Blasorchester Insul feierte 50-jähriges Bestehen
Ein Stück Kultur und Charakter der Heimat
Insul. Im Zeichen von fünfzig Jahren Blasmusik stand am vergangenen Wochenende die Dümpelfelder Halle DüNaLü, denn das Blasorchester Insul feierte seinen 50. Geburtstag.
Im Jahr 1963 von 14 musikalisch interessierten jungen Männern ins Leben gerufen, hat es bis heute mit der seiner Musik das Dorfleben bereichert und so manches Fest mitgestaltet und gehört neben dem Sportverein und den Junggesellen zu den Eckpfeilern der Gemeinde, wie Ortsbürgermeister Ewald Neiß betonte. Denn, so führte er weiter aus, „was wäre ein Dorf ohne eine funktionierende Dorfgemeinschaft und ohne ein funktionierendes Vereinsleben.“ Auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler lobte das Insuler Blasorchester: „Ihr seid mit Eurer Musik aus der Kulturlandschaft des Kreises nicht mehr wegzudenken. Wenn es keine Musik bei den Veranstaltungen gäbe, wäre das gesellschaftliche Leben tot.“
Bürgermeister Hermann Josef Romes lobte die besondere Bedeutung der Jugendarbeit im Orchester, die Beständigkeit, Fleiß, Teamfähigkeit und Toleranz vermittele. „Mit der Musik des Blasorchesters lebt ein Stück Kultur und damit ein Stück Charakter unserer Heimat und damit letztlich wir selbst“, betonte Romes. Ein besonderer Höhepunkt war der Rückblick der Gründungsmitglieder und noch aktiven Musiker Walter Leuer, Albert Schmitten und Franz Josef Schmitt. Was Moderator Ludwig Thelen diesen Dreien entlockte, war einfach köstlich. Für den ersten Auftritt des Blasorchesters an der Schornkapelle übten die Musiker einige Tage das Marschieren den Sierscheider Berg hoch. Oder auf der Fahrt zu einem befreundeten Musikverein nach Neckartenzlingen wurde kurz vor dem Ziel in einem Steinbruch die letzte Probe abgehalten. Die drei erzählten, dass sie seit 40 Jahren mit ihrer Musik das Mayschoßer Weinfest bereichern. Und vom Ausflug der Gruppe nach Norddeich war, wo eine Fährfahrt nach Helgoland wegen Windstärke 7 abgesagt werden musste und das Fährgeld in geistige Getränke umgesetzt wurde. Von den Fahrten nach Paris und zum Bodensee wurde berichtet, wobei Walter Leuer seit 30 Jahren den Bus steuert, wenn die Gruppe unterwegs ist. Auch die Bürgermeister und Vereine der angrenzenden Orte überbrachten der beliebten Musikkapelle ihre Glückwünsche. In besonderes Lob hatte Dirigent Richard Knipp für die Musiker parat. „Ich habe noch nie Leute erlebt, die so Musik machen wie Ihr“, sagte der Dirigent voller Stolz. Er erinnerte an das Landesmusikfest 2009 in Neustadt/Wied, wo die Insuler mit ihrer Musik „die Bühne gerockt“ hätten. Oder an den Auftritt in Schuld auf der Freilichtbühne: „Alles war bis ins kleinste organisiert und vorbereitet. Als das Konzert anfing, begann es zu regnen, ohne Unterlass hat es weitergeregnet, Ihr habt Euch nicht beirren lassen und gespielt wie die Götter, dafür danke ich Euch.“ Christoph Schnitker Vorsitzender des Kreismusikverbands, hatte alle Hände voll zu tun, um nicht nur die noch aktiven Gründungsmitglieder Walter Leuer, Franz Josef Schmitt und Albert Schmitten auszuzeichnen, auch Ehrungen für fünf, zehn, 20 und 40 Jahre musikalischer Aktivitäten standen auf seiner Liste. Zum Abschluss des Abends, bevor es zu gemütlichen Teil überging, wurde den Gründungsmitgliedern Peter Schmitten, Hans Josef Schmitten, Josef Schupp, Walter Larscheid, Peter Münch und Hermann Josef Bläser noch ein Präsent überreicht, ebenso den Ehrenmitgliedern Bernhard Larscheid und Richard Schulz, die mehr als 30 Jahre im Verein aktiv tätig waren. Vorsitzende Doris Adriany machte eine Rechnung auf: Die drei noch aktiven Gründungsmitglieder haben im Jahr 45 Proben und 35 Auftritte. Wenn man das auf 50 Jahre hochrechnet, ergibt das rund 2250 Proben und 1750 Auftritte, sie waren in der Zeit also rund 4000 Mal in Sachen Musik unterwegs.
Landrat Dr. Jürgen Pföhler würdigte die Arbeit des Vereins mit der Ehrenurkunde des Kreises, die Vorsitzende Doris Adriany stellvertretend für ihre Musikerkollegen entgegennahm.
