Feierliche Verabschiedung in der Mehrzweckhalle in Leimbach
Ein Eifeler Urgestein geht in Rente
Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben dankten Hermann Josef Romes für seine Verdienste um die Region
Leimbach/Adenau. Am Freitagabend waren sie alle gekommen, um Hermann-Josef Romes, im Kreise der Familie mit Ehefrau Bernadette, den Kindern und Enkelkindern, nach 16 Jahren im Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Adenau in den Ruhestand zu verabschieden. Eingeladen zur Verabschiedungsfeier hatten die Beigeordneten der Verbandsgemeinde Jürgen de Temple und Ulrich Kaspers.
Bei der Begrüßung schaute de Temple in mehr als 200 Augenpaare. Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, Landtagsabgeordneter Horst Gies, Landrat Dr. Jürgen Pföhler, das Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz Winfried Manns, die Bürgermeister der Nachbargemeinden und der Verbandsgemeinden und Städte im Landkreis Ahrweiler, die ehemaligen Verbandsbürgermeister Rolf-Dieter Cremer und Hermann Heiser, Mitglieder des Kreistags und des Verbandsgemeinderats, die Vertreter der Kirchen mit Dechant Klaus Kohnz, Pfarrer Heinrich Ant und Pfarrer Holger Banse, Feuerwehrführungskräfte und Leiter der örtlichen Behörden, Tourismusorganisationen, Schulen und Kindertagesstätten nicht zuletzt die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde und die 36 Ortsbürgermeister der Verbandsgemeinde und Adenaus Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann - alle hatten sich in die lange Verabschiedungsschlange eingereiht.
Der 1. Beigeordnete begrüßte, auch im Namen des neuen Bürgermeisters Guido Nisius, den nun ehemaligen Chef Hermann-Josef Romes und merkte an, dass die Jahre als Bürgermeister wohl die spannendsten, erfülltesten und auch anstrengendsten seines Lebens waren. „Als Bürgermeister warst Du 16 Jahre lang im wahrsten Sinne des Wortes eine öffentliche Person. Ein Mensch, der ständig im Schaufenster der Öffentlichkeit stand. Du hast Dich dieser Verantwortung immer gestellt und nie weggeduckt und für unsere Verbandsgemeinde stets das Beste daraus gemacht. Du warst sozusagen mit Leib und Seele Bürgermeister, unser Bürgermeister“, de Temple musste es wissen, da er Hermann-Josef Romes die komplette Amtszeit als Beigeordneter begleitet hat und auch schon Jahre vorher gemeinsam mit ihm in der „kommunalen Familie“ tätig war. Musikalisch hatte die Jugendabteilung des Stadtorchesters Adenau - mit einer kleinen Verstärkung - die Verabschiedung übernommen und gleich zu Beginn mit einem flotten Militärmarsch eröffnet.
Dann kamen Redner, die die lange Amtszeit und das Wirken von Romes beleuchteten und dabei auch die menschliche Seite herausstellten. Landrat Dr. Jürgen Pföhler bemerkte in seiner Laudatio, dass er sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit vor 14 Jahren auf Anhieb mit Romes gut verstanden habe und stets dankbar für dessen gute Ratschläge war. Bereits im jugendlichen Alter von 14 Jahren hatte Romes mit einer Lehre in der damaligen Amtsverwaltung Adenau den Weg in die Verwaltung und damit den Grundstein für sein erfolgreiches Wirken gelegt, so Landrat Pföhler. An einen der ersten gemeinsamen Termine konnte sich der Landrat noch gut erinnern, als sie gemeinsam im „Gewerbepark am Nürburgring“ standen, auf einer mehr oder weniger leeren Wiese. Bis heute wurden, einschließlich der noch laufenden Genehmigungen, rund 50 Millionen Euro dort investiert und 360 Arbeitsplätze geschaffen. „Ein Erfolg, an dem Du großen Anteil hast“, so der Landrat. „Für den Nürburgring hast Du dich von Beginn Deiner Amtszeit eingesetzt, in guten wie in schwierigen Zeiten. Denn die Bedeutung der Schaffung von Arbeitsplätzen, die Wertschöpfung des Tourismus und die Lebensqualität im ländlichen Raum waren Dir schon zu Beginn Deines Amtes so bewusst wie damals nur wenigen.