bekanntenkreis entgegenzutreten. Beide Politiker zeigten sich schockiert über die NSU-Mordserie und die Aufklärungspannen, verteidigten aber die Arbeit des Verfassungsschutzes und die der V-Männer. Auf die Frage, warum sich braunes Gedankengut in Zeiten einer fast vollständigen Aufklärung besser verbreitet als je zuvor, antworteten beide, dass auch ein Mangel an Vereinen und Jugendgruppen dazu beiträgt, dass mehr Jugendliche sich für den Nationalsozialismus entscheiden, und dass manche bestehenden Vereine auch von Nationalsozialisten als Werbefläche genutzt werden. Deshalb sei es auch so wichtig, dass sich alle eindeutig gegen rechtes Gedankengut wenden - auch wenn es in Form eines vermeintlich lockeren Spruches daherkommt. Die Veranstaltung in Remagen, an dem das Gymnasium sich mit einem Stand in der Infomeile beteiligt, sei ein wichtiges Signal der Zivilgesellschaft. Auch über das geltende Asylrecht wurde gesprochen.
Herr Hürter merkte an, dass er es sehr gut verstehen könne, wenn sich Flüchtlinge aus Krisengebieten in sicherere Regionen der Welt aufmachten. Man sollte sehr sensibel sein, hier ein vorschnelles Urteil zu fällen - auch angesichts der deutschen Geschichte und des momentan großen Wohlstandes. Schon bald kamen die Schüler auf die Themen „Geburtenrückgang“ und „demografischer Wandel“ zu sprechen und Herr Ernst ermunterte die Anwesenden, auch mal selbst über das Thema Familie nachzudenken. Beim Thema Betreuungsgeld waren sich die Herr Hürter und Herr Ernst nicht einig: Herr Ernst sah es als Unterstützung für Eltern, die ihre Kinder die ersten beiden Jahre zu Hause erziehen, während Herr Hürter die Idee, dass Kinder von anderen Kindern lernen, favorisierte. Anschließend nahmen sich beide noch Zeit für persönliche Gespräche. Insgesamt bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung sehr positiv, da sie allen einen Einblick in die politische Perspektive ermöglichte.
Ruben Schäfer, MSS 11