“ Eine flächendeckende Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde anzubieten und die Abwasserversorgung im 283 Kilometer langen Kanalnetz zu sichern, gehört zur Erfolgsgeschichte des Bürgermeisters Romes. Neben erfolgreichen Unternehmen ist der Tourismus wirtschaftliches Standbein der Verbandsgemeinde, und auch in diesem Bereich war Romes über viele Jahre als Vorsitzender des Tourismusvereins Hocheifel-Nürburgring aktiv. „Natürlich ist eine lange Amtszeit nicht nur von Schönwetterperioden geprägt, und dazu gehört bestimmt die Schließung des Adenauer Schwimmbads, was Du aber stets sachlich und umsichtig und mit großer Zustimmung der Gremien umgesetzt hast“, so Pföhler. Abschließend merkte der Landrat an, dass Romes immer über den Tellerrand geschaut habe und dabei immer auch das Wohl des Kreises Ahrweiler im Auge gehabt hat. Ihm sei immer klar gewesen, dass man in der kommunalen Familie letztlich in einem Boot sitze. Pföhler wünschte Romes für den neuen Lebensabschnitt, dass seine persönlichen Wünsche erfüllt würden. Für den Hobbywanderer gab es einen Rucksack gefüllt mit Ahrwein, den er „bei der Rast mit Ehefrau Bernadette genießen“ könne. Für seine Verdienste zeichnete der Landrat den scheidenden Bürgermeister mit der Ehrenurkunde des Landkreises Ahrweiler aus, und für Ehefrau Bernadette gab es noch einen Blumenstrauß. Danach folgten die Dankesworte des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Wilfried Börder, der auch die Grüße der SPD-Fraktion überbrachte. Börder erinnerte daran, dass das Familienleben bei einem solchen Amt sicherlich zu kurz komme. „Was das für die Ehefrau und die Kinder bedeutet, können Außenstehende nur erahnen“, so Börder mit einem herzlichen Dankeschön an Bernadette Romes. Auch die Vertreter von FDP, ÖDP und FWG dankten für die konstruktive und faire Zusammenarbeit auch in Zeiten, in denen man nicht immer einer Meinung war. Zum Abschied überreichten alle Fraktionen persönliche Geschenke, von der CDU gab es ein Bild zur Adenauer Stadtgeschichte.
Stellvertretend für die hauptamtlichen Bürgermeister sprach der Altenahrer VG-Chef Achim Haag und überreichte einen Korb mit Weinen von der Ahr. Für die Ortsbürgermeister war es der wohl dienstälteste Ortsbürgermeister Herbert Stumpf aus Winnerath, der die gemeinsamen 16 Jahre für alle Revue passieren ließ. Überraschend zogen rund 50 aktive und ehemalige Ortsbürgermeister auf, um zum Abschied ein selbst gedichtetes Lied zu singen, dirigiert von Ortschef Dr. Rainer Schlömp aus Dümpelfeld. Da blieb Hermann-Josef Romes nur noch der Ausspruch: „Dass ich das noch erleben darf, alle Ortsbürgermeister sind sich einig.“ Beim Geschenk wurde Bernadette Romes einbezogen, die Ortsbürgermeisterrunde spendierte eine Reise nach Rom.
Von Hermann Josef Romes gab es für alle persönliche Dankesworte,als er sich von einem erfüllenden, aber auch anstrengenden Beruf und von Menschen verabschiedete, die ihn lange auf seinem Weg im Amt begleitet hatten. Als innigen Wunsch äußerte Romes, dass der Nürburgring baldigst aus den Negativschlagzeilen herauskomme und dass die Menschen der Region wieder mit Freude über „ihre Grüne Hölle“ sprechen könnten.
Der Altenahrer Verbandsgemeindebürgermeister überreichte - auch im Namen seiner übrigen hauptamtlichen Kollegen - ein Weinpräsent.
Beigeordneter Jürgen de Temple (2. v. r.) und die Vertreter der CDU übereichten ein Bild mit Adenauer Stadtansichten.

